An diesem Nachmittag in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien ist es noch relativ ruhig im Allwetterbad Walsum. Schlangen bilden sich vor dem Eingang noch nicht. Ab der nächsten Woche dürfte sich das ändern: Die sechs Wochen gelten nicht nur in Duisburgs Bädern als besucherstärkste Zeit des Jahres.

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Ein Schild am Eingang des Allwetterbads wirft aber schon vor dem Ferienstart Fragen auf: „Mit Beginn der Ferien behalten wir uns vor, beim Einlass die Vorlage eines gültigen Ausweisdokuments zu verlangen. Wir bitten um Ihr Verständnis und danken Ihnen für Ihre Unterstützung“, heißt es darauf.

Bekanntes Duisburger Allwetterbad Walsum: Fall von sexueller Belästigung im Mai

Schon in den vergangenen Jahren war die Sicherheitslage in dem Bad häufiger Diskussionsthema. Zuletzt sorgte ein Fall von sexueller Belästigung im Mai für Aufsehen. Die Situation eskalierte zu einer Auseinandersetzung, als Sicherheitskräfte den Mann mit den Vorwürfen konfrontierten. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf.

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Für die Stadt Duisburg sind Ausweiskontrollen in den städtischen Bädern offenbar kein neues Thema: Sie seien in der Haus- und Badeordnung vorgesehen und könnten daher in allen städtischen Bädern durchgeführt werden, teilt ein Stadtsprecher auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Ausweiskontrollen in Duisburger Bädern: Mehrere Fragen bleiben offen

„Badegäste sind verpflichtet, ein gültiges Ausweisdokument mitzuführen und dieses auf Verlangen des Personals vorzuzeigen. Die Kontrollen dienen insbesondere dazu, in Zweifelsfällen das Alter unbegleiteter Minderjähriger oder ihrer Begleitpersonen festzustellen sowie bestehende Hausverbote zu überprüfen.“

Ausweiskontrollen Allwetterbad Walsum Duisburg
Das bekannte Duisburger Allwetterbad Walsum kündigt vor dem Start der Sommerferien 2026 auf einem Schild Ausweiskontrollen an.© FUNKE Foto Serrvices | Julian Lötte

Die Sommerferien seien die frequenzstärkste Zeit, in den sechs Wochen verzeichne die Stadt ein „deutlich erhöhtes Aufkommen“ von unbegleiteten Minderjährigen oder Gruppen, die von älteren Geschwistern begleitet werden. Doch warum ist auf dem Schild vor dem Allwetterbad Walsum konkret von „mit Beginn der Ferien“ die Rede? Der Aushang sollte an der Stelle schlichtweg präventiv wirken, um frühzeitig auf die bestehende Regelung hinzuweisen und den Einlass an gut besuchten Tagen zu beschleunigen, erklärt die Stadt.

Gezielt darauf aufmerksam gemacht wurden die Gäste allerdings nur im Allwetterbad Walsum. „Die Badbetriebsleitungen haben vor Ort den Handlungsspielraum, eigenständige organisatorische Entscheidungen zu treffen, um einen reibungslosen Betriebsablauf sicherzustellen“, teilt der Stadtsprecher mit.

Härtere Regeln im beliebten Freibad Kruppsee

Ausweiskontrollen in Schwimmbädern sind kein neues Thema – auch in Duisburg nicht. Erst im Juni hatte das beliebte Freibad Kruppsee, das vom Schwimmverein Rheinhausen betrieben wird, nach einem Randale-Vorfall mit Jugendlichen zu härteren Regeln beim Einlass gegriffen. Jeder Gast ab zwölf Jahren muss sich seitdem ausweisen können.

Eine noch schärfere Regelung gilt seit Kurzem auch für die Schwimmbäder in Bochum: Beim Einlass müssen alle Besucher ab 14 Jahren einen Ausweis vorzeigen, dazu werden vor dem Eintritt die Taschen kontrolliert.

Sicherheit in Bädern: Ausschreitungen im Freibad Bochum-Werne vor drei Wochen

Mit den verschärften Sicherheitsregeln reagierten die Bochumer Wasserwelten Ende Juni auf Ausschreitungen im Freibad Bochum-Werne. Während des Großeinsatzes der Polizei waren größere Menschenmengen zu einer von zwei Auseinandersetzungen in dem Freibad geströmt. Die Bilder verbreiteten sich schnell in den sozialen Netzwerken, das Bad musste geräumt werden. In Duisburg soll es durch den Hinweis in Walsum erst gar nicht dazu kommen.