Zusammenfassung
- Alice und Ellen Kessler sind tot. Sie nahmen sich gemeinsam das Leben
- Unsere Redaktion berichtet in der Regel nicht über Suizide – außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit
- Die Zwillinge waren jahrzehntelang im Showgeschäft und international bekannt
- Das Erbe der Zwillinge soll aufgeteilt werden
- Nun wurden Details zur Beerdigung der Show-Damen bekannt
Die Entertainerinnen Alice und Ellen Kessler sind tot. Die Frauen starben gemeinsam im Alter von 89 Jahren in München. Ein Sprecher der Münchner Polizei bestätigte einen Polizeieinsatz in Grünwald. Hinweise auf ein Fremdverschulden gab es nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) bestätigte, dass es sich um einen assistierten Suizid gehandelt habe.
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Kessler-Zwillinge: Krankheiten führten offenbar zum gemeinsamen Suizid
Laut Carolin Reiber, Moderatorin und enge Freundin der Kessler-Zwillinge, waren offenbar Krankheiten der Hintergrund für ihren gemeinsamen Freitod, meldete der Bayerischer Rundfunk (BR). Genannt wurden Herzprobleme und der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn bei den Zwillingen sowie ein Schlaganfall von Ellen Kessler.
Die beiden Sängerinnen, Schauspielerinnen und Entertainerinnen waren am 20. August 1936 in Sachsen geboren worden und international bekannt. Einst galten sie als die schönsten Frauen der Welt und wurden auch als die „Beine der Nation“ bezeichnet.
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Die eineiigen Zwillinge standen mehr als 60 Jahre lang auf der Bühne, unter anderem mit Frank Sinatra, Fred Astaire und Harry Belafonte. Besonders in den USA, in Frankreich und in Italien wurden die Schwestern gefeiert. Noch mit 80 Jahren standen sie für das Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ auf der Bühne.
Kessler-Zwillinge sind tot: Das sind die schönsten Bilder ihrer Karriere
Kessler-Zwillinge waren international bekannt als „doppeltes deutsches Fräuleinwunder“
Dort wurde 1955 der Direktor des Lido in Paris auf die blonden jungen Frauen aufmerksam. Er engagierte sie für das berühmte Varieté auf den Champs-Élysées – die internationale Karriere nahm ihren Lauf. Mit gerade 18 Jahren bekamen die Schwestern das Engagement am weltberühmten Lido.

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Schon als kleine Mädchen lernten sie das Tanzen, wurden vom Vater gedrillt. Bald gehörten sie zum Kinderballett der Leipziger Oper und schafften die Aufnahme für die Operntanzschule. 1952, im Alter von 16 Jahren, flohen sie in den Westen und kamen nach Düsseldorf. Um selbstständig und finanziell unabhängig zu sein, tanzten sie in einem Revuetheater.
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In den prüden Nachkriegsjahren gehörten die Kesslers zu den ersten, die in seriösen Shows viel Bein zeigten. Als ihr Vertrag in Paris 1960 endete, ging das „doppelte deutsche Fräuleinwunder“ auf Welttournee. Die Kesslers tanzten in New York, Caracas, Monte Carlo, Barcelona, Buenos Aires oder Sydney, waren zu Gast in internationalen Fernsehshows und traten mehrfach in Kinofilmen auf.
Zuletzt hatten die beiden sich aus dem Showgeschäft zurückgezogen und lebten in München. Der Theologe und Ethiker Jochen Sautermeister warnte gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), den assistierten Suizid zu normalisieren.

„Die meisten Suizidwünsche werden im Kontext depressiver und anderer psychischer Erkrankungen und in Krisensituationen geäußert“, sagte er der KNA. Auch bei schwer erkrankten oder sterbenskranken Menschen liege nur in seltenen Fällen ein selbstbestimmter Suizidwunsch vor.
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Die „Abendzeitung“ berichtet, Alice Kessler habe ihr Zeitungsabonnement am 15. November zum 17. November gekündigt. Eigentlich stand der 30. November in dem Schreiben, das die Zeitung veröffentlichte. Das Datum wurde jedoch handschriftlich überschrieben: Statt der 30 wurde eine 17 geschrieben.
Die „AZ“ meldet außerdem, dass die Zwillinge ihrer Freundin Carolin Reiber zwei Tage vor ihrem Tod ein Päckchen schickten. „Sie haben mir wunderschöne Schmuckstücke geschickt, die ich immer an ihnen bewundert hatte, teils mit Jadesteinen“, sagte die 85-jährige Moderatorin, der Zeitung. „Die haben sie mir wohl vererbt.“
Erbe der Kessler-Zwillinge: Änderung des Testaments vor zwei Jahren
Wie die „Bild“ berichtet, sah der ursprüngliche Plan des Show-Duos vor, ihr gesamtes Vermögen an „Ärzte ohne Grenzen“ zu spenden. Davon sei man allerdings abgerückt. „Meine Schwester und ich haben uns (...) besprochen, dass nicht nur einer was haben soll, sondern mehrere. Wir wollten unser Erbe etwas gerechter aufteilen, nicht alles in einen Topf schmeißen. Es gibt so viele, die Spenden benötigen“, sagte Ellen Kessler dem Boulevardmedium im Herbst 2023.
Nun sollen auch die Blindenmission CBM, das Kinderhilfswerk Unicef, das Paul Klinger Künstlersozialwerk und die Deutsche Stiftung Patientenschutz einen Teil des Erbes erhalten. Um welche Summen es sich dabei handeln soll, ist nicht bekannt. Ellen Kessler sagte jedoch damals der „Bild“: „Wir haben noch ein bisschen was auf der Kante. Wir haben sehr gut verdient, unser Geld nie zum Fenster rausgeschmissen und gut angelegt.“
Beerdigung von Alice und Ellen Kessler: Das ist für die Trauerfeier geplant
So sehr die beiden Show-Stars ihr Leben im Rampenlicht auch zelebrierten. Ihre letzte Reise sollen Alice und Ellen Kessler wohl ganz für sich antreten. Laut „Bild“ sei keine Trauerfeier mit Gästen oder Reden geplant. Auch eine öffentliche Gedenkveranstaltung wird es nicht geben. Demnach könnte das Bestattungsunternehmen die Urnen auf den Friedhof bringen und dort einsetzen.
Auch der Ort der Bestattung soll bekannt sein. Demnach werden die verstorbenen Zwillinge auf dem Walfriedhof in Grünwald, unweit der bayerischen Landeshauptstadt, beigesetzt. Und das in einem bestehenden Urnengrab der Familie, in dem bereits ihre 1977 verstorbene Mutter liegt. Dem Boulevardmedium sagten sie 2024 dazu: „Im Tode mit unserer geliebten Mutti vereint. So hätten wir es gern. Und so haben wir es auch testamentarisch verfügt.“
Nur ihren geliebten Pudel, der schon vor ihnen gestorben war, werden sie dabei aus rechtlichen Gründen nicht mitnehmen können. Doch eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier in derselben Urne ist in Deutschland nicht zulässig. Auch die Vermischung von mehreren menschlichen Asche-Überresten ist im deutschen Recht nicht vorgesehen.
Anmerkung der Redaktion
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.
Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.
viv/afp/dpa/jcst











































