Zusammenfassung

  • In Oberhausen bieten Bahnhöfe und soziale Einrichtungen in den bevorstehenden kalten Nächten obdachlosen Menschen Unterstützung und Schutz vor der Kälte.
  • Besonders das Carl-Sonnenschein-Haus der Caritas, das Sozialrathaus sowie Initiativen wie das Diakoniewerk oder der Verein „Solidarität im Ruhrgebiet“ stellen rund um die Uhr Unterkünfte, Mahlzeiten und Kleidung bereit.
  • Die Deutsche Bahn verzichtet bei extremer Kälte auf Verweisungen und selbst Betroffene mit bisherigem Hausverbot können Schutz erhalten.

Im Winter liegen Freud und Leid eng beieinander. Während Familien mit ihren Kindern durch das Oberhausener Schneegestöber toben, suchen nebenan obdachlose Menschen nach einem warmen Platz. Die Gefahr, sich lebensbedrohlich zu unterkühlen, ist real. Geschützte Anlaufstellen sind daher wichtiger denn je. Zumal es jetzt noch kälter werden kann.

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Die Temperaturen liegen laut 14-Tage-Trend von Kachelmannwetter in der kommenden Woche knapp über dem Gefrierpunkt. Niederschlag oder Wind kommt dazu und dürfte die gefühlte Temperatur noch tiefer sinken lassen. Die Deutsche Bahn will daher obdachlosen Menschen helfen. „Bei extremer Kälte lassen wir an unseren Bahnhöfen natürlich niemanden draußen stehen“, äußert sich ein Bahnsprecher auf Nachfrage der Redaktion.

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Unterkunft für Obdachlose rund um die Uhr geöffnet

Die Bahn versichert, dass Obdachlose in kalten Nächten nicht wie üblich von den Sicherheitskräften weggeschickt werden. „Werden wohnungslose Menschen bei extremer Kälte in unseren Bahnhöfen angetroffen und vereinbarte Maßnahmen mit sozialen Trägern und Kommunen greifen nicht, sind unsere Mitarbeitenden angehalten, von einer Verweisung abzusehen.“ Das Oberhausener Bahnhofsgebäude könnte somit rettende Wärme-Insel für arme Menschen sein.

Doch auch ohne die Hilfe der Beschäftigten im Hauptbahnhof sieht sich die Obdachlosenhilfe in Oberhausen für die frostige Jahreszeit gerüstet. „Kein Mensch muss hier auf der Straße schlafen“, stellt Caritas-Vorstand Michael Kreuzfelder klar. Der Träger führt mit dem Carl-Sonnenschein-Haus (Bebelstraße 205) die bekannteste Obdachlosenunterkunft der Stadt. Der Leiter der Einrichtung, Marc Wroblewski, zeigt sich ebenfalls zuversichtlich: „Wir haben uns auf die kalte Jahreszeit eingestellt.“ Man biete rund um die Uhr Betroffenen ein warmes Bett an.

Die Hilfe werde regelmäßig von ein bis zwei Notübernachtern angenommen, berichtet Wroblewski. Aufgrund der Kälte habe man sich entschieden, die sowieso schon geringen Hürden für eine spontane Bleibe weiter abzubauen. Das bedeutet: Auch Menschen, die beispielsweise ein Hausverbot in der Einrichtung haben, können jetzt Schutz im Carl-Sonnenschein-Haus suchen.

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Ambulante Wohnungslosenhilfe der Diakonie

Neben der Caritas-Unterkunft bietet die Stadt mit dem Sozialrathaus an der Essener Straße 53 eine weitere Anlaufstelle an. Zudem gibt es mehrere Angebote, die Obdachlosen punktuell helfen:

Das Diakoniewerk Oberhausen betreibt eine ambulante Wohnungslosenhilfe (Grenzstraße 73a-c) und unterstützt Hilfsbedürftige etwa bei behördlichen oder finanziellen Fragen. Außerdem gibt es Frühstück und Mittagessen, Duschen sowie eine Waschmöglichkeit. Wohnungslose Frauen finden zudem an der Fachberatungsstelle Lore (Elsässer Straße 18) eine geschützte Anlaufstelle.

Essensausgabe für Obdachlose am Hauptbahnhof Oberhausen
Der Verein „Solidarität im Ruhrgebiet“ verteilt regelmäßig warme Mahlzeiten an obdachlose Menschen aus Oberhausen. (Archivbild)© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Zusätzlich unterhält die Diakonie das SA+M, einen zur mobilen Beratungsstelle umfunktionierten Transporter. Die Mitarbeitenden fahren im Winter zusätzliche Touren durch Oberhausen und verteilen Decken, Schlafsäcke und heiße Getränke.

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Ehrenamtliche helfen am Hauptbahnhof

Im Kontaktcafé Gleis 51 der Caritas an der Mülheimer Straße 111 haben Menschen mit ganz unterschiedlichen Problemen, Sorgen und Nöten einen Platz gefunden, um sich in ruhiger und geselliger Atmosphäre austauschen zu können. Auch Menschen ohne Obdach können sich hier beraten lassen und für den schmalen Taler eine Mahlzeit zu sich nehmen.

Die Vereinsmitglieder der „Solidarität im Ruhrgebiet“, früher „Solidarität in Mülheim“, stehen mit ihrem Kleinbus nach eigenen Angaben montags bis freitags um jeweils 18.30 Uhr am Oberhausener Hauptbahnhof und verteilen warmes Essen, Getränke und Kleidung. Die Ehrenamtlichen haben außerdem immer ein offenes Ohr für die Bedürftigen. Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden.