Ein Video sorgt in sozialen Netzwerken für Aufregung: Darauf zu sehen ist ein Wolf, der in Duisburg entlang einer Hauptstraße tappt. Die Aufnahmen sollen aktuell sein und am Baerler Busch aufgenommen worden sein. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

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Klar ist aber: Nicht nur das Video deutet darauf hin, dass sich gerade ein Wolf an der Stadtgrenze Duisburg/Moers bewegen könnte. Denn auch den Förster im Baerler Busch haben entsprechende Hinweise erreicht.

Wolf in Duisburg? Förster erhält zwei unabhängige Hinweise

„Am Freitag hat ein Landwirt offenbar einen Wolf gesehen, und zwar an der Baggerstraße westlich des Lohheider Sees in Baerl“, sagt Yannik Werdin. Eine zweite Meldung für denselben Bereich erhielt er am Samstag, 9. Mai, diesmal von einem Jagdpächter aus der Gegend.

Der Baerler Busch im Bereich des Waldsees und der Halde Rheinpreußen: Streift hier ein Wolf umher?
Der Baerler Busch im Bereich des Waldsees und der Halde Rheinpreußen: Streift hier ein Wolf umher?© FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Das Video, das in den sozialen Medien kursiert, war ihm bis zur Anfrage dieser Redaktion nicht bekannt. Es passe aber zu den Zeugenberichten. „Das Tier, das darauf zu sehen ist, ist eindeutig ein Wolf. Da besteht kein Zweifel“, kommentiert der Förster.

Ganz genau eingrenzen kann er den Ort nicht. Er vermutet, dass das Video an der Römerstraße aufgenommen wurde. Die Hauptstraße zwischen Moers und Rheinberg führt westlich am Baerler Busch vorbei in den Bereich der Halde Rheinpreußen und des Waldsees.

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Förster gibt Tipps für eine Begegnung mit dem Wolf

Werdin ist seit knapp einem Jahr als Förster unter anderem für das Waldgebiet im Duisburger Westen zuständig. Es ist das erste Mal, dass ihm Wolfssichtungen gemeldet werden. Weder er und seine Kollegen noch Spaziergänger hätten dadurch aber einen Grund zur Sorge: „Wölfe sind scheu und in der Regel keine Gefahr für Menschen.“

Wer sich in der Gegend aufhält, solle auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen und Kinder stets im Blick behalten. „Wenn man dem Wolf begegnet, sollte man gelassen bleiben und sich ruhig entfernen“, empfiehlt Werdin.

Sie bewirtschaften und pflegen den Baerler Busch: Revierleiter Yannik Werdin (links) und Dirk Bieker, Betriebsleiter von RVR Ruhr Grün.
Sie bewirtschaften und pflegen den Baerler Busch: Revierleiter Yannik Werdin (links) und Dirk Bieker, Betriebsleiter von RVR Ruhr Grün.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Auch sein Arbeitgeber und der Eigentümer des Waldes – der Regionalverband Ruhr (RVR) – gerät trotz der Meldungen nicht in Panik. „Ein Wolf ist für uns kein Problem, sondern ein normaler Teil des Naturhaushalts“, erklärt Dirk Bieker vom RVR-Betrieb Ruhr Grün.

An anderen Stellen seien schon mehrere Kollegen auf Wölfe gestoßen, unter anderem in der Kirchheller Heide. „Folgen entstehen für uns nur, falls wir eine Beweidung in diesem Gebiet planen. Aber dann würden wir eben keine Schafe einsetzen, sondern robustere Tiere, zum Beispiel Islandpferde“, sagt der Fachbereichsleiter Ökologische Gemeinwohlleistungen.

2018 wurde ein Wolf in der Walsumer Rheinaue gesichtet.
2018 wurde ein Wolf in der Walsumer Rheinaue gesichtet.© Boris Roessler/dpa | Boris Roessler

Wolf in Duisburg? 2018 wurde ein Tier in der Walsumer Rheinaue gesichtet

Bislang ist noch nicht final geklärt, ob tatsächlich ein Wolf durch den Duisburger Wald streift. Als offiziell bestätigt gilt eine Sichtung erst, wenn das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (Lanuk) den Hinweis geprüft und als gesicherten Nachweis eingestuft hat. Dann taucht die Meldung im Portal wolf.nrw auf.

Seit 2009 dokumentiert das Landesumweltamt alle Nachweise in einer geodatenbasierten Karte. Seit dem Start der Erfassung hat es in Duisburg bislang aber nur einen einzigen bestätigten Wolfsnachweis gegeben: Eine Fotofalle hatte das Tier am 26. Februar 2018 dokumentiert. Damals lichtete eine Wildtierkamera den Wolf in der Walsumer Rheinaue ab.

Die jüngsten Meldungen im Portal stammen aus Westfalen, dem Münster- und Sauerland. Im Ruhrgebiet hatte jedoch erst vor kurzem eine Wolfssichtung für Aufsehen gesorgt. Am 3. Mai haben mehrere Zeugen ein Tier in Gelsenkirchen-Buer gesehen.

Auch aus der Nähe von Duisburg-Baerl sind vor wenigen Wochen mutmaßliche Wolf-Belege aufgetaucht. Ein Anwohner aus Rheinberg fotografierte am 21. April zwischen den Ortsteilen Millingen und Ossenberg ein Tier, das wie ein Wolf aussieht.

Wolfssichtungen sollen beim Landesamt gemeldet werden

Generell gilt: Das Landesumweltamt appelliert, mögliche Beobachtungen von Wölfen in NRW zeitnah nach der Sichtung zu melden. Auch Videomaterial und Fotos können übermittelt werden, damit das Lanuk Wolfsnachweise in Nordrhein-Westfalen dokumentieren kann.

Mögliche Hinweise auf die Tiere können per E-Mail (wolf_nrw@lanuv.nrw.de) oder telefonisch unter 02361 3050 gemeldet werden. Sofern Videomaterial vorliegt, können die Experten die Körpermerkmale, das Verhalten und auch die Haltung analysieren.