Wenn Niedertracht auf Größenwahn trifft, dann ist Donald Trump nicht weit. In seinem Bemühen, Grönland den Vereinigten Staaten einzuverleiben, will der US-Präsident acht europäische Staaten mit Sonder-Zöllen überziehen – darunter Deutschland, Großbritannien und Frankreich, also die wichtigsten Verbündeten der Vereinigten Staaten. Trump betreibt Außenpolitik in der Art und Weise, wie er bereits als Immobilien-Investor unterwegs war: erpresserisch und ohne Rücksicht auf Verluste. Irgendwas wird schon zu seinem Vorteil hängen bleiben.

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USA: Der Westen zerbröselt, die Schutzmacht stellt sich gegen ihre Partner

Zu Beginn des Jahres 2026 erlebt die Welt, wie sich die transatlantische Partnerschaft in einem atemberaubenden Tempo in Luft auflöst. Die bisherige Schutzmacht Amerika stellt die territoriale Integrität und Souveränität ihrer Partner infrage. Ein größeres Geschenk könnte Trump den Putins und Xis dieser Welt nicht machen. Er ist jetzt einer von ihnen.

Europa braucht auf absehbare Zeit die amerikanischen Sicherheitsgarantien. Deshalb sitzt Trump am längeren Hebel. Trotzdem ist es an der Zeit zu zeigen, dass auch die Europäer bei Bedarf die Blutgrätsche einsetzen können. Der Zoll-Deal zwischen der EU und den USA vom vergangenen Juli, der ohnehin schon eine Demütigung war, muss umgehend gestoppt werden. Aber das kann nur ein erster Schritt sein.

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Politik-Korrespondent Thorsten Knuf© Funke Foto Services | Reto Klar

Die Europäische Union hat überdies die Möglichkeit, mit Zöllen oder Verboten die Aktivitäten amerikanischer Unternehmen auf dem Kontinent nachhaltig zu erschweren. Macht der US-Präsident Ernst mit seiner Ankündigung, muss das die Antwort sein. Die Erfahrung zeigt: Wer Trump etwas entgegenzusetzen hat, kann einen Deal eingehen. Wer aber Schwäche zeigt, ist verloren.