Manager am Krankenbett

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

MEDIZIN. Die Krankenpflegeschule am St. Marien-Hospital wird 80. Manches hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert.

Wenn man an den typischen Besucher einer Fachhochschule für Ökonomie und Mangement denkt, kommt einem nicht unbedingt eine Krankenschwester in den Sinn. Doch ab März nächsten Jahres werden die Krankenschwestern und- pfleger in spe, die am St. Marien-Hospital ihre Ausbildung machen, tatsächlich parallel an der FOM in Essen studieren können.

"Im Moment sind wir noch in der Übergangsphase. Aber unser Ziel ist, dass nach einem fünfjährigen Studium, das neben der Arbeit absolviert wird, ein spezieller Abschluss steht. Die Absolventen sollen dann später eine Station leiten", erklärt Jürgen Ohms, der beim St. Marien-Hospital für die Ausbildung zuständig ist. Dieses Beispiel zeigt, dass sich in den 80 Jahren, die die Krankenpflegeschule des Marien-Hospitals mittlerweile besteht, viel verändert hat.

Ein anderes Beispiel ist Ohms selbst. Bis Ende letzten Jahres war er Leiter der Schule, nun lautet seine Bezeichnung anders: Er steht der Contilia-Akademie vor. Anfang 2007 schloss sich das St. Marien-Hospital mit dem Elisabeth-Krankenhaus aus Essen zur Contilia-Gruppe zusammen. Beide Häuser sind weiterhin eigenständig, in vielen Bereichen können sie aber ihre Kräfte bündeln. Eben auch in der Aus- und Fortbildung.

So stellt die Krankenpflegeschule, die weiterhin ihren Sitz im St. Marien-Hospital hat, einen wichtigen Zweig der neuen Akademie dar. Außerdem wird hier ein umfangreiches Fortbildungsprogramm angeboten, das sich sowohl an eigene Mitarbeiter als auch an Interessenten von außen richtet.

"Die Pflegerin muss menschenfreundlich sein und ein mitfühlendes Herz für die Leiden anderer besitzen. (...) Im Verkehr mit Kranken ist weder laute Unterhaltung noch mürrische Wortkargheit angebracht. Die Kranken sind individuell sehr verschieden", heißt es schon in einer Vorschrift für Schwesternschülerinnen aus den 20er Jahren. Und im Grundsatz hat sich auch bis heute nichts geändert.

Es ist nur etwas dazu gekommen. "Im Mittelpunkt steht natürlich immer noch, den Menschen helfen zu wollen", betont Ohms. Aber auf der Station werden auch andere Aspekte immer wichtiger: "Die Kommunikation mit den Ärzten und Patienten muss stimmen. Außerdem müssen auch wirtschaftliche Fragen behandelt werden. Es sind Managementfähigkeiten gefragt", erläutert er.

Und schließlich hat sich noch etwas geändert: Es gibt nicht nur Schwestern, sondern auch Pfleger, die immerhin rund 20 Prozent jedes Jahrgangs stellen.

Manche Dinge bleiben jedoch immer gleich - und das ist auch gut so. Den Absolventen wird immer noch am Ende ihrer Ausbildung von der Schwester Oberin Ingeborg eine Brosche angesteckt. "Das stärkt das Selbstbewusstsein", ist sich Ohms sicher.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben