Es kommt nicht allzu häufig vor, dass die Veranstalter der Düsseldorfer Rheinkirmes bei der Schlussbilanz nichts, aber auch wirklich gar nichts am Wetter auszusetzen haben. Es war weder zu warm, noch zu kalt, es hat nicht geregnet, es gab keinen Sturm, kein Gewitter, und überhaupt sind sich auf dem Podium der Pressekonferenz im ersten Jahr nach dem Feuerwerksunglück 2025 alle einig, dass hier auf den Rheinwiesen an diesem Sonntag, 26. Juli, ein friedliches und erfolgreiches Familienfest ausklingt.

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„Gerade in diesen bewegten Zeiten, die uns nicht zuletzt über die Nachrichten jeden Tag erreichen, ist es von besonderer Bedeutung, einmal an etwas anderes denken zu können, mit der Familie oder den Freunden zusammen fröhlich zu sein“, so beschreibt Andreas-Paul Stieber, der Chef der St. Sebastianus Schützen, die Bedeutung des Brauchtums der Rheinkirmes.

Im Vorfeld der Kirmes hatte das Thema Lärm für Debatten gesorgt und auch den Beschwerde-Ausschuss der Stadt beschäftigt. Anwohner aus Oberkassel hatten gefordert, dass die Kirmes nicht mehr so lange öffnen darf, und sich darüber beschwert, dass die Schausteller im vergangenen Jahr mehrfach gegen Auflagen verstoßen hätten.

Rheinkirmes 2026: mehr Lärm-Messungen in Oberkassel

Die Kirmesbetreiber reagierten darauf: „Wir haben an allen Kirmestagen mehrmals täglich Hörschallmessungen auf dem Kaiser-Wilhelm-Ring durchgeführt.“ Man habe extra eine WhatsApp-Gruppe mit den mehr als 300 Schaustellern eingerichtet, in der es Mitteilungen gab, wenn der Grenzwert überschritten wurde: „Man konnte hören, wie der Platz dann innerhalb von fünf Minuten leiser wurde“, loben die Veranstalter diese Neuerung. Unterm Strich, das bestätigt das Ordnungsamt, habe es nur wenige kleinere Verstöße in Sachen Lärm gegeben.

Die „5200 Maßnahmen“, die das Ordnungsamt bei der Verkehrsüberwachung nennt, klingen da schon imposanter, aber auch das sei alles noch im Rahmen gewesen. Etwas mehr Knöllchen für Falschparker gab es, und insgesamt 381 Fahrzeuge wurden abgeschleppt.

Wenn der Rest der Welt so wäre, wie die Rheinkirmes, dann hätten wir keine Probleme. 

Polizei Düsseldorf bei der Kirmes-Bilanz

Polizeidirektor Oliver Strudthoff berichtete von 69 Straftaten, die bis Samstagabend registriert wurden. 26 Körperverletzungen seien zwar etwas mehr als im Vorjahr gewesen, aber hochgerechnet auf mehr als vier Millionen Besucher sei das extrem wenig. Ansonsten wurden zwölf Kinder vermisst und wiedergefunden. Auch an den „Großkampftagen“ mit Drohnenshows und Feuerwerk ist aus Sicht der Polizei alles ruhig verlaufen. Der Polizeidirektor zitiert eine Einsatzleiterin, die nach dem Dienst auf der Kirmes Folgendes gesagt hat: „Wenn der Rest der Welt so wäre, wie die Rheinkirmes, dann hätten wir keine Probleme.“

Feuerwerk bei der Rheinkirmes
Das neue Sicherheitskonzept des Kirmesfeuerwerks 2026 wird von den Schützen als Erfolg gelobt. © dpa | Henning Kaiser

Die Einsatzkräfte des „Blaulichtdorfes“, der mobilen Feuer- und Rettungswache, zählten 70 Rettungsdiensteinsätze, zwei mehr als 2025. Der Sanitätsdienst versorgte während der Kirmestage 526 Menschen, etwa 200 weniger als im Vorjahr.

Kirmesfähre entlastet den Luegplatz

Ein positives Fazit gibt es auch von der Rheinbahn, die sich wieder augenzwinkernd als das „größte Fahrgeschäft“ der Kirmes bezeichnet. 85 Prozent der Kirmesbesucher seien mit dem ÖPNV zum Volksfest angereist. Der Einsatz der Kirmesfähre, die nach sieben Jahren Pause erstmals wieder an Bord war, habe den Luegplatz an den Tagen mit den meisten Besuchern spürbar entlastet.

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Apropos Kirmesfähre: Schon jetzt steht fest, dass sie im nächsten Jahr wieder fahren wird – dann zum ersten Mal unter der Flagge der Rheinbahn, die ihre Flotte neben Bus und Bahn um die Schiffe erweitert. In diesem Jahr war wegen des Niedrigwassers für die Fähre dann aber doch schon am Samstagabend Schluss. Für 2027 wünschen sich die Schützen etwas mehr Wasser. Im Rhein, wohlbemerkt, nicht von oben.

Rekorde gab es beim Thema Jugendschutz und beim „Wildpinkeln“: Deutlich weniger Minderjährige wurden beim Rauchen und Trinken von Alkohol erwischt (149 statt 246 im Vorjahr) und auch die Zahl der „Wildpinkler“ ging von 223 auf 146 zurück. Letztere mussten 200 Euro dafür zahlen, dass sie das Geld für die Toilette sparen wollten.

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Gelobt wurde ansonsten noch: das neue Sicherheitskonzept des Feuerwerks, die Durchfahrtskontrolle der Autos, die diesmal schon auf der Rheinkniebrücke begann, und die Verlegung der ersten Drohnenshow auf den Dienstag. Das soll, Stand jetzt, auch 2027 wieder so sein, wenn die Rheinkirmes vom 16. bis zum 25. Juli 2027 wieder nach Oberkassel lockt.