Zu einem abschließenden Gespräch traf sich am Dienstag das Koordinierungsgremium für den Rosenmontagszug in Neukirchen-Vluyn. Das vom Veranstalter, der KG Blau-Weisse Funken, eingereichte Sicherheitskonzept wird den Anforderungen gerecht. Aufgrund der notwendigen erhöhten Sicherheitsmaßnahmen musste die Zugstrecke gegenüber den Vorjahren leicht verkürzt werden. Die Zugteilnehmer werden sich wie gewohnt auf dem Neukirchener Ring versammeln, um von dort ab 13.11 Uhr folgende Zugstrecke zu nehmen: Jahnstraße, Nordstraße, Mittelstraße, Hans-Böckler-Straße, Ernst-Moritz-Arndt-Straße, Max-von-Schenkendorf-Straße, Bendschenweg, Hartfeldstraße, Vluyner Südring (in Richtung Kreuzung Trox) und Niederrheinallee in Richtung Vluyn-Zentrum.

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Der Zug fährt das Vluyner Zentrum aus Richtung Osten an und endet gegen 17 Uhr am Kreisverkehr der Niederrheinallee (Vluyner Nordring). Zuwegungen werden überwiegend durch Sperren abgesichert, was zu erheblichen Einschränkungen der Verkehrsströme und den öffentlichen Personennahverkehr führen kann. Daher bittet die Stadt alle Bürgerinnen und Bürger, das bei ihrer Planung von Fahrten zu berücksichtigen. Selbstverständlich bleiben die notwendigen Rettungswege frei.

Im Vorfeld hatte es wie berichtet viele Diskussionen und auch Treffen der Karnevalsvereine mit der Stadt gegeben, bevor sich die Verantwortlichen dazu entschieden hatten, dass der Rosenmontagszug in Neukirchen-Vluyn stattfinden kann. Die Kreispolizei Wesel hatte den Vorschlag für ein Sicherheitskonzept erhalten, aber bis auf kleinere Beanstandungen keine Einwände. „Wir entscheiden aber auch nicht für die Veranstalter, ob sie die Züge ausrichten dürfen“, so ein Polizeisprecher gegenüber der Redaktion. „Wir beraten nur kooperierend - die Entscheidung muss am Ende der Veranstalter treffen. Aber schon Anfang Februar hatten wir mitgeteilt, dass vor dem Hintergrund der Sicherheitslage die Züge im Kreis stattfinden können.“

Wegen hoher Sicherheitsauflagen hatte die Neukirchen Vlü-Ka-Ge Rot-Weiss wie berichtet ihre Bedenken geäußert, die Verantwortung übernehmen zu können. Die Funken indes hatten ihrerseits ein Konzept vorgelegt, bei dem weniger Absicherungen nötig wären. Auch das Attentat in München hatte die Diskussionen zuletzt noch beeinflusst. Unter anderem werden auch Fahrzeuge und Sperren aus Moers nach dem dortigen Nelkensamstagszug in der Neukirchen-Vluyn absichern.

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Enge Zusammenarbeit mit Stadt und Polizei

Der Vorstand der KG Blau-Weisse Funken habe in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der Polizei die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen besprochen und umgesetzt, hieß es von Seiten des Veranstalters. Nachdem die Neukirchen Vlü-Ka-Ge als Veranstalter zurückgetreten war, hatten die Funken die alleinige Verantwortung übernommen. Präsident Dirk Halfmann verriet: „Die Entscheidung, diesen Schritt zu gehen, war nicht leicht. Aber der Rosenmontag ist ein unverzichtbarer Teil unseres Brauchtums. Wir möchten den Karneval auch in herausfordernden Zeiten feiern und zeigen, dass wir zusammenstehen. Wir haben alles getan, um die Sicherheit zu gewährleisten, aber letztendlich muss jeder Teilnehmer und Besucher selbst entscheiden, ob er am Zug teilnehmen möchte.“

Rund 60 Fahrzeuge sichern den Zugweg in Neukirchen-Vluyn ab

Mit eher gemischten Gefühlen blickt Jörg Thiem, Präsident der Neukirchen Vlü-Ka-Ge, dem 3. März entgegen. „Es gibt immer noch ein Restrisiko“, sagte Thiem, „deshalb stellen wir unseren Mitgliedern frei, ob sie mitziehen. Das muss jeder für sich entscheiden. Denn die Gefahr ist ja nicht weg.“ So hätten bereits einige Gruppierungen mitgeteilt, auf die Teilnahme verzichten zu wollen. Die Mottowagen indes würden allesamt an den Start gehen, „die Masse fährt mit.“ Dass der Zug überhaupt stattfinden könne, sei neben der engen Zusammenarbeit mit den Funken auch dem großen Engagement der Bürger zu verdanken. Denn nach der Berichterstattung in den Medien hätten viele ihre Hilfe angeboten.

So werden am Rosenmontag rund 60 Fahrzeuge von Firmen aber auch Privatpersonen samt Containern den Zugweg absichern. Weiterhin sei die es aber ein „riesige logistische Aufgabe“, die am 3. März auf die Verantwortlichen warte. „Vielleicht machen sich die Leute nun auch einmal Gedanken über die ganze Sache“, so Thiem. Nämlich was die beiden Vereine hier ehrenamtlich leisten würden - und wieviel Geld die Organisation auch kosten würde.

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In gewisser Weise schätzt der Präsident der Vlü-Ka-Ge die Zukunft des närrischen Brauchtums eher ungewiss ein. „Da wird es künftig nur noch zwei Möglichkeiten geben: Einfach mit der Gefahr leben oder Veranstaltungen eben absagen.“ Auch für den Rosenmontagszug in Neukirchen-Vluyn sieht Jörg Thiem schwarz: „Wer weiß, ob das im nächsten Jahr noch funktionieren kann - bei den Kosten, bei den Auflagen.“ Vor dieser Perspektive sehe er den Karneval auf einem „absteigenden Ast“. Seit einem Vierteljahrhundert sei er nun Präsident, doch eine solch angespannte Situation habe er noch nicht erlebt. „Und sollte in Moers am Nelkensamstag irgendetwas passieren, würden wir unseren Zug sofort absagen.“