Angesichts steigender Preise in niederländischen Küstenorten weichen immer mehr Touristen an die belgische Nordsee aus. Darauf lassen Zahlen des belgischen Statistikamts Statbel schließen. Demnach verzeichnete das Land im Jahr 2024 mit fast 45 Millionen Übernachtungen einen Rekord. Es wird erwartet, dass sich der Trend fortsetzt. Während die Niederlande die für Hotels und andere Quartiere geltende Mehrwertsteuer unlängst auf 21 Prozent angehoben haben, beträgt die Abgabe in Belgien nur sechs Prozent.

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Städte, die besonders vom Touristenboom betroffen sind, ergreifen nun Maßnahmen, um Besucherströme zu steuern. Brügge führt zum Januar 2027 eine Extragebühr für Kreuzfahrturlauber ein, die am Hafen Zeebrügge von Bord gehen: Fünf Euro pro Person. Ab 2028 sollen auch Teilnehmer von organisierten Busreisen fünf Euro zusätzlich bezahlen. Drei Viertel der Brügge-Besucher sind Tagesausflügler.
Illegale Ferienwohnungen im Fokus
Die Regionalregierung von Flandern geht zudem gegen illegale Vermietungen von Ferienwohnungen vor. Online-Plattformen wie Airbnb sollen systematisch überprüft werden, sagte die flämische Tourismusministerin Melissa Depraetere. Es gebe an der Küste mittlerweile so viele inoffizielle Ferienapartments, dass vor allem alleinstehende Belgier keine bezahlbaren Einzimmerwohnungen fänden.
Mehr zur Preisexplosion in den Niederlanden
Die Stadtverwaltungen erhalten mehr Befugnisse im Kampf gegen illegale Vermietungen. So soll es für Behörden leichter werden, Unterkünfte zu schließen, wenn sie die erforderliche Genehmigung durch die Agentur „Toerisme Vlaanderen“ nicht vorweisen können. Flandern profitiere vom Tourismus, so Depraetere. Die Region müsse aber „sicher und lebenswert“ bleiben. (joe)




