Schule

Eine in Moers entwickelte Unterrichts-App macht Furore

Die in Moers entwickelte  PhiloWelt:iPad App (im Foto noch die erste Version) ist jetzt weiterentwickelt worden.   

Die in Moers entwickelte PhiloWelt:iPad App (im Foto noch die erste Version) ist jetzt weiterentwickelt worden.  

Foto: Foto: T. Prehm / Deutscher Lehrerpreis

Moers.  Die von dem Moerser Lehrer Yetisen für den Unterricht entwickelt PhiloWelt:iPad App macht Furore. Jetzt hat ihr Erfinder sie weiterentwickelt.  

Eine von dem Moerser Lehrer Gökhan Yetisen entwickelte Unterrichts-App macht Furore. Nachdem sie mit einem Preis ausgezeichnet worden ist und in der Coronakrise fürs Lernen zu Hause stark nachgefragt war, verzeichnet der Pädagoge mittlerweile mehr als 7000 Downloads. Jetzt hat Yetisen sie noch einmal weiterentwickelt.

Gökhan Yetisen, Lehrer an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, hat die „PhiloWelt:iPad App“ für den Philosophie- und Ethikunterricht in den fünften und sechsten Klassen ersonnen. Im November wurde er, wie berichtet, im Rahmen des Deutschen Lehrerpreises mit dem Sonderpreis der Wochenzeitung „Die Zeit“ gewürdigt. Der Aufbau der App folgt dem Prinzip des literarischen Lernens, erläutert Yetisen. Vereinfachte Texte, Animationen und Videoclips unterstützen das Lernen, so dass es schwachen Lesern leichter falle, die Bedeutungen von Texten und Bildern in einen thematischen Gesamtzusammenhang zu überführen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die Animationen verbessert, Videoclips geändert, Aufgabenstellungen vereinfacht und das App-Design vollständig erneuert. Die neue Version ist im AppStore und Apple School Manager erschienen.

Die Schülerinnen und Schüler stoßen über die Kapitel hinweg auf literarische Figuren, die vor Situationen stehen, in denen sie moralische Entscheidungen treffen müssen. Kann es beispielsweise moralisch vertretbar sein, die Freiheit eines Wellensittichs einzuschränken? Und gilt Kants Pflicht zur Wahrheit auch dann, wenn ich meinen besten Freund verraten müsste? Am Ende eines Kapitels werden die Mädchen und Jungen aufgefordert, das Problem im Auftrag der literarischen Figur zu lösen.

Im neuen Kapitel, schilder Gökhan Yetisen, trifft ein Junge im Urlaub auf eine hilfsbedürftige Frau. Er fragt sich, ob er sein gesamtes Taschengeld spenden sollte. Während er von dem Leid ergriffen ist und sich nicht entscheiden kann, trifft er auf Menschen, die ihm unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und seine eigene Entscheidung erleichtern sollen.

Durch den Sonderpreis sei die PhiloWelt-App ein Teil des Lehrbuchmarktes geworden, freut sich Gökhan Yetisen. Der Bedarf an digitalen Lernmaterialien sei höher als erwartet. Die erhöhte Qualität der App soll nun Schulen motivieren, die Digitalisierung des Unterrichts voranzutreiben. Der Pädagoge räumt ein, dass die Coronakrise und der plötzliche hohe Bedarf an digitalen Endgeräten die Schulen unvorbereitet getroffen habe und dass die private Ausstattung der Schüler und ihrer Familien unterschiedliche Qualitäten habe. Gleichwohl zeigt er sich überzeugt: „Da ist jetzt einiges in Bewegung geraten.“

Die Schulen könnten Geräte anschaffen und sie an solche Schüler verleihen, wo die Not am größten ist. Darüber hinaus will er auch die Eltern nicht aus der Verantwortung entlassen: „Meine App funktioniert auch auf einem älteren iPad. Solche Geräte bekommt man bei Ebay für 120 Euro.“ iPads würden mehr und mehr zur Standardausrüstung für den Unterricht, sagt Yetisen und nennt ein Beispiel. Sein Sohn wird im kommenden Schuljahr eingeschult. Auf der Liste von allem, was in die Schultüte gehört, nennt die Regenbogenschule – ein iPad.

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