Man kann Friedrich Merz vieles vorwerfen. Dass er seine Impulse nicht so kontrolliert, wie man das von einem Kanzler erwarten kann. Dass er sich in der Innenpolitik zu sehr auf seine Leute verlässt und sich erst kümmert, wenn die Hütte brennt. Was man ihm nicht vorwerfen kann, ist mangelnder Einsatz für eine Friedenslösung für die Ukraine.
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Merz hat es geschafft, dass Trump ans Telefon geht, wenn die Europäer dringenden Gesprächsbedarf haben. Er hat das Dreieck zwischen Berlin, Paris und London zu einer Art schneller Eingreiftruppe gemacht. Das alles ist nicht nichts. Es ist das Verdienst von Merz und seinen europäischen Partnern, dass die Ukraine jetzt nicht hilflos vor der brutalen Entscheidung steht, entweder einen von Trump und Putin diktierten Kapitulationsplan zu unterschreiben oder in Zukunft ohne die Hilfe der Amerikaner den Krieg gegen Putin führen zu müssen. In beiden Fällen wäre es eine Katastrophe für das erschöpfte Land. In beiden Fällen wäre es aber auch ein katastrophales Szenario für den Rest von Europa. In beiden Fällen hätte Putin freies Spiel. Das ist erstmal abgewendet.

Ukraine: Friedrich Merz dosiert seinen Optimismus sparsam – zu Recht
Die kommenden Tage werden zeigen, ob darüber hinaus überhaupt irgendetwas gewonnen ist: Amerikaner, Ukrainer und Europäer können noch so intensiv um Lösungen ringen – solange Putin einem Friedensplan nicht zustimmt, hilft das alles nichts.

Merz dosiert seinen Optimismus deswegen zu Recht extrem sparsam. Das ist klug. Wer jetzt falsche Erwartungen weckt, provoziert Enttäuschungen.




