„Sie kommt gleich.“ Hinter dem Tresen im Hofladen am Hochwald in Uedem lächelt die Mitarbeiterin freundlich. Vor ihr: Kisten mit verschiedenen Spargelsorten. Besonders dicke Exemplare, lange, filigrane Stangen, Bruchstücke, grüner Spargel. Und ein paar Erdbeeren. „Die sind aber noch nicht von unserem Hof“, sagt der Senior-Chef Jann-Henn Poen, der gerade zufällig im Hofladen ist und daneben steht. Dann kommt auch schon seine Tochter, Rachel Poen, rein. Ein bisschen außer Atem. „Guten Morgen, ich war gerade noch auf dem Feld“, sagt sie. Denn dort wird Spargel gepflanzt.

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Aber jetzt: Pause. In der Sonne auf der Terrasse des Hofcafés. „Es kann sein, dass gleich nochmal mein Handy klingelt und ich zurück aufs Feld muss“, warnt sie, während sie sich auf einem Stuhl fallen lässt. Sie will erzählen, wie alles anfing und wie es dazu kam, dass es auf dem Hof am Hochwald Spargel gibt – und keine Schweine mehr. „Eigentlich hatten wir immer eine Schweinemast und Ackerbau. Wir haben unter anderem Zuckerrüben angebaut“, erzählt sie. „Mein Vater sagt immer, Opa hatte schon ein bisschen Spargel. Aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern.“ Dafür aber daran, wie in ihrer Kindheit, der erste Hektar Spargel auf einem Feld des Hofs gepflanzt wurde. „Ich war damals neun Jahre alt und ich erinnere mich, dass alles händisch gepflanzt wurde.“

Besuch auf dem Spargelhof mit Gastro bei Hochwald Spargel in Uedem
Erntehelfer des Hofs am Hochwald pflanzen Spargel.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

In den ersten Jahren haben Hausfrauen aus Uedem dabei geholfen, den Spargel zu stechen. „Mittlerweile möchte die Arbeit kein Deutscher mehr machen“, sagt die 46-Jährige. Deswegen sind auf ihren Feldern Arbeiter aus Polen und Rumänien unterwegs. Seit 2002 baut Familie Poen auch Erdbeeren an. „Das wollte meine Mutter gerne“, erzählt Rachel Poen. Zu dieser Zeit sind auch die letzten Schweine vom Hof am Hochwald ausgezogen. „Wir haben dann allmählich damit angefangen, die Schweineställe umzubauen“, erzählt die Landwirtin. Daraus entstanden sind der Hofladen mit angrenzender Gastronomie und ein Blumenladen. „Der ist zuletzt dazugekommen.“

Eigentlich wollte sie nie Landwirtin werden

Dass sie einmal den Hof führen würde, das hätte Rachel Poen nicht gedacht. Nach dem Abi machte sie eine Ausbildung zur Ergotherapeutin. „Ich habe mich auch gar nicht auf dem Feld gesehen“, gibt sie zu. Aber letztlich konnte ihr Vater sie überzeugen. „Seit fast 40 Jahren renne ich hier mit und mein Vater stand immer voll hinter mir. Trotzdem hatte ich Bedenken, ob ich das alles schaffen kann. Alle Entscheidungen gehen über meinen Schreibtisch und ich habe eine Sieben-Tage-Woche“, sagt sie. In der Landwirtschaft und im Verkauf und Restaurant beschäftigt der Hof insgesamt rund 40 Mitarbeiter.

Besuch auf dem Spargelhof mit Gastro bei Hochwald Spargel in Uedem
Spargel mit gekochtem Schinken: Indra Fröhlich-Rambach serviert im Restaurant des Hofs.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Das Handy von Rachel Poen klingelt. „Ja, ich komme mal rüber“, sagt sie zum Abschluss des kurzen Gesprächs in ihr Telefon. „Ich muss mal kurz auf den Acker“, sagt sie. Sie geht über die Straße, die den Acker vom Hof trennt, und da hocken auf einem Traktor gleich mehrere Arbeiter. Einer kommt mit einem Zollstock auf Poen zu. Sie besprechen, die Breite und Abstände der Furchen, in denen gleich die Spargelwurzeln eingepflanzt werden. „18 Zentimeter tief wird der Spargel gepflanzt“, erklärt Poen, die eine der Jungpflanzen in der Hand hält. „Das ist eine Wurzel“, sagt Poen. „Hier oben sieht man schon die Spargelköpfchen.“ Sie streicht vorsichtig mit dem Daumen darüber.

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In unserer Serie „Leckeres vom Niederrhein“ stellen wir Hofläden und Restaurants vor.

Die Arbeiter beginnen mit dem Pflanzen. Vom Traktor aus lassen sie die Wurzeln über eine Art Fließband in die Furchen plumpsen. Und was macht den niederrheinischen Boden aus, dass auf dem besonders gut Spargel wachsen kann? „Spargel wächst am besten auf leichten Böden“, erklärt die Landwirtin. Sie ist zufrieden und lässt die Arbeiter wieder alleine. „In rund zwei Wochen wird der erste kleine Trieb herausstehen“, sagt sie. In diesem Jahr kann sie von dem Feld noch keinen Spargel ernten. „Nächstes Jahr können wir vielleicht ein, zwei Wochen etwas vom Feld stechen.“

Besuch auf dem Spargelhof mit Gastro bei Hochwald Spargel in Uedem
Auch grünen Spargel gibt es aus Uedem.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Sie geht wieder rüber zum Hofladen. So langsam läuft auch der Mittagstisch im Restaurant an. Angeboten werden natürlich Spargelgerichte, aber auch Kuchen. „Meine Mutter backt die meisten davon selbst“, sagt Poen. Ein Kunde steht vor der Vitrine und liest die Namen der Kuchen leise vor. „Das sieht alles so lecker aus“, murmelt er. Rachel Poen grinst. „Manchmal stehe ich hier auch hinter der Theke und helfe aus“, sagt sie.

Gruß aus der Küche vom Hof am Hochwald: Sauce Hollandaise und Grünes Spargelpesto

So kocht die Köchin aus dem Restaurant Hof am Hochwald Sauce Hollandaise und Grünes Spargelpesto:

Sauce Hollandaise

Zutaten:
250 g Butter
3 Eigelb
30 ml Reduktion (z. B. Weißwein + Schalotten, reduziert)
Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Butter langsam schmelzen und warmhalten (nicht kochen).
Eigelb mit der Reduktion über einem warmen Wasserbad cremig aufschlagen.
Nach und nach die flüssige Butter unter ständigem Rühren einlaufen lassen, bis eine dicke, cremige Sauce entsteht.
Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Wichtig: Nicht zu heiß werden lassen, sonst gerinnt die Sauce.

Grünspargelpesto

Zutaten:
500 g grüner Spargel (gekocht)
25 g Pinienkerne (geröstet)
Parmesan (ca. 40–60 g, nach Geschmack)
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Spargel in Stücke schneiden. Mit Pinienkernen und geriebenem Parmesan in einen Mixer geben. Olivenöl nach und nach zugeben und alles zu einer cremigen Paste mixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Je nach gewünschter Cremigkeit mehr Olivenöl zugeben.

Aber jetzt wird sie erst einmal woanders gebraucht. Kurz schaut sie, ob in der Halle, in der der Spargel sortiert wird, alles richtig läuft. Denn nicht alles, was die Maschine vorsortiert, ist so, wie die Chefin es sich vorstellt. Und dann geht’s nochmal zurück auf den Acker. „Die Arbeit auf dem Acker ist anstrengend, aber die frische Luft ist schön“, sagt sie und verabschiedet sich.

Der Hofladen mit Restaurant und Café, Am Hochwald 5, in Uedem hat montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet und samstags von 8 bis 17 Uhr. www.hochwald-spargel.de