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Kamp-Lintfort: Keine Sanitärcontainer für die Ebertschule

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Im Ausschuss gab es eine lange Diskussion um den Zustand der Schultoiletten an der Ebertschule. Die anwesenden Eltern waren mit der vorgeschlagenen Lösung nicht zufrieden.

Im Ausschuss gab es eine lange Diskussion um den Zustand der Schultoiletten an der Ebertschule. Die anwesenden Eltern waren mit der vorgeschlagenen Lösung nicht zufrieden.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Im Ausschuss scheitert die Opposition mit ihrem Antrag, Sanitärcontainer aufzustellen. Eltern der Ebertschule zeigten sich enttäuscht.

Eine solche Ausschusssitzung hat in Kamp-Lintfort Seltenheitswert: Knapp zwei Stunden – inklusive Beratungszeit – brauchten die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport am Mittwoch, um sich über das weitere Vorgehen bei der Toilettenanlage an der Ebertschule zu verständigen. Wie erwartet setzte sich die SPD-Mehrheit durch – auch wenn die Oppositionsparteien den Sozialdemokraten wenigstens einen Minimalkompromiss abringen konnten. Eltern der Ebertschule, die die Diskussion verfolgten, zeigten sich vom Ergebnis enttäuscht.

Grüne: „Situation sprengt jeden Rahmen“

Zuvor hatten Eltern und Kinder die Gelegenheit genutzt, Politik und Verwaltung noch einmal Fragen zu stellen und die Situation aus ihrer Sicht zu schildern. So wollte eine Mutter etwa wissen, ob es grundsätzlich möglich sei, einen Sanitärcontainer auf dem Schulhof aufzustellen. Das sei grundsätzlich möglich, die Verwaltung sehe dafür aber keine Notwendigkeit, lautete die Antwort von Dezernent Christoph Müllmann. Die Frage, ob die Anzahl der Toiletten für die aktuell 322 Schülerinnen und Schüler ausreiche, bejahte Müllmann.

Das sah die selten so geschlossen auftretende Opposition ganz anders: Für die Kinder müsse sich sofort etwas ändern, forderte etwa Bernd Lewark für die CDU: „Die Kinder sind gesundheitlich gefährdet.“ Sie kenne als Lehrerin das Problem mit Schultoiletten, sagte Linda Wiedemann von den Grünen, „aber die Situation an der Ebertschule sprengt jeden Rahmen.“ Es müsse die Möglichkeit geben, dass die Kinder „auf Toiletten gehen können, vor denen sie sich nicht ekeln.“

Reinigungsintervalle werden erhöht

Mit Blick auf die nach wie vor angespannte Finanzlage der Stadt forderte Patrick Kuhs (Linke) dazu auf, „das ein oder andere Prestigeobjekt“ liegen zu lassen, und stattdessen in Schultoiletten zu investieren. Der Vertreter von Libra sprach von „einer brenzligen Situation“ an der Ebertschule.

Michael Raskopf (FDP) schlug der SPD schließlich einen Kompromiss vor: So könne sich die Opposition damit anfreunden, die Machbarkeitsstudie für die Sanierung der Schule inklusive Schultoiletten umgehend in Auftrag zu geben, wenn denn aber bis zum Ende der Sanierung und schnellstmöglich Sanitärcontainer auf dem Schulhof aufgestellt würden. Aus Sicht der Verwaltung sei dies keine Lösung, bekräftigte Dezernent Müllmann erneut: „Seit 25 Jahren als Schuldezernent kenne ich das Thema Schultoiletten. Es ist eine Illusion zu glauben, dass ein Container die Geruchsprobleme lösen würde.“ Lediglich eine erhöhte Reinigungsfrequenz könne die Situation verbessern.

Nach intensiver Beratung beschloss der Ausschuss einstimmig, die Machbarkeitsstudie umgehend auf den Weg zu bringen. Dem eigentlichen Kompromiss, bis dahin Container aufzubauen, wollte die SPD nicht folgen, die Opposition stimmte geschlossen dafür. Geeinigt wurde sich schließlich auf eine Minimallösung: die Reinigungsintervalle der Toiletten an der Ebertschule auf mindestens drei mal täglich zu erhöhen.

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