Der Schulweg ihrer Kinder ist für viele Eltern der Angstgegner schlechthin. Weil gefährliche Kreuzungen zu überwinden sind, Ampeln oder Zebrastreifen fehlen. Und weil es vorkommt, dass Kinder auf dem Weg zur Schule von Fremden angesprochen werden. Im November 2024 wurde ein Mädchen auf der Schultoilette der GGS Sternstraße in Duisburg-Walsum angegriffen.

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Im September 2025 wurde ein Kind auf dem Weg zur Grundschule Ottostraße angesprochen. Der letzte Vorfall war kurz vor Weihnachten, als eine 12-Jährige auf dem Weg zum Albert-Einstein-Gymnasium im Duisburger Westen von einem fremden Mann angesprochen wurde. Seither ermittelt die Kriminalpolizei, die betont, dass sich das Mädchen vorbildlich verhalten habe. Inzwischen wurde das Mädchen im Beisein der Erziehungsberechtigten befragt, berichtet Pressesprecherin Julia Schindler. Die Ermittlungen sowie die Spurenauswertung laufen derweil weiter.
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Angst auf Schulwegen: Viele Vorfälle stellen sich im Nachhinein als harmlos heraus
Eine Statistik führt die Polizei nicht: „Das reine Ansprechen von Kindern ist noch keine Straftat“, erklärt Schindler. Viele dieser Vorfälle entpuppen sich im Nachhinein als harmlose Begebenheiten, die nur im ersten Moment seltsam aussehen, betont die Polizei Duisburg.
Manche Vorfälle werden von den Kindern auch anders dargestellt, als sie tatsächlich stattgefunden haben. „Oft ist es so, dass Kinder tatsächlich Erlebtes mit anderen Quellen (Erzählungen/Filme, etc.) vermischen und dies dann für wahr halten. Es handelt sich also nicht um Lügen, sondern um normales kindliches Verhalten. In all diesen Fällen sprechen wir als Polizei von einer nicht konkreten Gefahr“, erklären Experten der Behörde.
Im Rahmen des aktuellen Falls hat die Abteilung Kriminalprävention/Opferschutz der Polizei ihre grundsätzlichen Handlungshilfen aktualisiert. Die Polizei möchte diese den Eltern an die Hand geben und mahnt, Kinder nicht zu ängstigen, sondern ihnen kindgerechte Verhaltenstipps mit auf den Weg zu geben.
Vorbeugung: So sollten sich Kinder auf dem Schulweg verhalten
- Nach Möglichkeit sollten Kinder mit anderen gemeinsam den Schulweg bestreiten.
- Wer immer die gleichen Wege geht, kennt sich aus und weiß, wo er im Notfall Hilfe findet.
- Die Polizei fordert Kinder auf, auch gegenüber Erwachsenen laut und deutlich zu sagen, was sie nicht wollen: „Lassen Sie mich in Ruhe!“
- Wer sich bedroht fühlt, sollte auf sich aufmerksam machen: „Schreie laut und gehe direkt zu anderen Personen, um Hilfe zu holen“, raten die Experten.
- Niemand sollte etwas von Kindern verlangen, was sie nicht möchten.
- Auch Weglaufen ist nicht feige, „schreie laut um Hilfe!“ rät die Polizei.
- Auf dem Schulweg oder auch auf anderen Wegen sollten Kinder „auf keinen Fall“ an ein Fahrzeug herantreten: „Fragen von Autofahrern können von Erwachsenen beantwortet werden.“
- In Notfällen sollten sie die Polizei anrufen. Der Notruf 110 ist auch ohne Guthaben erreichbar.
- Kinder sollten ihren Eltern oder Lehrern berichten, wenn ihnen etwas verdächtig vorgekommen ist.
- Vorausplanen: Gemeinsam mit den Eltern sollten Kinder überlegen, in welchen Geschäften oder bei welchen bekannten Adressen entlang des Schulwegs im Notfall Hilfe zu finden ist.
- Die Kinder sollten sich an Absprachen mit den Eltern halten und pünktlich sein, damit diese sich nicht unnötig Sorgen machen.
- Und schließlich raten die Experten: „Vertraue auf dein Bauchgefühl!“

Berichte verbreiten sich rasant
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Weil Eltern sehr sensibel reagieren, wenn sie von solchen Vorfällen hören, verbreiten sich die Geschichten auch schnell, losgelöst vom tatsächlichen Wahrheitsgehalt. „Problematisch daran ist, dass Kinder, Eltern und Erzieher plötzlich überall eine Gefahr befürchten und auch alltägliche Begebenheiten dann als potenzielle Gefahr eingestuft werden“, schreibt die Polizei auf ihrer Webseite. „Die Telefone bei der Polizei stehen dann nicht mehr still“, weil auch harmlose Situationen mit Gehörtem vermischt werden. So werde ein Mann, der mit Abstand hinter einem Kind hergehe, zur Gefahr, obwohl er einfach nur auf der Straße wohne und auf dem Weg nach Hause sei.
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Ein weiteres Problem ist, dass der Verbreitungsradius durch soziale Netzwerke viel größer ist als der mögliche Aktionsradius eines Verdächtigen. Die Polizei empfiehlt daher, Warnungen an andere Eltern höchstens durch persönliche Nachrichten vorzunehmen und nicht durch Messengerdienste oder Facebook und Co.
Weitere Informationen stehen auf der Webseite der Polizei Duisburg.






