Soziales

Kamp-Lintfort organisiert bald Wohn-Kurse für Geflüchtete

In der Unterkunft an der Friedrichstraße sollen demnächst Workshops angeboten werden.

In der Unterkunft an der Friedrichstraße sollen demnächst Workshops angeboten werden.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Müll trennen. Lebensmittel richtig aufbewahren – das und mehr sollen demnächst Workshops in der Unterkunft an der Friedrichstraße vermitteln.

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In der Flüchtlingsunterkunft an der Friedrichstraße sollen demnächst Workshops zu den Themen Müll und Wohnen sowie Hygieneschulungen angeboten werden. Angedacht sind außerdem praktische Anleitungen zum Einkauf und zur Lebensmittelaufbewahrung. Das beschloss der Ausschuss für Soziales einstimmig in seiner Sitzung am Donnerstag.

Es hat „sehr hohe Sonderaufwendungen“ gegeben

Der angespannte Wohnungsmarkt in Kamp-Lintfort erschwere Geflüchteten den schnellen Zugang zu eigenem Wohnraum, heißt es dazu bei der Stadt. Erfahrungen hätten außerdem gezeigt, dass „beim Zusammenleben in Wohnungen und in den Gemeinschaftsunterkünften viele Male Schwierigkeiten und Missklänge auftreten, die aus Einschränkungen im Verhalten resultieren und nicht mitteleuropäischen Erwartungen entsprechen“. Das habe in der Flüchtlingsunterkunft in der Friedrichstraße um die Jahreswende zu „sehr hohen Sonderaufwendungen“ geführt, sagt die Verwaltung. Ziel solle nun sein, eine „Mietfähigkeit“ nach den gängigen Erwartungen herzustellen.

Sozialer Wohnungsbau

Überhaupt war Wohnen das große Thema in der Sitzung. So wird die Stadt Kamp-Lintfort nach einstimmigem politischem Votum jetzt Kooperationsverträge mit der Grafschaft Moers Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH und der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft abschließen, um von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen zu versorgen.

Trotz seiner Ja-Stimme kritisierte Werner Illigen (CDU), das Problem sei hausgemacht: „Das Problem sozialer Wohnungsbau ist in den letzten Jahren flach gehalten worden. Die Stadt hätte beim Abriss der Riesen wissen müssen, was auf sie zukommt.“ Außerdem falle der Stadt nun vor die Füße, dass sie ihre Anteile an der Grafschafter Wohnungsgesellschaft verkauft habe. Auch Stefano Heitmann (Grüne) hält den Verkauf der Anteile immer noch für einen Fehler: „Kooperationsverträge heißen auch: Wir kaufen eine Leistung ein.“

Das Land sollte mehr Fördermittel bereit stellen

Dezernent Christoph Müllmann wollte beides nicht so stehen lassen. Die Beziehungen zur Grafschafter Wohnungsgesellschaft seien nach wie vor gut, das zeige nicht nur der Kooperationsvertrag, sondern auch das gemeinsame Bauprojekt am Tor Ost. Seit einem Jahr sei die Stadt „intensiv bemüht“, neuen sozialen Wohnungsbau zu schaffen: „Ich glaube schon, dass wir in den letzten fünf Jahren unsere Hausaufgaben gemacht haben.“ Eigentliche Engstelle seien die Förderressourcen: „Vom Land müssten mehr Fördermittel für sozialen Wohnungsbau bereitgestellt werden“, so Müllmann.

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