Moers Festival

Moers Festival startet mit einem kontrastreichen Auftakt

Legende Peter Brötzmann, geistiger Vater des Festivals am Freitag 18.05.2018  im Schlosshof in Moers. Moers Festival 2018 .

Legende Peter Brötzmann, geistiger Vater des Festivals am Freitag 18.05.2018 im Schlosshof in Moers. Moers Festival 2018 .

Moers.   Die Spiele sind eröffnet: Das Moers Festival verneigt sich am Freitag vor den Anfängen in den Siebzigern und spannt doch neue und weite Bögen.

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Der erste Ton des Moers Festival am Freitag war ein Misston. Das Schlagzeug der Band Talibam! Hard Vibe war übersteuert. Die Technik hatte das Problem aber ganz fix im Griff. Das sollte der einzige musikalische Misston des Abends bleiben.

Um 16.59 Uhr sollte das Konzert der Amerikaner beginnen, aber an diese krummen Zeiten des Programmhefts glaubt sowieso keiner. Zehn Minuten

später war es schließlich soweit. „Das holen wir wieder rein. Die Jungs spielen jetzt ein bisschen schneller“, kündigte Tim Isfort zur Begrüßung und Eröffnung des Hallenprogramms an. Und tatsächlich hätte man meinen können, dass das Quartett es eilig hat. Sie holten mit krassen Saxophon-Klängen und wildem Schlagzeug über Elektro-Sound alte Festival-Klänge hinüber ins Heute.

Ein Auftakt nach Maß. Denn Isfort scheint sich mit diesem Festival vor den Machern des Anfangs verneigen zu wollen. Back to the Bretterzaun, sozusagen, der auch die Bühne in der Festivalhalle ziert, hinter Omas Stehlampe. In den Siebzigern sollte er Festivalbesucher ohne Eintrittskarte fernhalten. Nicht wenige – wir erinnern uns – haben das nicht als Hindernis gesehen. Bretter sind – bunt angemalt – auch in der ganzen Stadt und am Festivalgelände zu finden, Fotoleinwände an der Halle von Festivals der frühen Jahre – mal mit mal ohne Regen – erlauben ebenso einen Blick zurück zu den Wurzeln wie der Auftritt von Peter Brötzmann im Schlosshof am Freitag (siehe unten).

Dass Isfort aber das Festival viel breiter fasst, wurde mit Efterklang und B.O.X deutlich. Mittelalter trifft Computersound, oder wie der Moderator

ankündigte: „Dänisches Softeis trifft belgische Waffel“. Nach den lautstarken Auseinandersetzungen von Sax gegen den Rest in den Konzerten zuvor war das sanfte Schmusemusik, geprägt durch den dänischen Gesang von Casper Clausen. Berührend der Moment, als das Vokalensemble NRW die ungewohnte Kombi zwischen digital und analog mit mehrstimmigem Gesang bereicherte.

Die Blockflöte ist ein schwieriges Instrument für Jazzer-Ohren. Dass Improviser Josephine Bode mit Ethan Iverson und Dodo Kis, einer zweiten Flötistin, das Publikum dennoch jubeln ließ, spricht für sich. Klassisch im Aufbau glitt das Trio immer wieder geschmeidig ins Improvisierte, um auf wundersame Art und Weise nahtlos wieder zu alten Harmonien zu finden.

Mit großer Besetzung setzte schließlich Nate Wooley’s Seven Storey Mountain später ein improvisatorisches Ausrufezeichen.

Weitere Berichte zum Moers Festival finden Sie hier:

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