Urlaub in den Niederlanden ist ab sofort drastisch teurer. Hotels, Pensionen und Ferienhausvermieter verlangen deutlich mehr als noch im vergangenen Jahr. Warum die Übernachtungskosten explodieren und wie sich die Preise für Feriengäste 2026 entwickeln werden – Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Warum sind Übernachtungen plötzlich teurer?
Weil seit Anfang Januar eine höhere Mehrwertsteuer für sogenannte Beherbergungsbetriebe gilt: 21 statt neun Prozent. Der niederländische Tourismus erlebt seit Jahren einen nie dagewesenen Boom. 2024 war ein Rekordjahr: Fast 52 Millionen Menschen übernachteten in Hotels, auf Campingplätzen und in Ferienparks. Die scheidende Regierung in Den Haag plant, durch die Steuererhöhung jährlich 1,2 Milliarden Euro einzunehmen. Das Geld soll der Stabilisierung des Haushalts zugute kommen.
Welche Unterkünfte sind betroffen?
Beinahe alle, erläutert Karlijn Eduard von der regierungsnahen Organisation „Nederlands Bureau voor Toerisme & Congressen“ gegenüber der NRZ. Die Steuererhöhung gilt landesweit für Hotels, Pensionen, Hostels, Ferienwohnungen und sogenannte Mobilheime, also voll eingerichtete Hütten, die in den Niederlanden mitunter Chalets genannt werden. Auch über Plattformen wie AirBnB vermietete Unterkünfte kosten mehr.
Urlauber sollten lange im Voraus buchen. Am besten schon im Januar oder Februar für den Sommer.
Thomas Müther, ADAC Nordrhein
Gibt es Ausnahmen?
Nur eine: „Der Mehrwertsteuersatz für Camping bleibt bei neun Prozent“, sagt Eduard. Stellplätze für Wohnwagen und Zelte bleiben also bezahlbar. Wer eine möblierte Unterkunft bucht, zahlt jedoch den vollen Steuersatz. Auch dann, wenn Glamping-Zelt oder Mietwohnwagen auf einem Campingplatz stehen.
Wo sind Unterkünfte am teuersten?
Selbst im Budget-Bereich ziehen die Preise stark an. Eine Strandhütte – gerne von preisbewussten Familien genutzt – kostet im Durchschnitt zwischen 635 (Nebensaison) und 1890 Euro (Hauptsaison) pro Woche, meldet die Zeitung „Volkskrant“. Besonders teuer sind demnach Zandvoort und Katwijk sowie Texel und andere Inseln.
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Gibt es weitere Kostenfallen?
Auch die Parkgebühren an der Küste sind explosionsartig gestiegen. Etwa in Bloemendaal aan Zee, wo ein Abstellplatz mit fast 34 Euro pro Tag zu Buche schlägt. Auch Scheveningen (knapp 33 Euro, in einigen Zonen sogar 50 Euro) oder De Koog auf Texel (20 Euro) kassieren die Autofahrer ab. Und: Überall im Land wollen Sehenswürdigkeiten von den Touristenmassen profitieren. Die Windmühlenlandschaft Zaanse Schans bei Amsterdam etwa, ein bislang kostenloses beliebtes Fotomotiv, verlangt von Touristen seit Januar stolze 17,50 Euro Eintritt.
Können Urlauber sparen?
Ja – wenn sie bereit sind, überfüllte Strandorte links liegen zu lassen. Thomas Müther, Sprecher des ADAC Nordrhein, sagt zur NRZ: „Im Landesinneren ist es günstiger als an der Küste. Unser Tipp: Urlauber sollten lange im Voraus buchen. Am besten schon im Januar oder Februar für den Sommer. Kurzfristig sind viele Unterkünfte ausgebucht.“



