Am frühen Samstagmorgen (21. Juni) herrschte in Düsseldorf-Oberbilk der Ausnahmezustand. Wenige Minuten nach dem Abpfiff der WM-Partie zwischen Marokko und Schottland strömten zahlreiche Menschen auf die Straße, um den knappen 1:0-Sieg der marokkanischen Nationalmannschaft ausgiebig zu bejubeln. An der Kölner Straße und am Oberbilker Markt bildeten sich bereits wenige Minuten nach Spielende um kurz vor 2 Uhr morgens die ersten Autokorsos, das Epizentrum der Party befand sich jedoch rund um die Ellerstraße/Ecke Linienstraße.

Im sogenannten Maghreb-Viertel machten viele Menschen aus der marokkanischen Community die Nacht zum Tag und verwandelten die umliegenden Straßen in eine einzige Partyzone. Zahlreiche Personen tanzten und sangen mit der Marokko-Fahne in der Hand auf der Fahrbahn, viele Schaulustige schauten sich die Feierlichkeiten vom Gehweg aus an. Vereinzelt wurde dabei immer wieder Pyrotechnik wie Bengalos und Böller gezündet. Immer wieder war „Vive le Maroc“ von der euphorisierten Menge zu hören. Die Düsseldorfer Polizei war wie in der vergangenen Woche mit mehreren Kräften vor Ort im Einsatz, die Stimmung blieb dabei friedlich.

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Zudem staute sich der Verkehr entlang der Ellerstraße von der Willi-Becker-Allee bis zur Ecke Kruppstraße. Viele Marokko-Fans fuhren mit ihren Autos in das Viertel und feierten den wichtigen Sieg ihrer Nationalmannschaft mit zahlreichen Hubkonzerten auch noch lange nach dem Abpfiff. Darunter befanden sich auch viele Menschen aus dem direkten Umland, denn nicht nur Fahrzeuge mit Düsseldorfer Kennzeichen waren bis in die frühen Morgenstunden in Oberbilk unterwegs.

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In der Nacht auf Freitag könnte es die nächste Party in Düsseldorf-Oberbilk geben

Im marokkanischen Viertel herrschte direkt nach Spielschluss jedenfalls eine ausgelassene Stimmung. So wie bei Halima, die die Feierlichkeiten an der Ellerstraße/Ecke Linienstraße aber aus sicherer Entfernung beobachtete. „Ich freue mich sehr, dass Marokko gewonnen hat. Unglaublich, wie viele Menschen hier in der Nacht auf der Straße sind, um den Sieg zu feiern“, so die 26-Jährige. Dennoch hielt sie Abstand von der feiernden Menge und schaute sich das Treiben vom Bürgersteig aus an. „Gegen Autokorsos, Hubkonzerte und Feuerwerk habe ich nichts. Aber Böller müssen nicht unbedingt geschmissen werden. Deswegen stehe ich lieber etwas weiter weg.“

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Dies findet auch Sofian. Der 23-Jährige ist Anwohner im Maghreb-Viertel und leidenschaftlicher Fan der marokkanischen Nationalmannschaft. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff ging es für ihn auf die Straße, um gemeinsam mit den über 500 Menschen den Erfolg über Schottland zu feiern. Dass dabei aus der Menge vereinzelt aber immer wieder Böller gezündet wurden, störte ihn. „Das muss nicht sein. Hier sind ja auch Jugendliche unterwegs, es kann gefährlich werden. Außerdem stört es die Anwohner und weckt kleine Kinder auf.“ Trotzdem überwog die Freude bei ihm, denn durch den Sieg hat Marokko den Einzug in die KO-Runde bei dieser Fußball-WM so gut wie sicher. „Es war sehr wichtig, dass wir gewonnen haben. Wir sind sehr wahrscheinlich eine Runde weiter. Das macht uns sehr stolz.“

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Am kommenden Donnerstag (25. Juni) geht es um Mitternacht für Marokko bei der WM gegen Haiti weiter. Der Afrika-Cup-Sieger ist dann Favorit und kann den Einzug in die KO-Runde endgültig perfekt machen. Vielleicht ist dann ja sogar ein ähnlicher Turnierverlauf möglich, wie bei der Fußball-WM 2022 in Katar, als es für Marokko bis ins Halbfinale ging und es am Ende für den sensationellen vierten Platz reichte. Darauf hofft Sofian jedenfalls. „Vor vier Jahren haben wir eine sehr gute WM gespielt. Vielleicht passiert das dieses Jahr wieder. Alles ist möglich.“ Sollte Marokko Donnerstagnacht gewinnen, dürfte anschließend erneut Partystimmung in Oberbilk herrschen. Und vielleicht ja auch noch während der KO-Phase dieser Fußball-Weltmeisterschaft.