„Rein ins Zelt – Runter vom Sofa“ – Das lassen sich Bienchen, Hippies und Mönche aus Kamp-Lintfort und Umgebung nicht zweimal sagen. Das Radio K.W. Karnevalszelt auf dem Parkplatz am Zechenpark bebt am Samstagabend, während lautstark „Däpp, Däpp, Däpp – Johnny Däpp“ aus dem Eingang schallt. Die Bündelung der Karnevalsfeierlichkeiten vor Rosenmontag auf einen Abend scheint sich ausgezahlt zu haben.

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„Früher war der Karnevalssamstag tot in Kamp-Lintfort“, erinnert sich Melanie Stein-Strauß, Schatzmeisterin des Kamp-Lintforter Karnevalsvereins. In diesem Jahr sehe das anders aus. Bereits im Vorfeld seien die Tickets gut weggegangen, berichtet sie. Nicht nur in den Karnevalshochburgen wie Köln und Düsseldorf ist die Lust auf gemeinsames Feiern in bunten Kostümen groß. „Ich finde schon toll, dass wir das hier in Kamp-Lintfort so stemmen können“, freut sich Stein-Strauß.

Karneval am Niederrhein: Kamp-Lintfort feiert mit Partygrößen 

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Ob als Aperol Spritz im orangen Tüll-Rock, Harald Glööckler mit Pelzmantel oder Lampe aus den Siebzigern, wie sie im aktuellen Partyhit „Wackelkontakt“ besungen wird – kostümtechnisch schöpften die jecken Partygäste aus dem Vollen. „Ich wollte einfach mal ein Marienkäfer sein“, Petra fühlt sich wohl in ihrem Kostüm.

Volle Hütte bei Kamp-Lintforts Karnevalsparty.
Volle Hütte bei Kamp-Lintforts Karnevalsparty.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

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Gemeinsam mit einem Schlumpf und einer Biene ist sie aus Alpen angereist. „Wir sind hier, weil wir vom Niederrhein kommen und das schön nah ist“, erklärt sie, weshalb die Wahl auf Kamp-Lintfort anstelle von Köln als Stadt des Karnevals gefallen sei. Zudem sei die Besetzung sehr attraktiv: Mit Oli P. und Olaf Henning konnten die Veranstalter von Viva Concepts zwei Zugpferde der deutschsprachigen Schlager- und Partyszene für die Karnevalsveranstaltung in der ehemaligen Zechenstadt gewinnen.

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Letzterer freut sich, vor den Kamp-Lintforter Karnevalistinnen und Karnevalisten auftreten zu können: „Ich habe hier eine gute Base.“ Dass Cowboy- und Indianerkostüme zu seinen liebsten Verkleidungen zählen, überrascht angesichts seiner Hitsingle „Cowboy und Indianer“, die seit 25 Jahren von Feiernden deutschlandweit mitgeschmettert wird, wenig. Gerade dieser Song stößt immer wieder auf Kritik. Das Thema der kulturellen Aneignung im Karneval wird seit einigen Jahren wiederkehrend diskutiert. Olaf Henning möchte sich den Vorwürfen nicht beugen: „Wenn sie’s mir verbieten wollen, dann sing ich’s trotzdem weiter.“ Er sei dafür viel zu locker.

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Auf der Tanzfläche vor der Bühne feiert man ausgelassen zu seiner Musik. Zum Mitsingen braucht der Stimmungsmacher die Partygäste nicht zweimal auffordern. „Köln ist was anderes, aber Kamp-Lintfort kann Karneval“, so sein Fazit. Zwei weitere Auftritte warten an diesem Abend noch auf Hennig. An Rosenmontag gehe es für ihn weg vom Karnevalstrubel in Richtung Norden. „Da mache ich erstmal Wellness.“ Auch eine Stimmungskanone benötigt ihre Ruhephasen.

Die Party geht weiter

Wer am heutigen Rosenmontag im Anschluss an besuchte Karnevalszüge weiterfeiern möchte, dem wird dazu im Karnevalszelt mit DJ Hans, DJ Jens und Frank Neuenfels die Gelegenheit geboten. Ab 15:11 Uhr kann das Schunkeln, Feiern und Tanzen im Warmen fortgesetzt werden. Tickets sind ab 11,90 Euro online oder an der Abendkasse gegen einen leicht erhöhten Preis erhältlich. Helau. 

Für die Partybesucher steht Ruhe noch nicht in Aussicht. Hippies stehen auf den Bänken und Nonnen tanzen im Kreis als Oli P. Vollgas auf der Bühne gibt. Auf „den Oli P.“ hat sich auch Eve zuvor besonders gefreut. Die Kamp-Lintforterin schätzt das Gemeinschaftsgefühl, was im Festzelt auf dem Zechenparkplatz aufkomme. In jungen Jahren sei sie in der fünften Jahreszeit auch in Köln unterwegs gewesen, „aber ganz ehrlich, das brauche ich jetzt nicht mehr“, meint sie. Damit Feiernde wie Eve in Kamp-Lintfort ausgelassen und unbeschwert den Abend genießen können, haben die Veranstalter vorab ein umfassendes Sicherheitskonzept entwickelt, wie Stein-Strauß erklärt. Von außen sichern Zirkuswagen das Festgelände ab. Beim Einlass sowie innerhalb des Zelts behalten Security-Mitarbeitende subtil das bunte Treiben im Auge.