Ist ein Wolf am linken Niederrhein unterwegs? Darauf deuten zumindest Aufnahmen hin, die ein Mann laut der Rheinischen Post am Dienstagmorgen in Rheinberg gemacht hat. Der Vierbaumer sei mit dem Auto auf der Zollstraße gefahren, als er an einem Feldrand zwischen Millingen und Ossenberg ein wolfsähnliches Tier gesehen habe. Es habe ängstlich gewirkt, sei mehrfach in verschiedene Richtungen angelaufen und habe sich schließlich Richtung Ortsausgang verzogen.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (Lanuk), das für das Wolfsmonitoring verantwortlich ist, kommentiert grundsätzlich keine Fotos, die im Netz kursieren. Damit die Aufnahmen in das Monitoring einfließen können, muss die Sichtung über das digitale Meldeformular auf der Seite wolf.nrw gemeldet werden. Um das Tier eindeutig einer Kennung zuzuordnen, wird allerdings ein genetischer Nachweis gebraucht. Ob es sich bei dem aufgenommenen Tier also tatsächlich um einen Wolf handelt, ist zurzeit noch unklar.

Mehrere Hinweise bei Lanuk eingegangen

Aber: Bei dem Landesamt sind in dieser Woche schon drei Hinweise über mögliche Wolfssichtungen eingegangen, wie Pressesprecherin Birgit Kaiser de Garcia auf NRZ-Anfrage bestätigt. „Die erste Meldung ist am Montag ohne Foto bei uns eingegangen. Hier soll es eine Sichtung zwischen Rheinberg und Wesel gegeben haben“, gibt die Sprecherin einen Einblick. Am Dienstag seien dann zwei weitere Hinweise aus Rheinberg beim Lanuk hochgeladen worden, „einmal mit und einmal ohne Foto.“

Das Bildmaterial werde nun erst mal intern untersucht und anschließend vom Lupus-Institut in Sachsen analysiert. Das könnte allerdings eine Weil dauern, merkt Kaiser de Garcia an. Das Institut sei die zentrale Anlaufstelle für angebliche Wolfsaufnahmen aus ganz Deutschland, Vorrang hätten hier Hinweise, die im Zusammenhang mit Nutztierrissen stehen. „Bis dahin bleibt es erst mal Spekulation, ob hier tatsächlich ein Wolf fotografiert wurde. Es passiert auch immer wieder, dass bestimmte Hunde für Wölfe gehalten werden.“

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Wolf am Niederrhein: Letzter Nachweis liegt weit zurück

Auch Torsten Mols wurden in den vergangenen Tagen mehrere Sichtungen gemeldet. „Das Tier ist zuerst in Bocholt aufgetaucht und schließlich über den Diersfordter Wald auf die andere Rheinseite gewandert“, vermutet der Hobby-Wolfsexperte, dem mehrere Fotos und Videos zugeschickt wurden. Ob wirklich alle echt und aktuell sind, könne er nicht sagen, „bei dem Video aus Bocholt bin ich mir aber sicher.“

Im vergangenen Februar hatte er noch einen mutmaßlichen Wolf mit einer Wildtierkamera im Hünxer Wald festgehalten – seiner Einschätzung nach eine Wölfin. Die Aufnahmen aus Bocholt und Rheinberg würden allerdings ein anderes Tier zeigen. Aufgrund der Statur und des Verhaltens geht Mols von einem jungen, männlichen Wolf aus. Der Wolf könnte immer noch auf der Suche nach einem neuen Territorium und deshalb nur auf der Durchreise sein.

Die Chance, eines der Tiere beim Spaziergang zu treffen, sei sehr gering, dennoch sollte man auf seine Hunde aufpassen und sie stets an die Leine nehmen.

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Um den Wolf am Niederrhein war es zuletzt ziemlich ruhig geworden. Der letzte vom Lanuk bestätigte Nachweis aus dem Kreis Wesel ist schon über ein Jahr alt und stammt vom 21. November 2024. In Schermbeck konnte ein Tier seinerzeit über Fotos und ein Video als Wolf identifiziert werden. Doch auch 2025 wurden dem Lanuk vereinzelt Sichtungen gemeldet, vereinzelt auch aus dem Umland des Schermbecker Territoriums.