Fotografie

Schemmann zeigt „Ureinwohner*innen“des Moerser Wallzentrums

Fotograf Frank Schemmann stellt die „Ureinwohner*innen“ des Wallzentrums in Moers aus.

Fotograf Frank Schemmann stellt die „Ureinwohner*innen“ des Wallzentrums in Moers aus.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Moers.  Der Fotograf Frank Schemmann zeigt seine Bilder von 25 „Ureinwohner*innen“ des Wallzentrums in Moers. Weitere Aktionen sind in dem Haus geplant.

Sie lächeln, blicken ernst oder schauen interessiert: 25 Menschen, die im Wallzentrum arbeiten, wohnen oder Eigentümer sind, eben „Ureinwohner*innen“, zeigt Fotograf Frank Schemmann jetzt als Ergebnis eines ungewöhnlichen Projektes im Café Z. Die Porträts entstanden im Rahmen der Aktionen rund um „Das W – Zentrum für urbanes Zusammenleben“ unter Federführung des Schlosstheaters.

Die Porträtfotografie ist ein Thema, das dem Fotografen aus Moers, der in Düsseldorf und Berlin arbeitet, sehr am Herzen liegt, wie er selbst bekundet. „Es gibt mir sehr viel Karma“, sagt er. Die Neugierde auf Menschen treibe ihn dabei an. „Das Arbeiten hat auch viel mit Vertrauen und Mut zu tun, die mir der Porträtierte entgegen bringen muss.“

Im Vorfeld der Aktion rührte Schemmann die Werbetrommel fürs Fotoprojekt. Dann meldeten sich die 25, die auch froh gewesen seien, einmal ins Blickfeld zum Thema Wallzentrum gerückt zu werden. Er lasse die Leute sich vor der Kamera gern entwickeln, sagt der Fotograf zu seiner Vorgehensweise. Zunächst seien die Menschen oft etwas scheu angesichts seiner professionellen Studio-Ausrüstung wie dem Riesenschirm. Doch dann entstünden etwa 30, 40 gute Bilder. „Am Ende haben wir beide etwas erarbeitet.“

Bald gibt es auch Interviews und Videos mit den Fotografierten

Und: Zu den Bildern gibt es demnächst kleine Interviews und Videos, die Schemmann mit den Porträtierten machte. Auch Intendant Ulrich Greb freut sich über die Fotoserie zum Start des Café Z: „Schemmann hat einen ganz persönlichen Blick, der tiefer geht. Was man den Bildern ansieht“, meint er.

Tatsächlich seien es ältere Menschen auf den Bildern, räumt Projektleiterin Dr. Judith Schäfer ein. „Das Wallzentrum wird aber auch von jungen Menschen besucht. Beispielsweise liegt uns gegenüber gleich die Kunstschule, die viele Kinder besuchen.“ Und sie freue sich zudem auf eine weitere Aktion anlässlich der Eröffnungsveranstaltung: „Am kommenden Mittwoch wird auch Patrick Dollas als Dr. Donas, Leiter des Instituts für Angewandtes Träumen, hier sein“, schildert sie. Er rufe die Gäste auf, Kassetten mitzubringen, sie gemeinsam zu hören und mit ihm über Erinnerungen zu sprechen und so „Teil der musikalischen Erinnerungsmaschine zu werden“.

Bis zum Eröffnungstag soll im Café Z noch alles richtig auf Hochglanz poliert werden, wie Judith Schäfer bekundet. Das Wallzentrum stammt aus dem Jahr 1975 und verzeichnet inzwischen manche Leerstände. Um dem entgegenzuwirken und neues Leben in die Mauern zu holen, fördert das Land das Projekt „Das W“ unter Regie des Schlosstheaters drei Jahre lang.

„Es sollen noch viele Projekte und Aktionen hier stattfinden“, lädt Dr. Judith Schäfer die Bürger zum Mitmachen ein. Man suche derzeit auch noch weitere Partner. Projekte und Partner könnten künstlerisch ausgerichtet sein, aber auch sozialen Charakter haben.

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