Landesgartenschau

Kamp-Lintforter trägt das Laga-Fieber bis nach Sylt

Tobias Evers,Koch im Restaurant Coast auf Sylt, ist gebürtiger Kamp-Lintforter und Botschafter des Fördervereins Landesgartenschau

Tobias Evers,Koch im Restaurant Coast auf Sylt, ist gebürtiger Kamp-Lintforter und Botschafter des Fördervereins Landesgartenschau

Foto: privat

Kamp-Lintfort.   Tobias Evers wirbt in seinem Rantumer Restaurant für 2020. Warum sein Herz nach elf Jahren auf der Insel immer noch für seine Heimat schlägt.

Man soll es nicht meinen, aber jetzt wird sogar auf Sylt Werbung für die Landesgartenschau Kamp-Lintfort 2020 gemacht. Das liegt an Tobias Evers, geboren in der Zechenstadt, als es die Zeche noch gab, und vor gut 11 Jahren auszogen, um auf der beliebten Nordsee-Insel im Restaurant Coast in Rantum zu kochen. Und just dort liegen jetzt Info-Material, Flyer, Aufkleber mit dem Laga-Logo und Beitrittserklärungen für den Förderverein Landesgartenschau aus.

Kein Dornröschenschlaf

Der Mittdreißiger ist schon früh in den Förderverein eingetreten, weil er seine Heimatstadt unbedingt unterstüzen wollte. „Mein Herz schlägt weiterhin für meine Heimatstadt, auch wenn ich schon lange hier oben wohne. Ich freue mich, dass in Kamp-Lintfort was passiert und die Stadt nicht im Dornröschenschlaf versinkt. Das fasziniert mich.“ Ob das Laga-Fieber bis in den hohen Norden greifen wird? „Keine Ahnung, aber wir haben auch viele Gäste aus NRW hier“, ist der gelernte Koch optimistisch, dass der besondere Laga-Spirit, den er am Niederrhein erlebt hat und auch bei sich selbst spürt, ebenso bei anderen zündet.

Anlässlich einer Familienfeier besuchte das nördlichste Fördervereinsmitglied Tobias Evers jüngst seine Heimatstadt Kamp-Lintfort. Eine Einladung ins Rathaus zum persönlichen Gespräch mit dem Geschäftsführer und dem Prokuristen der LaGa GmbH, Vertretern der Stadt und des Fördervereins nahm er gerne an.

Niederrheiner von Gemüt und Dialekt

Einmal im Jahr hat der Neu-Sylter mindestens Heimweh nach seiner Heimat. „Da habe ich den Großteil meines Lebens verbracht. Hier habe ich meine Eltern, die ganze Familie. Und ich bin eben Niederrheiner, sowohl vom Gemüt als auch vom Dialekt her.“ Und die aktuellen Entwicklungen in der im Umbruch stehenden Stadt sieht er als Beweis, dass dort ein guter Nährboden für Weiteres ist.

Bodenständig war auch der Berufsstart für Tobias Evers. Gelernt hat der Kamp-Lintforter Jung ab 1996 im Casino am Park. „Das prägt, wenn man drei Jahre direkt auf die Zechenanlagen guckt. Damals herrschte da ja noch Betrieb. Viele meiner Schul-Kollegen haben auch auf dem Bergwerk West damals ihre Ausbildung gemacht.“

Nach der Lehre im Casino am Park habe er eine Zeit lang im Restaurant Kurlbaum in der Moerser Innenstadt gearbeitet. Nicht die schlechteste Adresse für einen ambitionierten Koch.

Hauptsache handgemacht

Jetzt also Sylt. Wobei er festgestellt hat, dass man auch nach elf Jahren kein richtiger Sylter wird, wenn es nach den Einheimischen geht. Seine Art zu kochen, sagt Evers, habe er beibehalten. Im Rantumer Coast gebe es nicht den klassischen Pannfisch oder die typische Scholle. Er verwende gerne regionale Produkte wie Nordseefisch und Sylter Lamm. Und er lege Wert auf Handarbeit. „Bei uns sind die Pasta und Ravioli handgemacht, selbst die Burgerbrötchen backe ich selbst.“ Sein Motto: „Hauptsache nicht 08-15.“

So wie eben seine Heimatstadt Kamp-Lintfort derzeit auch nicht 08-15 ist.

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