Die Essener Feuerwehr hat am Samstagvormittag an der S-Bahnstrecke im Stadtteil Kettwig 55 Menschen über eine Drehleiter aus einem Zug geholt. An der Strecke der S6 war es am Vormittag zu einem Oberleitungsschaden gekommen. Daher kam der Zug auf einer Brücke am Kettwiger Ruhrbogen zum Stehen. Ein Ersatzverkehr wurde eingerichtet. Um die Busse zu erreichen, hätten die Fahrgäste allerdings über einen steilen und aufgrund des Regens rutschigen Hang nach unten klettern müssen.

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Die Feuerwehr rückte deshalb um kurz vor 12 Uhr mit zwei Führungsfahrzeugen und zwei Drehleitern an und evakuierten auf diesem Wege den Zug. Wie Feuerwehrsprecher Christian Schmücker mitteilte, blieben alle Fahrgäste unversehrt. Der Einsatz endete nach etwa zwei Stunden. Die stecken gebliebene Bahn konnte gegen 16:30 ihre Fahrt fortsetzen.

Die Bahnstrecke der S6 bleibt ein Ärgernis für Pendler

Die S-Bahnstrecke war aufgrund des Oberleitungsschadens zwischen Essen Hbf und Düsseldorf-Benrath mehrere Stunden gesperrt. Die Reparatur des Schadens dauerte. Laut Bahn sollte der Verkehr aber am späten Abend wieder aufgenommen werden.

Die S6 ist in der kurzen Zeit seit der Wieder-Inbetriebnahme nach einer jahrelangen Reparatur des Gleisbetts bei Hösel ein ständiges Ärgernis für die Pendler:

Zu voll, zu spät, zu kaputt: die neue S6

Im Dezember ging die Linie S6 zwischen Essen und Düsseldorf mit einer Premierenfahrt wieder in Betrieb. Es lag wohl nicht nur am 13. des Monats, dass bereits der Lokführer der Premierenfahrt in Kettwig eine Fehlfunktion der dortigen Sicherheitstechnik melden musste. Die Bilanz des Schreckens seitdem:

14. Dezember: Schon am ersten Betriebstag kommt es zu zahlreichen Verzögerungen: Die Signaltechnik funktioniert nicht richtig.

15. Dezember: Der Verkehr wird zwischen Düsseldorf und Essen zunächst komplett eingestellt, später wird „nur“ der Abschnitt Kettwig-Ratingen Ost erst einmal wieder außer Betrieb genommen. „Relaisstörungen“.

6. Januar: Das Stellwerk in Düsseldorf fällt aus. Trifft nicht nur die S6, aber auch.

9. Januar: Die S6 ist jetzt die einzige Verbindung zwischen Essen und Düsseldorf wegen einer geplanten Sperrung bei Duisburg. Das wissen alle, außer der S-Bahn Rheinland, die Züge nur in halber Länge auf die Strecke schickt. Wegen routinemäßiger Reparaturen. Die Folge: Überfüllte Züge müssen häufig stoppen und vorzeitig wenden. Reisende stranden auf halber Strecke.

13. Januar: Südlich von Düsseldorf zieht ein Reisender in der S6 eine Schusswaffe. Bahn gestoppt und geräumt, Verspätungen und Ausfälle auf der Linie.

14. Januar: Eine S6 bleibt zwischen Ratingen-Ost und Hösel liegen. Defekt. Infolgedessen ist ein Bahnübergang nachhaltig gestört. Ersatzverkehr.

15. Januar: Recherchen dieser Redaktion zeigen: Die S-Bahn Rheinland wusste nichts von der Baustelle Kaiserberg. Jetzt erst werden Züge von anderen Linien zur S6 umdisponiert. Nutzt auch nichts, weil das Stellwerk in Düsseldorf-Rath seinen Geist aufgibt. Vorübergehend.

19. Januar: In Essen vergisst ein Reisender seinen Koffer in der Bahn. Sicherheitsrisiko: Sperrung des Bahnsteigs und des Zuges für einige Stunden.

20. Januar: Eine Weiche ist defekt, Zugausfälle und Verspätungen.

22. Januar: Nun ist es „ein Stellwerk“ zwischen Hösel und Düsseldorf Rath, das nicht mitspielt.

23. Januar. Welches Stellwerk fehlt noch in der Ausfallliste? Richtig: Essen Hautbahnhof. Dort gehen am Freitagabend die Lichter aus, bis weit in den Samstag, 24. Januar, hinein. Das trifft nicht nur die S6, aber auch.

3. Februar: Personen im Gleis sorgen für eine mehrstündige Unterbrechung.

5. Februar: Wieder ein mehrstündiger Ausfall am Vormittag zumindest im Stadtgebiet Essen.

13. Februar: Wieder Personen auf den Gleisen im Raum Essen Hbf, Defekte in Köln sorgen für Verzögerungen.

23. Februar: Zehn Tage ging alles gut. Dann fuchtelte am Montag gegen Mittag ein Mensch mit einem Messer am Bahnhof Essen-Süd herum. Erste kurzfristige Sperrung. Dann, am Abend, setzte das Stellwerk am Bahnhof Essen-Stadtwald aus.

25. Februar: Und wieder gibt’s ein Problem mit einem Stellwerk. Diesmal das, das den Verkehr im Abstellbahnhof in Düsseldorf-Wersten regelt. Das führte vom frühen Morgen zu Verzögerungen, auch auf der Linie S6.

25. Februar: Erneut meldet die Bahn eine Stellwerksstörung am Bahnhof Essen-Stadtwald. Gegen 7.30 Uhr war der S-Bahn-Verkehr unterbrochen. Nach zwei Stunden teilte die DB mit, die Störung sei behoben. Am frühen Nachmittag legte die Entschärfung eines Blindgängers den Verkehr im Düsseldorfer Hbf zeitweise lahm.

26. Februar: Wieder setzte das ferngesteuerte Stellwerk in Stadtwald aus. Wieder fuhren keine Züge zwischen Kettwig und Essen Hbf. Dabei hatte die Bahn versprochen, während der zweijährigen Vollsperrung bei Hösel auch die übrige Strecke fit zu machen.

1. März: Sonntagsmorgens zwischen 3 und 7 gab es zwischen Kettwig und Ratingen-Ost eine Signalstörung.

2. März: Mal was Neues: Jetzt fehlt Personal. Zum Glück nur für ein zwei Züge, die zwischen Düsseldorf und Essen ausfallen. Allerdings eher zur Prime-Time: Essen an 16.32 Uhr. Rückfahrt nach Köln wäre um 16.48 Uhr gewesen. In der Nacht gibt es eine offenbar ungeplante Baustelle zwischen Düsseldorf-Rath und Essen. Die Züge fahren über Duisburg.

3. März: Und gleich noch mal wie gut 48 Stunden zuvor: Eine Signalstörung zwischen Essen-Kettwig und Ratingen-Ost führt zu Verspätungen und auch Zugausfällen – natürlich im morgendlichen Berufsverkehr. Nach zweieinhalb Stunden war der Schaden behoben, teilte die DB mit. Am Nachmittag und Abend sind es ein Polizei- und ein Notarzteinsatz, die die Strecke kurzfristig lahmlegen.

13. März, ein Freitag. Wir sind ja nicht abergläubig, aber zehn Tage lief es fast ruckelfrei, auch wenn einige Defekte in und um Köln mal Kummer machten. Heute aber: Am Morgen von 7 bis 9.30 Uhr sperrte die Bahnpolizei einige Gleise im Düsseldorfer Hauptbahnhof. Zwei Stunden später zickte zwischen Hösel und Ratingen-Ost mal wieder ein Signal. Aber nur kurzzeitig. Wenn es mehr nicht ist...

14. März: Dafür gibt es am Tag danach den bisher dramatischsten Zwischenfall nach der Vollsperrung: Ein Oberleitungsschaden behindert den S-Bahnverkehr auf der Linie im Bereich Essen-Kettwig. Eine S-Bahn blieb mittags auf freier Strecke liegen, Feuerwehrleute befreiten die Fahrgäste. Der Betrieb ist für rund acht Stunden unterbrochen.

18. März: Die Weiche südlich vom Tunnel in Stadtwald ist kaputt. Damit ist zwischen 18 und 21.30 Uhr die Strecke mal wieder lahmgelegt.

19. März: „Unregelmäßigkeiten bei Bauarbeiten“ führen dazu, dass es seit dem frühen Morgen zwischen Essen Hauptbahnhof und -Kettwig zu Störungen kommt. Als Ersatz sind Busse im Einsatz; einzelne Züge werden umgeleitet oder enden, aus Düsseldorf kommenden, in Kettwig.