Das Zollchaos von Donald Trump in den USA verunsichert Unternehmen weltweit – darunter auch die globale Logistikbranche. Viele Postgesellschaften beschränkten zuletzt ihre Lieferungen in und aus den Vereinigten Staaten, so auch die Deutsche Post DHL. „Momentan gibt es Einschränkungen für alle Geschäftskunden sowie für Privatkunden, die auf dem postalischen Weg Pakete verschicken wollen, deren Inhalt mehr als 100 US-Dollar wert ist“, erklärte Nikola Hagleitner, DHL-Vorständin und Chefin für die deutsche Post- und Paketsparte im Gespräch mit dieser Redaktion. „Wir haben das nicht eingestellt, weil wir das nicht mehr können, sondern, weil es zu wenig Details gab, wie die Prozesse laufen sollen. Es war zum Beispiel unklar, wie das alles berechnet und abgewickelt werden soll.“

Das aber ändere sich aktuell, es gebe mehr Informationen aus den USA, teilte die DHL-Vorständin mit – verbunden mit einer Ankündigung: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen zu dem gewohnten Service zurückkehren können.“ 

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Privatkunden hatten zuletzt immerhin noch den Vorteil, dass sie Pakete im Warenwert von unter 100 US-Dollar (rund 85 Euro) in die USA senden konnten, wenn sie diese als Geschenk deklariert hatten. Wird dieser Wert aber überschritten, wird es – ebenso wie für kommerzielle Kunden – teuer: Zwar kann man nach wie vor Pakete in die USA senden, dann aber mit dem DHL-Express-Versand. Auf diese Art des Versandes fallen Zölle an, die bisherige Zollfreigrenze, die bei 800 Dollar lag, gilt nicht mehr. Mindestens 15 Prozent Zollaufschlag kommen nun also hinzu, bei bestimmten Waren auch noch mehr.

Außerdem ist der Express-Versand an sich schon kostspielig. Für ein 5-Kilo-Päckchen aus Deutschland in die USA werden etwa in der Filiale 102,5 Euro fällig, bei Onlinebuchung sind es acht Euro weniger.

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Die Einschränkungen blieben nicht folgenlos. Wie der Weltpostverein (WPV) Anfang September mitgeteilt hatte, ist nach dem Inkrafttreten der neuen Regeln die Zahl der Sendungen in die USA bei 88 Postdienstleistern aus aller Welt um 81 Prozent zurückgegangen.

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Frachtflugzeuge von DHL werden nachts auf dem Flughafen Leipzig/Halle entladen. Der Warenverkehr in die USA ist stark eingebrochen.© picture alliance/dpa | Jan Woitas

Nun gibt es also Hoffnung auf eine Normalisierung. Doch was heißt schon normal in Zeiten von Donald Trump? Von der Wankelmütigkeit des US-Präsidenten will sich DHL-Vorständin Hagleitner nicht beeindrucken lassen. Zwar sei es gut, wenn man Vorlauf habe. „Aber wir sind agil und flexibel genug, um jederzeit reagieren zu können.“ Und: „Bei jeder Einschränkung, die es gibt, geht woanders eine Tür auf und neuen Möglichkeiten ergeben sich. Das ist also nichts, was unser Geschäft langfristig verhindert.“