Die festgefahrenen Friedensgespräche im Iran-Krieg zwingen US-Präsident Donald Trump zu unbequemen Entscheidungen. Er kann den in die neunte Woche gehenden Konflikt militärisch eskalieren. Er kann sich – analog zu Vorgänger Obama 2015 – auf ein Abkommen einlassen, das am Ende deutlich hinter seinen Maximalforderungen zurückbleibt. Oder er kann die Seeblockade am Persischen Golf aufrechterhalten, um Teheran zu Zugeständnissen zu bewegen.
Wofür sich Trump nach dem weithin als Demütigung für ihn interpretierten Wochenende entscheiden wird, ist offen.
Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost
Trump hatte am Samstagmittag seine zur Abreise ins pakistanische Islamabad bereitstehenden Allzweck-Verhandler Steve Witkoff und Jared Kushner in letzter Minute zurückgepfiffen.
Iran-Konflikt: US-Präsident scheut neue Militärschläge
Die Stornierung der Reise wirkte logisch. Zuvor war der iranische Außenminister Abbas Araghchi, ein wichtiger potenzieller Verhandlungspartner, aus der pakistanischen Hauptstadt abgereist – mit der klaren Botschaft, dass es keine direkten Gespräche mit Washington geben werde, solange die USA ihre Seeblockade am Persischen Golf nicht abbrechen. Laut Trump sollte der Krieg, den er bereits nach wenigen Tagen für gewonnen erklärte, nach spätestens sechs Wochen vorbei sein.
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Eine Rückkehr zu massiven militärischen Schlägen scheint der US-Präsident derzeit zu scheuen. Dahinter stehen erdrückende Vorbehalte in der amerikanischen Wählerschaft, die nur noch zu knapp 25 Prozent die Iran-Strategie des Weißen Hauses mitträgt. Außerdem machen gewaltige Löcher in den Munitionsdepots des US-Militärs den Pentagon-Planern zu schaffen. Dazu kommt: Iran könnte jederzeit mit Gewalt antworten: gegen Tanker in der Meerenge, gegen Unterseekabel, gegen amerikanische Ziele und wichtige Infrastruktur in Nachbarländern.
Trump nennt interne Machtkämpfe im Iran als Hemmnis
Gleichzeitig erhöht die Seeblockade (US‑Kriegsschiffe fangen Öltanker und Frachtschiffe ab, die in iranischen Häfen beladen wurden) den Druck auf Teheran, ihrerseits die Straße von Hormus freizugeben. Aber: Parallel dazu steigt der Leidensdruck für die Weltwirtschaft, weil massenhaft Öllieferungen ausbleiben. Zeitversetzt werde das in einigen Monaten nach Einschätzung von Experten eine „Katastrophe“ auslösen.
Während Trump den Diplomatiestau mit internen Machtkämpfen im Iran erklärt („Niemand weiß, wer das Sagen hat, nicht einmal sie selbst“), betonen Regierungskreise in Teheran, dass man Trump nach seinen vielen Drohungen und Fristverlängerungen nicht als seriösen Verhandlungspartner sieht – sondern Vorleistungen erwartet. Sprich: die Aufhebung der Seeblockade.
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Trump könnte Blockade in Hormus schrittweise abschwächen
Iran-Experten in Washington sehen daher dieses Szenario: Trump werde die US-Blockade nicht offiziell aufkündigen, sie aber de facto schrittweise abschwächen: durch humanitäre Ausnahmen, einzelne Schiffskorridore, befristete Genehmigungen; vielleicht unter pakistanischer Aufsicht. Wenn sich der Iran dann bewege, könnte die Grundlage für neue Gespräche gelegt sein.
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Trump behauptete am Sonntag, der Iran habe ihm wenige Minuten, nachdem er die Reise von Witkoff/Kushner abgesagt hatte, ein deutlich besseres Angebot für ein Friedensabkommen zukommen lassen. Details dazu sind öffentlich bisher nicht bekannt. Iran-Kommentar? Bisher Fehlanzeige.









