Etwa eineinhalb Wochen nach dem tödlichen Unfall in Dinslaken macht eine Online-Petition Druck auf die Politik und die Verwaltung. Die Initiatorin fordert das Anlegen von Schulstraßen, wie es sie in einigen NRW-Städten bereits gibt. Die Hol- und Bringzonen dürfen seit Kurzem kommunal eingeführt werden und sollen die Straßen vor Schulen sicherer machen. Die Petition hat bereits über 700 Online-Unterschriften gesammelt.

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An der Hagenstraße erinnert noch immer ein Meer aus Kerzen, Blumen und Kuscheltieren an die Tragödie Ende Mai. Zwei zwölf Jahre alte Jungen aus Duisburg wurden auf dem Schulweg von einer 47-jährigen Autofahrerin erfasst. Sie starben noch am selben Tag im Krankenhaus. Ein dritter gleichaltriger Junge wurde leicht verletzt. Gegen die Autofahrerin laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung. Nach ersten Erkenntnissen hatte sie einen 16-sekündigen Herzstillstand. Sie wurde ebenfalls schwer verletzt und befindet sich in einer Klinik.
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Nach Unfall: Bürgermeister Panke wendet sich an Öffentlichkeit
Vergangene Woche hatte sich Bürgermeister Simon Panke an die Öffentlichkeit gewandt und um Geduld gebeten. Die Verwaltung hätten viele Vorschläge und Ideen erreicht, um die Verkehrssituation an der Hagenstraße zu verbessern. Zunächst sollen die Ergebnisse der Unfallkommission abgewartet werden, dann soll ein interner Workshop Fachleute an einen Tisch bringen. Damit die Lösung tragfähig sei, müsse aber auch ein „kühler Kopf“ bewahrt werden, erklärte der SPD-Politiker in seiner Videobotschaft.
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Die Unterzeichner fordern indessen mehr Tempo. „Wir dürfen nicht warten, bis aus den gefährlichen Situationen weitere Unfälle entstehen. Deshalb fordern wir schnelles, proaktives Handeln der Stadtverwaltung und der Politik“, heißt es darin. Die Initiatorin weist in ihrem Begründungsschreiben darauf hin, dass Ermittlungen auf einen medizinischen Notfall hindeuten, die „Kernbotschaft bleibt aber unumstößlich: Das tägliche Zusammentreffen von einer sehr großen Anzahl an Autos und Schulkindern zu den Stoßzeiten birgt ein permanentes, unkalkulierbares Risiko. Unübersichtliche Situationen gehören vor fast allen Dinslakener Schulen zum Alltag.“
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Insbesondere auf der Hagenstraße ballt sich der Verkehr in den Morgenstunden, wenn Kinder und Eltern zu zwei Schulen und zwei Kitas pendeln. Die Petition zielt aber auf die generelle Situation vor Schulen ab. Der Unfall habe vor Augen geführt, wie begründet die Sorge von Kindern und Eltern sei. „Diese unfassbare Tragödie macht auf schmerzhafteste Weise deutlich, wie verletzlich unsere Kinder auf dem täglichen Weg zur Schule tatsächlich sind.“
Schulstraßen: Pilotprojekt in Essen
Die Petition hat ein konkretes Ziel: „Wir fordern den Rat, den Bürgermeister und die Verwaltung der Stadt Dinslaken auf: umgehend Schulstraßen (gemäß NRW-Erlass) an den Dinslakener Schulen einrichten.“ Die Landespolitik hatte dafür die Weichen gestellt. In Essen wurden im Frühjahr weitere Schulstraßen eingerichtet. Dabei werden die Auswirkungen geprüft. Rund eine Stunde vor dem Schulbeginn wird die Straße vor den Schulen für den Verkehr gesperrt. Anwohner dürfen weiterhin passieren.









