Die Entscheidung fiel zwar per Losentscheidung und der Preis ist undotiert, Sven Piayda freut sich aber trotzdem über die Siegertrophäe des dritten Duisburger Kurzfilm-Kurzfestival Lisaluna. Es handelt sich um eine Fliege und sie stammt aus dem Trickfilm „Urwald“, der beim ersten Festival lief. Auch Jury-Entscheidungen sind nicht immer objektiv, aber Piayda hatte den Eindruck, dass sein Film bei den Kollegen und dem Publikum gut angekommen sei.

Neben dem 41-Jährigen, der 2016 mit dem Förderpreis des Ruhrpreises ausgezeichnet wurde, hatte mit Barbara Deblitz eine zweite Mülheimer Künstlerin an dem Festival teilgenommen, die sich von den 16 Teilnehmern mit dem kürzesten, nur 18 Sekunden Beitrag („Pop-Up live“) abhob. Piayda schwärmt von der tollen, familiären Atmosphäre des Festivals, das ganz unprätentiös in einem nur 20 Quadratmeter großen Raum im Keller der Sankt Joseph Kirche direkt am Dellplatz lief, wo es mit dem Filmforum auch ein festivaltaugliches Kino gibt.

Foto, Video und Sound sind Piaydas Metier

Als Filmemacher ist der in Gelsenkirchen geborene Piayda, der seit einigen Jahren in Mülheim lebt, bislang noch nicht hervorgetreten. Aber Foto, Video und Sound sind sein Metier. Mit diesen Elementen kreiert er Installationen, für die lange Kameraeinstellungen kennzeichnend sind. Auch bei der Jahresausstellung in der Alten Post waren sie zu sehen. Er hatte schon immer vor, sie zusammenzuschneiden, um eine größere Aussage zu erlangen. Thematisch passten einige Installationen, drei, vier Szenen habe er für den siebeneinhalb Minuten langen Film nachproduzieren müssen. Es geht in „Never is a longtime“ um die Eroberung des Weltraums durch den Menschen, um die Suche nach neuen Wirklichkeiten und wie dieses Vordringen in neue Dimensionen inszeniert wird.

Unterlegt hat Sven Piayda die Bilder mit einem Cello-Stück des italienischen Barock-Komponisten Antonio Montanari und dem „Rauschen der Saturnringe“. Es ist Material der Nasa von Schwingungen einer Voyager-Mission, die er in Sound verwandelt hat. Auch das Barock-Stück hat er elektronisch so stark bearbeitet, dass es kaum noch erkennbar ist und an den Klang einer Orgel erinnert.