Mit einer flammenden Rede hat sich Sascha H. Wagner aus Dinslaken, seit der Bundestagswahl im vergangenen Jahr Abgeordneter für die Linke in Berlin, im Bundestag für den Wolf eingesetzt. Bei der Debatte im Reichstagsgebäude in Berlin ging es darum, ob der Wolf ins Bundesjagdgesetz aufgenommen werden soll. Der entsprechende Gesetzentwurf, den das Kabinett bereits verabschiedet hat, wurde möglich, weil Wölfe auf EU-Ebene nicht mehr als „streng geschützt“, sondern nur noch als „geschützt“ eingestuft werden. Wagner hat seine Rede in Auszügen auch auf seinen Kanälen in sozialen Medien veröffentlicht – mit leisem Wolfsgeheul unterlegt.

Wolf erfülle wichtige Aufgabe im Ökosystem

„Der Wolf ist kein Neubürger in unseren Wäldern, sondern ein ursprünglicher Teil unserer heimischen Natur, der lange vor uns hier lebte und den wir Menschen beinahe vollständig ausgerottet hätten“, so Sascha H. Wagner. Dass die Tiere heute wieder in Deutschland vorkommen, sei „kein Problem, sondern ein Erfolg des Naturschutzes und ein Zeichen dafür, dass wir Verantwortung für unsere Umwelt übernehmen können“.

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Der Wolf erfülle eine wichtige Aufgabe im Ökosystem, indem er Wildbestände reguliere und so zu „gesünderen Wäldern“ beitrage, erklärte Wagner außerdem: „Wer den Schutz des Waldes ernst meint, muss auch den Schutz seiner natürlichen Akteure ernst nehmen“, so der Dinslakener.

Daraus aber eine generelle Abschussforderung abzuleiten, wäre ungefähr so logisch, als würde man einem Fuchs den Jagdschein entziehen, weil er Hühner mag.

Sascha H. Wagner zu den Nutztierrissen durch Wölfe

Im Wolfsgebiet Schermbeck im Kreis Wesel (jetzt Förderkulisse Westmünsterland) hat vor allem die seit längerer Zeit verschollene Wölfin Gloria zahlreiche Schafe gerissen und dabei auch Hindernisse überwunden. Natürlich jage der Wolf Nutztiere, meinte Sascha H. Wagner im Bundestag, das „Jagen liegt in seiner Natur. Daraus aber eine generelle Abschussforderung abzuleiten, wäre ungefähr so logisch, als würde man einem Fuchs den Jagdschein entziehen, weil er Hühner mag“.

Wagner fordert mehr Unterstützung für Weidetierhalter

Die Sorgen der Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter seien „real und verdienen Unterstützung“, so der Dinslakener Bundestagsabgeordnete: „Doch die Antwort darauf darf nicht die Flinte sein.“ Stattdessen bedürfe es eines besseren Herdenschutzes, finanzieller Entschädigungen und präventiver Maßnahmen, die nachweislich wirken.

Sascha H. Wagner ist Spitzenkandidat der Linkspartei in NRW
Sascha H. Wagner aus Dinslaken ist seit 2025 Bundestagsabgeordneter. © Die Linke | Die Linke

Schon im Jahr 2020 seien Abschüsse erleichtert worden. „Genau hier sehen wir eine gefährliche Entwicklung“, erklärte Wagner. Denn jedes weitere Aufweichen des Schutzes bringe den Wolf „erneut in eine Lage, aus der wir ihn eigentlich befreien wollten“. Die Streichung des Paragrafen 45a des Bundesnaturschutzgesetzes, der den besonderen Status des Wolfes festhält, werde „als Verwaltungsvereinfachung verkauft“. Tatsächlich aber „verlieren wir damit ein eigenständiges, differenziertes Instrument des Artenschutzes“.

Die Angst vor dem Wolf sei wissenschaftlich nicht begründbar

Der Wolf stelle für den Menschen aber keine Gefahr dar, so Sascha H. Wagner. Die Angst vor dem Wolf sei wissenschaftlich nicht begründbar und werde „dennoch immer wieder politisch von den Wölfen im Schafspelz instrumentalisiert“. Eine generelle Jagderlaubnis würde seiner Meinung nach nicht nur den Wolf gefährden, sondern auch das ökologische Gleichgewicht der Wälder destabilisieren. „Artenschutz ist keine Ideologie, sondern Vernunft. Wer aus der Geschichte gelernt hat, schützt den Wolf und versucht nicht, ein ökologisches Gleichgewicht mit Gewehrläufen zu regeln“, so Wagner. Abgesehen davon müssten die finanziellen Hauptlasten des Gesetzentwurfes erneut Länder und Kommunen aufbringen.

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So geht es weiter

Beschlossen hat der Bundestag bei der ersten Debatte über den Gesetzentwurf noch nichts. Das Thema wurde nun an den Fachausschuss überwiesen. „Wir gehen bisher davon aus, dass es zeitnah im Februar zur zweiten Lesung kommt, letztlich entscheidet aber die Regierung“, so Wagner.

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