In mehreren Kommunen an Rhein und Ruhr wächst die Sorge um die Integration von Geflüchteten. Auslöser hierfür ist die Einstellung der Finanzierung von Sprachkursen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Die Städte befürchten, dass sich dies negativ auf die Arbeitsintegration der Betroffenen auswirken könnte. „Ohne Sprachkenntnisse sind weder eine Ausbildung noch eine Arbeitsaufnahme möglich. Auch die gesellschaftliche Teilhabe wird deutlich erschwert“, sagt Thorsten Schröder, Sprecher der Stadt Moers.

In Moers laufen aktuell 26 Integrationskurse nach Bamf-Standards, zwölf weitere sollten in Kürze starten. Von der aktuellen Beschränkung sind acht Kurse betroffen. „Zwei Träger vor Ort haben bereits angekündigt, Kurse abzusagen beziehungsweise einzuschränken. Die weiteren Träger werden die Kurse verschieben“, teilt Schröder mit. Die Stadt warnt daher vor längeren Zeiten ohne Beschäftigung und höheren Sozialausgaben.

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Integrationskurse: Neue Bamf-Regel erschwert Teilnehmerzulassung

Mit der jüngsten Entscheidung des Bamf entfällt ein wichtiger Weg zur Zulassung für Sprachkurse. Zwar bestätigt die Stadt Dinslaken, dass die seit Jahren etablierten Zulassungswege „über die örtlichen Jobcenter, die Sozialverwaltung oder die Ausländerbehörden“ weiterhin möglich sind. Es bleibt jedoch unklar, ob sich der Stopp negativ auswirken wird. „Bis zum Sommer werden zumindest keine Kursstarts wegen fehlender Teilnehmerzulassung verschoben werden müssen“, so Sprecherin Verena Barton.

Andere Träger im Kreis Kleve mussten allerdings bereits Kurse reduzieren und denken derzeit darüber nach, Dozenten in Festanstellung zu entlassen.

Niklas Lembeck, Sprecher der Stadt Kleve

In Düsseldorf mussten zuletzt einzelne Kurstermine verschoben werden, weil die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wurde. Das erschwert die Lage zusätzlich. Bei der VHS Düsseldorf wurden im Zeitraum vom 15. Dezember 2025 bis zum 5. Februar 2026 insgesamt 20 Anträge auf Zulassung zu einem Integrationskurs gestellt.

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Kleve: Finanzierungstopp verzögert Einstieg in Arbeit

Mittlerweile bietet die VHS in Kleve 19 Bamf-Sprachkurse an, von denen 18 von dem Finanzierungstopp betroffen sind. Doch die VHS hat bisher keine Kurse reduziert oder ausgesetzt. „Andere Träger im Kreis Kleve mussten allerdings bereits Kurse reduzieren und denken derzeit darüber nach, Dozenten in Festanstellung zu entlassen“, so Niklas Lembeck, Sprecher der Stadt Kleve.

Insgesamt warten 80 Personen in der Stadt auf die Bewilligung für bereits beantragte Sprachkurse. „Dadurch verschiebt sich auch der Einstieg in Ausbildung oder Arbeit. Das führt wiederum zu einer längeren Abhängigkeit von Sozialleistungen“, so Lembeck.

Aktuell befinden sich die Volkshochschulen an Rhein und Ruhr in engem Austausch mit dem NRW-Landesverband, der sich für die Rücknahme der Entscheidung einsetzt. Der NRW-Verband sieht im Zulassungsstopp eine Gefahr für den Zusammenhalt und die wirtschaftliche Entwicklung. Er schätzt, dass im Jahr 2026 allein in NRW rund 30.000 Menschen von dieser Entscheidung betroffen sein werden.