Zerstörte Waggonteile liegen unterhalb der Bahngleise, Rettungskräfte kämpfen sich durch die Trümmer, um Verletzte und Tote zu bergen. Mindestens zwei Wagen des Schnellzugs Iryo 7076 sind eine Böschung hinuntergestürzt, liegen umgekippt und schwer beschädigt im Gelände.

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Feuerwehrleute und Sanitäter versuchen, zu den Opfern vorzudringen. Es sind Bilder des Schreckens, die am Mittwochmorgen aus der zentralspanischen Provinz Toledo kommen. Schon wieder hat sich innerhalb des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes eine Zugkatastrophe ereignet.
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- Zahlreiche Tote: Was zum tragischen Unglück bekannt ist
- Fotos vom Unglücksort: Die Lage in Spanien in Bildern
- Augenzeugen berichten: „Menschen flogen durch die Luft“
- Züge in Spanien: AVE, Iryo und Renfe – was steckt dahinter?
Mindestens 64 Menschen sind nach vorläufigen Angaben der Regierung von Castilla-La Mancha ums Leben gekommen, etwa 80 weitere wurden verletzt. Doch die Zahl der Todesopfer könnte steigen. Damit ist das Unglück noch schlimmer ausgegangen als der schwere Schnellzugunfall in Andalusien im vergangenen Januar, bei dem 46 Menschen starben.
Zugunglück bei Madrid: Über 540 Reisende von Kollision betroffen
Das Unglück ereignete sich gegen 8.30 Uhr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Sevilla. In der Nähe des kleinen Ortes Urda, rund 120 Kilometer südlich der spanischen Hauptstadt Madrid, fuhr ein Schnellzug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe offenbar auf einen anderen Hochgeschwindigkeitszug des privaten Konkurrenten Iryo auf. Durch die Wucht des Zusammenstoßes sprangen die beiden hinteren Wagen des Iryo-Zuges aus den Schienen und stürzten eine Böschung hinunter.
In den beiden Zügen waren nach Angaben der Behörden insgesamt mehr als 540 Menschen unterwegs. Darunter befanden sich offenbar auch ausländische Touristen. Die waren auf dem Weg in die berühmte andalusische Hauptstadt Sevilla.

„Ich arbeitete gerade an meinem Laptop, als ich plötzlich einen unglaublich heftigen Ruck spürte“, berichtete ein Reisender, der im zweiten Wagen des aufgefahrenen Renfe-Zuges saß. „Ich wurde gegen den Sitz vor mir geschleudert. Menschen flogen durch die Luft.“
Zugunglück: Fahrgäste retten sich und helfen Verletzten
Als sie sich schließlich ins Freie retten konnten, sahen sie, dass der Zug schräg stand. „Man sah viele Verletzte, und die Menschen waren völlig aufgelöst“, erzählt der Fahrgast. Überall hätten Gepäckstücke auf dem Boden gelegen. Dann hätten er und andere Reisende begonnen, den Rettungskräften zu helfen. „Wir haben Infusionsbeutel mit den Händen hochgehalten.“
Ein weiterer Augenzeuge, der im letzten Wagen des Renfe-Schnellzuges unterwegs war, sagte dem spanischen Fernsehen über den gewaltigen Aufprall: „Es war schrecklich.“ Die Passagiere hätten sich verzweifelt an den Sitzen festgeklammert. Dann habe man versucht, ins Freie zu kommen. „Wir konnten den Waggon verlassen, indem wir die Fenster einschlugen.“
Nach ersten Erkenntnissen könnte menschliches Versagen eine entscheidende Rolle gespielt haben. Offenbar war es zuvor auf dem Streckenabschnitt zu einer Störung des Sicherheitssystems gekommen. Mehrere Züge mussten deshalb anhalten. Als die Strecke wieder freigegeben wurde, blieb der Iryo-Zug nach bisherigen Informationen zunächst noch stehen. Der nachfolgende Renfe-Schnellzug erhielt jedoch offenbar die Erlaubnis zur Weiterfahrt und prallte auf den noch wartenden Zug.
Tragisches Zugunglück in Spanien: Die Zugkollision bei Toledo in Bildern
Ermittler prüfen Fehler in Zugleitzentrale und Sicherungssystemen
Den vorläufigen Ermittlungen zufolge könnte ein Mitarbeiter der Zugleitzentrale in Madrid eine falsche Anweisung gegeben haben. Mit welcher Geschwindigkeit der Renfe-Zug auf den stehenden Iryo auffuhr, ist noch unklar. Auch die Frage, warum die technischen Sicherungssysteme den Zusammenstoß nicht verhinderten, dürfte die Ermittler beschäftigen.
Für Spaniens Eisenbahn ist es ein neuer schwarzer Tag. Erst am 18. Januar waren bei einem schweren Zugunglück nahe der andalusischen Ortschaft Adamuz in der Provinz Córdoba 46 Menschen ums Leben gekommen. Damals waren die hinteren Wagen eines Iryo-Schnellzuges entgleist und auf das Nachbargleis geraten. Ein entgegenkommender Renfe-Zug prallte mit hoher Geschwindigkeit in die Waggons. Unter den Todesopfern befand sich auch eine Deutsche.
Die Katastrophe von Adamuz hatte eine landesweite Debatte über die Sicherheit des spanischen Eisenbahnnetzes ausgelöst. Lokführer warnten vor Mängeln an der Infrastruktur, Gewerkschaften forderten bessere Wartung und strengere Sicherheitskontrollen. Nach ersten Untersuchungen galt damals ein beschädigtes Gleis als wahrscheinlichste Unfallursache. Die Regierung wies den Vorwurf zurück, beim Unterhalt der Bahnstrecken gespart zu haben.
Zugunglück in Toledo erschüttert Spaniens Hochgeschwindigkeitsnetz
Nun, nur neun Monate später, steht Spaniens Hochgeschwindigkeitsverkehr erneut im Mittelpunkt einer Tragödie. Das Land verfügt mit rund 4000 Kilometern über eines der größten Schnellbahnnetze Europas. Die Züge gelten als modernes und bequemes Verkehrsmittel, das jährlich Millionen Reisende zwischen Madrid, Barcelona, Valencia und Andalusien befördert. Doch die jüngste Serie schwerer Unfälle dürfte das Vertrauen vieler Fahrgäste erschüttern.
Ministerpräsident Pedro Sánchez, ein Sozialdemokrat, sagte angesichts des neuen Unglücks seine Wahlkampftermine ab. Er sei „bestürzt über den schweren Zugunfall in Toledo“, erklärte der sozialistische Regierungschef. „Meine Zuneigung, Solidarität und Unterstützung gelten allen Opfern und ihren Familien.“ Am 29. November stehen in Spanien nationale Wahlen an. Auch der konservative Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo unterbrach seinen Wahlkampf. „Das Wichtigste ist jetzt, die Opfer zu versorgen und ihre Familien zu begleiten“, erklärte er.
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Der Zugverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde nach dem Zusammenstoß in beiden Richtungen eingestellt. Wann die Strecke wieder freigegeben werden kann, ist ungewiss.
























