„Wir haben in der Zeitung gelesen, dass das Kloster neue Ehrenamtliche suchte“, sagt Rosi Wischerhoff. Das war vor zehn Jahren. Sie und ihr Ehemann Manfred gingen zu dem Info-Treffen. Seitdem engagieren sie sich im Geistlichen und Kulturellen Zentrum Kloster Kamp am Niederrhein. Der Leiter des Zentrums, Peter Hahnen, nennt die Ehrenamtlichen gerne die „wahren Klosterschätze“.

Rund 100 Ehrenamtliche halten dort die geistlichen und kulturellen Angebote am Laufen. Dafür werden sie jetzt mit dem dritten Platz des Ehrenamtspreises im Bistum Münster ausgezeichnet. Das teilt das Bistum mit.

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Manfred Wischerhoff etwa geleitet Gäste über das Klostergelände. Jeden ersten Sonntag im Monat gibt es eine offene Führung. Die macht der 75-Jährige am liebsten. „Das sind keine gebuchten Veranstaltungen wie ein Betriebsausflug. Die Leute kommen freiwillig und haben wirklich Interesse“, sagt er. Außerdem übernimmt er Schichten im Museum „Schatzkammer“ sowie im Gewölbekeller, in dem wechselnde Kunstausstellungen stattfinden.

Im Klosterladen gibt es viele Geschenktipps

Das Museum bringt den Besuchenden die Geschichte des Klosters näher. Zurzeit beispielsweise gibt es dort bis zum 27. September eine Ausstellung, die zeitgenössische liturgische Gewänder zeigt. Darunter eine regionale Kuriosität: eine Stola mit dem Vaterunser auf Kölsch.

Wischerhoffs Ehefrau Rosi verkauft im Klosterladen Taufkerzen, Rosenkränze, Grußkarten und Köstlichkeiten wie Pralinen und Likör aus der klostereigenen Produktion. „Ich berate die Leute oft, was ein passendes Geschenk zu Taufe oder Kommunion sein könnte“, sagt die 77-Jährige. Manche erzählten ihr von dem bevorstehenden Fest oder von der verstorbenen Angehörigen, für deren Beerdigung sie eine Trauerkarte kaufen. „Das sind manchmal ganz berührende Gespräche“, schildert Rosi Wischerhoff.

Im Klosterladen ist auch Angelika Görtz aktiv. Sie engagiert sich bereits seit rund 20 Jahren im Kloster Kamp. Als ihr Mann starb, habe sie dort an einem Trauerseminar teilgenommen. So sei der Kontakt entstanden. „Ich bin in Kamp geboren, zur Schule gegangen und fühle mich der Stadt und dem Kloster sehr verbunden“, sagt die 74-Jährige, die bis heute in Kamp wohnt.

Das ist immer eine ganz besondere, intime Atmosphäre

Angelika Görtz, sorgt bei den Abenden für Genießer für die Getränke

Von 1954 bis 2002 lebte ein Karmeliter-Konvent in dem Kloster. Als die letzten Ordensmitglieder den Ort verlassen hatten, waren laut Görtz viele Menschen in Kamp besorgt, wie es dort weitergeht. Dass das Klostergelände 2003 schließlich als kulturelles und spirituelles Zentrum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, findet sie toll. So werde auch das geistliche Erbe der langen Klostergeschichte lebendig gehalten.

Es gibt so viel zu tun im Zentrum Kloster Kamp

Neben dem Klosterladen übernimmt Görtz weitere ehrenamtliche Dienste im Kloster Kamp. Im Spenden-Café und dem angrenzenden Klostergarten empfängt sie Gäste zu Kaffee und Kuchen. Im sogenannten Rokokosaal veranstaltet das Zentrum „Abende für Genießer“ mit Konzerten oder Lesungen. „Das ist immer eine ganz besondere, intime Atmosphäre“, sagt Angelika Görtz. Die Rentnerin betreut dann die Gäste, schenkt etwa Getränke aus. „Wenn jemand sagt, dass der Wein schmeckt, mache ich natürlich das Lädchen auf und verkaufe ein paar Flaschen“, erzählt sie lachend.

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Der Leiter des Zentrums Kloster Kamp, Peter Hahnen, und die hauptamtlich Mitarbeitenden organisieren einmal im Jahr ein Fest als Dankeschön für die Ehrenamtlichen. Nachwuchssorgen gebe es bei den Freiwilligen nicht, sagt Rosi Wischerhoff. „Aber natürlich sind die meisten von uns in Rente, weil man dann einfach mehr Zeit hat.“

Insgesamt stemmt das Team von Kloster Kamp laut Manfred Wischerhoff etwa 600 Veranstaltungen im Jahr.