Auf sein Bauchgefühl kann sich ein SPD-Mitglied verlassen. Kurz nach 18 Uhr sagte es am Sonntag zu Simon Panke, sein Bauchgefühl sage ihm, er werde der nächste Dinslakener Bürgermeister. Gut eine Stunde später war es dann amtlich. Im Ratssaal wurde das Endergebnis der Stichwahl um das Bürgermeisteramt verkündet. Der SPD-Kandidat hatte sich klar gegen Dominik Bulinski von der CDU durchgesetzt. Am 1. November beginnt die Amtszeit des 39-jährigen Dinslakeners.

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Von Anfang an hat Simon Panke einen deutlichen Vorsprung gegenüber Dominik Bulinski. Mit einem Sieg des SPD-Kandidaten haben viele gerechnet, aber nicht mit einem so klaren Ergebnis. Panke bekommt 73 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung liegt bei 38,51 Prozent. Und damit haben sich weniger Wähler beteiligt als vor 14 Tagen: Da lag die Wahlbeteiligung bei 57,93 Prozent.

Aber was wird nun vom Wahlsieger erwartet und wie wird er die Wochen bis zum „Dienstantritt“ nutzen? Er müsse sich um vieles kümmern, das stehe fest, meint ein Besucher der öffentlichen Ergebnispräsentation im Rathaus. Den Erfolg von Panke bringen viele in Zusammenhang mit seiner Kampagne, die einen Neustart für Dinslaken versprach. Das habe gezogen. Und als Bürgermeister müsse er mit den gewählten Ratsmitgliedern sowie den Beschäftigten der Verwaltung in den Austausch gehen. Einen Neustart, das traue man ihm zu, hieß es Sonntagabend im Ratssaal.

Der Wahlsieger hat es geschafft, jüngere Wähler für sich zu gewinnen

Aus Sicht von Volker Grans habe es die SPD geschafft, ihre Wähler zu mobilisieren. Mit dem so klaren Ergebnis habe er aber nicht gerechnet. Eine Stichwahl sei wie ein Elfmeterschießen, es könne in beide Richtungen gehen. Was dem Wahlsieger offenbar gelungen ist, ist es, jüngere Wähler anzusprechen, so Grans, der wieder in den Rat gewählt wurde. Von klaren Verhältnissen im Rat spricht Joachim Kurda, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Im Gegensatz zur SPD habe man die eigenen Wähler nicht mobilisieren können. Dabei habe Dominik Bulinski in den Wochen vor der Stichwahl alles gegeben. Auch nach dem ersten Durchgang habe er die Hoffnung nicht aufgegeben. Allerdings gab es am Ende einen deutlichen Sieg von Simon Panke.

Am Ende sitzen wir da mit vielen Leuten in diesem Rat und die meisten Leute haben ein großes Interesse, dass es der Stadt gut geht.

Simon Panke, der die Stichwahl gewonnen hat

Der muss sich trotzdem noch gedulden. Denn seine Amtszeit beginnt erst in ein paar Wochen. „Ich sitze zurzeit auf der Reservebank und warte darauf, dass der 1. November kommt und ich eingewechselt werde“, beschreibt er die Situation. Die Zeit bis dahin werde er nutzen, um Gespräche zu führen. Es gehe darum, die konstituierende Sitzung vorzubereiten. Schließlich werde dabei festgelegt, welche Ausschüsse es geben wird, wie groß sie sein werden. „Das wird eine sehr wichtige und sehr prägende Phase sein“, fügt Simon Panke hinzu.

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Im neuen Rat kann er auf eine SPD-Fraktion mit 20 Mitgliedern bauen. Gemeinsam mit den 13 Mitgliedern der CDU hätte beide Fraktionen eine Mehrheit. Simon Panke spricht aber davon, dass man zum Glück nicht mehr die Situation hat, dass der Rat zersplittert sei. „Wir haben wieder klarere Verhältnisse im Rat und ich glaube, das ist erst einmal gut.“ Ihm gehe es aber nicht darum, diese Mehrheit zu nutzen, nur weil sie vorhanden sei. Er wolle viel mehr Kompromisse und einmütige Entscheidungen herbeiführen, als es in der Vergangenheit der Fall gewesen sei. 

Diesen politischen Posten gibt Simon Panke bald auf

Für ihn sei wichtig, eine andere Stimmung in den Rat hineinzubekommen, dafür zu sorgen, dass sich möglichst viele Fraktionen und Gruppen mitgenommen fühlen. „Am Ende sitzen wir da mit vielen Leuten in diesem Rat und die meisten Leute haben ein großes Interesse, dass es der Stadt gut geht.“ In der Vergangenheit hätte sich ein guter Teil des Rates einfach ausgeschlossen gefühlt, sei bei vielen Dingen auch überrumpelt worden, weil viele Entscheidungen kurzfristig präsentiert und dann schnell abgestimmt worden ist. „Das soll so nicht mehr sein. Ich glaube, das ist sehr wichtig“, beschreibt Panke, was ihm als Bürgermeister wichtig ist.

Mit Blick auf den Wahlkampf stellt er fest: „Ich habe noch nie in über zwei Jahrzehnten politischer Arbeit einen Wahlkampf erlebt, in dem die Stimmung so positiv war.“ Das habe sich auch auf die Wahlkämpfer übertragen, das habe aus seiner Sicht dazu geführt, dass er persönlich, aber auch die SPD gute Ergebnisse einfahren konnten.

Der Wahlsieg bringt es mit sich, dass Simon Panke bald einen politischen Posten aufgibt: Er wird nicht länger Co-Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes bleiben. Und anstelle von ihm, der ein Direktmandat für den Rat geholt hatte, rückt Susanne Gülzau nach.