Sara Osmani zeigt stolz ihr Abiturzeugnis. Traumschnitt 0,8. Sie hat sich in Schale geworfen und ist in Feierlaune: Schule fertig. Jetzt kann sie weiterhin an ihre Zukunftspläne glauben. Lange Zeit sah es danach nämlich nicht aus.

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Mit ihrer Familie musste sie ihre Heimat Afghanistan verlassen. Sie, ihre Geschwister und die Mutter flohen gemeinsam. Doch in der Türkei trennten sich die Wege. Sara Osmani floh mit ihrem jüngeren Bruder über Italien nach Deutschland. Dann zog sie nach Minden-Lübbecke, wo ein Onkel wohnte. Ein Jahr später traf sie ihre Familie in Duisburg wieder. Sie lebten in der Flüchtlingsunterkunft an der Memelstraße, zu viert in einem kleinen Zimmer.
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Zum Start besuchte sie eine internationale Förderklasse am Kaufmännischen Berufskolleg in Duisburg-Neudorf. Doch schnell fiel auf, wie wissbegierig die heute 21-Jährige war. Immer wieder wollte sie Extraaufgaben lösen.
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„Ich hatte Sara am Anfang in Sport und selbst dort konnte man merken, wie gut sie Deutsch sprach“, sagt ihr Lehrer Kosta Drossos. Weil Sara ihre Hausaufgaben auf dem Boden machen musste und die Familie partout keine Wohnung fand, wandte er sich an unsere Redaktion. Tatsächlich lasen Verantwortliche der Wohnungsgenossenschaft Mitte den Bericht und vermittelten der Familie eine Bleibe. So konnte Sara in Ruhe lernen.

„Die Schule hat Spaß gemacht und ich glaube daran, dass man wirklich etwas schaffen kann, wenn man es sich vornimmt“, erklärt die junge Frau. Während der Schulzeit hatte sie schon ein Stipendium von den „Ruhrtalenten“. Das Stipendienprogramm fördert Schülerinnen und Schüler, die hervorragende Noten haben, aber sonst nicht so gute Startchancen. „Wir hatten regelmäßig Veranstaltungen und Exkursionen“, erklärt sie.
Neben Sara gab es noch zwei weitere Schüler, Sohael und Veeti, die ebenfalls Stipendien bekamen. „Wir hatten noch nie einen Stipendiaten, geschweige denn drei“, hebt Drossos hervor, wie besonders die Leistungen dieses Jahrgangs sind. Und über Sara Osmani sagte er: „So eine intelligente und zielstrebige, zugleich sehr offene, reflektierte, emanzipierte und hilfsbereite Schülerin hatten wir noch nicht.“
Wir hatten noch nie einen Stipendiaten, geschweige denn drei.“
Kristos Drossos,, Lehrer am Kaufmännischen Berusfkolleg.
Am Berufskolleg engagierte sich Sara auch für die Schülervertretung und half anderen Mitschülern, wenn ihnen der Stoff nicht so leicht fiel. Ihre Abifächer waren Mathematik, Betriebswirtschaftslehre, Deutsch und Wirtschaftsinformatik.
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Künftig möchte sie übrigens an der Universität in München studieren. Eine Bewerbung läuft momentan. Sicher ist, dass sie ein Stipendium von der Studienstiftung des deutschen Volkes ergattert hat. „Sie wird ihren Weg machen“, ist sich Kosta Drossos sicher. „Es war eine schöne Zeit“, sagt Sara über ihre Schule. Nun möchte sie anderen Mut machen, an ihre Träume zu glauben.







