An der Tankstelle herrscht gähnende Leere. Kein einziges Auto steht an der riesigen Jet-Tankstelle an einer Duisburger Hauptstraße. Der Preis für einen Liter Diesel hat längst die Zwei-Euro-Marke geknackt. Zumindest einige Duisburger scheinen aktuell auf Tankfüllungen zu verzichten. Irgendwann braucht aber jeder Wagen wieder Sprit. Oder etwa doch nicht?
Kein teurer Sprit, keine Abhängigkeit mehr von der Mineralölindustrie, dazu die Anfang des Jahres gestartete Prämie vom Staat, der Umstieg auf ein E-Auto klingt verlockend. Ein Tritt auf die Bremse folgt aber prompt. „Einen Run auf E-Autos sehe ich aktuell eher nicht“, sagt Peter Pickartz, Kfz-Meister und lange in der Duisburger Kfz-Innung tätig. „Viele Pendler, die jetzt einen Verbrenner fahren, können sich einen Elektrowagen schlicht nicht leisten.“
Elektroautos seien in der Regel für Otto-Normalverbraucher zu teuer, Modelle europäischer Hersteller wie Renault, VW oder BMW seien für unter 30.000 Euro kaum zu bekommen. Um die Verkäufe von Elektro-Modellen deutlich anzukurbeln, müsse es mehr günstige Einstiegsmodelle wie etwa den Dacia Spring geben, der für unter 17.000 Euro zu bekommen ist, sagt der Branchen-Kenner.
Dinslakener Händler: „Der Verkauf läuft sehr gut“
Im Autohaus Elspass – der Händler mit Zweigstellen in Dinslaken, Duisburg und Moers führt die Marken Fiat Jeep, BYD, Seat und Cupra – sieht man dies etwas anders. „Der Absatz von reinen Elektroautos läuft schon länger sehr gut“, sagt Geschäftsführer Stefan Elspass.
Er führt dies auf die genannte Prämie von bis zu 6000 Euro pro Auto zurück. Der Anteil an verkauften E-Modellen liege inzwischen bei 75 Prozent. Besonders beliebt seien kleine Wagen wie der Fiat Panda oder die E-Version des Fiat 500. „Ein Elektroauto wird meist als Zweitwagen angeschafft, der große Kombi oder das SUV werden unter anderem für Urlaubsfahrten genutzt.“
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Für knapp unter 20.000 Euro bekomme man bei Elspass ein E-Auto, viel günstiger sei ein entsprechender Verbrenner auch nicht mehr. Stefan Elspass erklärt, warum das so ist: „Es geht um die Leasingraten, Leasing macht deutlich mehr als 80 Prozent unserer Verkäufe aus.“ Da würden die Banken der Autohersteller ansetzen und günstige Konditionen bieten Ab 150 Euro monatlicher Leasingrate sei man in Sachen E-Auto dabei. Raten für entsprechende Verbrenner seien nicht viel niedriger, was einige zum Umsteigen animieren würde.
Ein gebrauchtes E-Auto als Schnäppchen
Schnäppchen könne man bei gebrauchten E-Autos machen, ein etwa zwei Jahre alter Fiat 500 mit wenig gefahrenen Kilometern sei ab 15.000 Euro zu bekommen. Hersteller würden auf die Batterie bis zu acht Jahre Garantie geben. Dass dies die Schwachstelle an dem Wagen sei, sieht Stefan Elspass nicht. Groß sei das Interesse an gebrauchten E-Autos allerdings nicht.
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Noch einmal zum möglichen allgemeinen Trend: Laut Süddeutscher Zeitung, die von aktuellen Zahlen spricht, hat die neue Förderung von bis zu 6000 Euro bisher keinen Ansturm auf Elektrowagen ausgelöst. Zwar stieg die Zahl der neu zugelassenen E-Autos im Februar im Vergleich zum Januar um 29 Prozent, heißt es. Ihr Anteil am Neuwagenmarkt liege bei 22 Prozent, was kaum eine Steigerung von vor der Prämie ist. 2025 waren im Schnitt 19 Prozent der Neuzulassungen rein elektrisch.





