Es ist der Albtraum aller Eltern: Am vergangenen Samstag (27. Juni) hat eine Frau einen sieben Tage alten Säugling aus einer Klinik in Lüdenscheid entführt. Die Täterin habe einen hellblauen Kittel getragen und sich als Mitarbeiterin ausgegeben, berichtete die Tagesschau. Zu der Mutter soll sie gesagt haben, dass sie das Kind für eine Untersuchung mitnehmen wolle. Das Kind sei von Passanten im Bereich der Tiefgarage gefunden und von einem Rettungswagen zurück ins Krankenhaus gebracht worden. Unklar sei, wie die Frau auf die Wochenbettstation gekommen ist. Der Zutritt sei mit einem Zugangscode und einer Gegensprechanlage gesichert gewesen.

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Welche Maßnahmen können ergriffen werden, damit ein solcher Vorfall verhindert werden kann? Wie können sich Moerser Eltern sicher sein, dass ihre Kinder in der Klinik geschützt sind? Dazu haben wir mit dem Krankenhaus Bethanien und dem St. Josef Krankenhaus gesprochen.
Schutzkonzepte der Krankenhäuser: Thematik Sicherheit gewinnt an Bedeutung
Im Krankenhaus Bethanien gebe es verschiedene Sicherheitsmaßnahmen, die dem Schutz der Säuglinge dienen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien grundsätzlich sensibilisiert und geschult. „Darüber hinaus sind Säuglinge nie unbeaufsichtigt – sei es, dass dies durch Eltern oder sonstige persönliche Bezugspersonen oder unser Personal geschieht“, sagt das Krankenhaus Bethanien auf Anfrage der Redaktion. Außerdem gebe es etwa Kameras, Klingelanlagen und weitere Maßnahmen, um den Schutz und die Sicherheit in der Klinik zu gewährleisten. Das St. Josef Krankenhaus in Moers erklärt auf Anfrage der Redaktion, dass es das Prinzip des „24-Stunden-Rooming-in“ verfolge. Bei diesem bleiben Mutter und Kind nach der Geburt durchgehend zusammen. „Das stärkt nicht nur die Bindung, sondern trägt auch zur Sicherheit bei“, heißt es.
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Das Krankenhaus Bethanien erklärt, dass die Thematik Sicherheit in den vergangenen Jahren und auch Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen habe. „Technischer Fortschritt und damit verbundene Möglichkeiten machen heute eine umfassendere und vielfältigere Umsetzung von Sicherheitsvorkehrungen möglich, als das noch vor 30 oder 40 Jahren der Fall war“, heißt es. Insgesamt komme es auch auf die Sensibilität, Aufmerksamkeit und Wachsamkeit eines jeden Einzelnen an, um Säuglinge bestmöglich zu schützen.
„Maximale Sicherheit bedeutet nicht zwangsläufig maximale Überwachung“
Das St. Josef Krankenhaus erklärt ebenfalls, dass sich Sicherheitskonzepte kontinuierlich weiterentwickeln. Der Anspruch sei es, Patientinnen und Patienten bestmöglich zu schützen und gleichzeitig eine angenehme, familienfreundliche Umgebung zu schaffen. „Maximale Sicherheit bedeutet nicht zwangsläufig maximale Überwachung. Entscheidend ist ein durchdachtes Konzept, das Risiken minimiert und gleichzeitig den Bedürfnissen von Patientinnen, Patienten und Angehörigen gerecht wird“, erklärt das St. Josef.
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Ähnliche Vorfälle wie den des entführten Babys in Krefeld gab es bisher in keinem der beiden Krankenhäuser. Beide Krankenhäuser setzen als Vorkehrung demnach auf ein internes Sicherheitskonzept sowie auf aufmerksame Mitarbeiter.




