Von Kunststoff und Holz bis hin zu Ziegelsteinen und Dachziegeln: Jede Menge Abfälle werden an die Sandbänke des Wattenmeers gespült. Seit 2018 überwacht die für den Bau und Unterhalt von Straßen und Wasserwegen zuständige Behörde Rijkswaterstaat die Menge des Mülls und auch dessen dessen Herkunft. Die Ergebnisse für das Jahr 2025 liegen nun vor.

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Zum Ablauf: Das Forschungsunternehmen Waardenburg Ecology untersucht dreimal jährlich die drei abgelegenen Sandbänke Steenplaat, Griend und Zuiderduintjes. Die Forschenden zählen und fotografieren sämtlichen dort vorgefundenen Müll. Da diese Sandbänke für Besucher unzugänglich sind, stammt der dort gefundene Abfall nicht von Menschen, die ihn vor Ort hinterlassen haben, sondern wurde aus dem Meer angespült.

Das Gros der Müllstücke ist aus Plastik

Kunststoff ist das am häufigsten vorkommende Material auf Steenplaat und Griend. Auf Zuiderduintjes gibt es dagegen große Mengen an Paraffinpartikeln, Paraffin ist ein Gemisch aus festen, öligen oder flüssigen Kohlenwasserstoffen. Im Jahr 2025 wurde auf Steenplaat die höchste Anzahl an Müllteilen seit Beginn der Überwachung registriert; dabei handelte es sich überwiegend um Kunststoff und Holz.

Das Wattenmeer wird wärmer

Das Wattenmeer ist Weltnaturerbe, vor 16 Jahren hat die Unesco es in eine Reihe gehoben mit globalen Topdestinationen wie dem Great Barrier Reef vor Australien und dem Yellowstone-Park in den USA. Es umfasst eine Fläche von etwa 11.500 Quadratkilometern und erstreckt sich entlang der Küste von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark. „Waddenzee“, sagen die Holländer. Sie ist Lebensraum vieler Tiere und Anziehungspunkt für Millionen Touristen im Jahr.

Wegen der globalen Erwärmung steigen der Meeresspiegel und die Wassertemperatur. Ein Team der Universitäten Groningen und Oldenburg hat erforscht, was das bedeutet. Im Wesentlichen lässt sich ihre Studie so zusammenfassen: Im Wattenmeer leben immer weniger Atlantische Kabeljaus, Plattfische, Muscheln und Schnecken, für Seegras und Salzwiesen sieht es ebenfalls nicht gut aus. „Ganze Populationen sind in Gefahr, verlagern sich oder können vom Aussterben bedroht sein“, warnen die Umweltfreunde vom WWF.

Die Zahlen im Einzelnen: Bei den drei Begehungen der Behörde wurden auf Steenplaat 127 Gegenstände gefunden. 34 fanden sich in einer ein-Kilometer Rasterzelle, wo die Teile größer als 50 Zentimeter waren (Vergleich: 2024: 35; 2022: 38). 93 Müllstücke lasen die Forschenden in einer Rasterzelle von 100 Metern auf, hier waren die Gegenstände kleiner als 50 Zentimeter. Auch hier der Vergleich: 2024: 79; 2022: 73. Aus dem Jahr 2023 liegen keine Zahlen vor.

Die größten Müllmengen fanden sich auf Griend, was laut Aussage der Behörde auf den nahegelegenen Hafen von Harlingen und die stark befahrenen Schifffahrtswege zu den Watteninseln zurückzuführen ist. Neben Kunststoff fanden die Forschenden dort auch beträchtliche Mengen an Keramikmaterial, etwa Bruchstücke von Ziegelsteinen und Dachziegeln. Diese stammen vermutlich von früheren Bauwerken oder Küstenschutzanlagen auf den Inseln, die sich im Laufe der Zeit gelöst haben. Die Zahlen hier: 320 kleinere Müllteile im 100-Meter-Bereich, die Zahl hat sich zum 2021 fast halbiert, 83 größere Teile im 1-Kilometer-Bereich, hier ist die Zahl zu den vergangenen Jahren nahezu gleich.

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Manche Zahlen stiegen rasant an, andere blieben nahezu gleich

Auf Zuiderduintjes beobachteten die Forschenden im Jahr 2025 sowohl im ein-Kilometer- als auch im 100-Meter-Abschnitt mehr Müllteile als in den Vorjahren. Im 100-Meter-Abschnitt war dies vor allem auf die große Menge gefundener Paraffinpartikel zurückzuführen (1396 Kleinteile und Kleinstteile zu 286 im Jahr 2023. Vergleich 1-Kilometer-Bereich: 32 zu 17 gegenüber 2024).

Abfälle, vorwiegend aus Plastik, fanden Forschende auf drei Wattenmeer-Sandbänken.
Abfälle, vorwiegend aus Plastik, fanden Forschende auf drei Wattenmeer-Sandbänken.© Rijkswaterstaat

Übrigens: Zigarettenstummel, die an Nordseestränden in riesigen Mengen zu finden sind, wurden auf den untersuchten Sandbänken nicht entdeckt. Dies deutet laut der Forschenden darauf hin, dass Zigarettenkippen vorwiegend von Strandbesuchern hinterlassen und nicht aus dem Meer angespült werden.

Weiterer Fakt: Bei der Überwachung im Jahr 2025 wurden keine Müllteile gefunden, die eindeutig auf das Containerunglück der „MSC Zoë“ im Jahr 2019 zurückgeführt werden konnten. Allerdings wurden im selben Jahr bei anderen Aufräumaktionen, wie etwa dem „Boskalis Beach Cleanup“, an niederländischen Nordseestränden Gegenstände aus Containern entdeckt.

Was zeigen die Forschungsergebnisse?

Die Überwachung ist Teil des niederländischen Aktionsplans für ein plastikfreies Weltnaturerbe Wattenmeer. Jahr für Jahr wächst das Wissen über die Müllmenge im Wattenmeer, die Art der Abfälle und deren wahrscheinliche Herkunft. Mitarbeiter der „Wadden Unit“ – einer Dienststelle des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährungssicherheit und Natur (LVVN) – unterstützten während der Studie die Überwachung des Müllaufkommens im Wattenmeer.

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Die „Wadden Unit“ bewirtschaftet quasi das Wattenmeer, ist aber auch für die Aufsicht, die Durchsetzung von Vorschriften sowie verschiedene Überwachungsaufgaben zuständig. Im Rahmen ihrer Aufgaben in den Gebieten transportieren Schiffe der „Wadden Unit“ Vogelwarte zu den Inseln Rottums und Zuiderduintjes und wieder zurück.