Donald Trump darf sich nicht zum Komplizen einer Neuordnung Europas auf Kosten der Europäer machen. Genau diese Gefahr birgt Wladimir Putins Vorschlag, im November beim APEC-Gipfel in Shenzhen mit Trump und Xi Jinping über die Ukraine zu verhandeln – ohne die Ukraine.
Ein Dreiergipfel an sich wäre noch kein Verrat. Aber ein Abkommen über die Köpfe der Betroffenen hinweg wäre einer. Putin will die internationale Ächtung abschütteln und Russland als Großmacht auf Augenhöhe mit Amerika bestätigt sehen. Xi kann zuschauen, wie sich der Westen selbst zerlegt. Trump fieberträumt davon, als großer Dealmaker in die Geschichte einzugehen. Den Preis zahlen andere.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Das erinnert an Jalta 1945: Großmächte entscheiden über die Sicherheitsordnung Europas, ohne die betroffenen Völker gleichberechtigt einzubeziehen. Geschichte wiederholt sich nicht. Doch die Versuchung, Landkarten und Einflusszonen unter Mächtigen aufzuteilen, ist erschreckend vertraut.

Putin hat keinen Frieden angeboten, der die Souveränität der Ukraine wahrt. Er verlangt Unterordnung, Einfluss über Nachbarn und eine geschwächte Nato. Würde Trump das mit einem Gipfelfoto auf Augenhöhe adeln, bekäme der Kreml diplomatisch, was er militärisch nicht durchsetzen kann: ein Mitspracherecht über Europas Zukunft.
Trump, im eigenen Land geschwächt, muss wählen: Verteidigt er das Recht der Ukrainer, selbst über ihre Zukunft zu bestimmen – oder lässt er sich für Putins Machtspiel einspannen? Wer über Frieden reden will, muss Kiew und Brüssel an den Tisch holen. Sonst heißt der Deal nicht Frieden. Sondern Erpressung mit Handschlag.






