Niederrhein Theater

Ensemble spielt seit zehn Jahren erfolgreich in der Region

Das Ensemble des Niederrhein Theaters bei dem 8. Niederrheinischen Theaterfestspielen im Innenhof der Burg Brüggen (v.l.n.r.): Michael Koenen, Verena Bill, Carmen-Marie Zens und Christian Stock.

Foto: Elke Wiegmann

Das Ensemble des Niederrhein Theaters bei dem 8. Niederrheinischen Theaterfestspielen im Innenhof der Burg Brüggen (v.l.n.r.): Michael Koenen, Verena Bill, Carmen-Marie Zens und Christian Stock. Foto: Elke Wiegmann

Am Niederrhein.   Das Niederrhein Theater inszeniert in diesem Sommer die 8. Niederrheinischen Theaterfestspiele – mit einer besonderen Verwechslungskomödie. Und gleichzeitig feiert das Ensemble dabei ein besonderes Jubiläum: sein zehnjähriges Bestehen

Als Duo starteten sie damals – zehn Jahre ist das jetzt her. „Und wir haben in all der Zeit genauso manchmal vor sechs, als auch vor 60 Zuschauern gespielt“, sagt Verena Bill. „Das zahlt sich jetzt langsam aus.“ Gut gelaunt und immer noch voller Begeisterung für das Bühnenspiel – versichert das Ensemble des Niederrhein Theaters aus Brüggen bei der Pressekonferenz zu den 8. Niederrheinischen Theaterfestspielen – blicken die Theaterleiter und Schauspieler Verena Bill und Michael Koenen zurück auf ein Jahrzehnt mit dem eigenen Theater. Und auch voraus, auf die 8. Niederrheinischen Theaterfestspiele, die sie im Sommer erneut im Innenhof der Burg Brüggen aufführen.

Zum Jubiläum des Niederrhein Theaters gibt es in diesem Jahr bei den Festspielen natürlich ein ganz besonderes Schauspiel zu erleben: „Wir zeigen eine große Komödie, ein Verwechslungsspiel mit vier Darstellern und zehn Kostümen“, sagt Verena Bill. Auf dem Abendprogramm steht: „Das Spiel von Liebe und Zufall“, eine heitere Kostümkomödie von Pierre Carlet de Marivaux. Die Handlung des 1730 in Frankreich entstandenen Stückes, verlegte die Theaterleiterin aus dem Rokoko in die Gründerzeit Mitte des 19. Jahrhunderts. „Das passt einerseits weiterhin thematisch, weil es um zwei Adlige geht“, erklärt die Theaterleiterin, „und andererseits noch in die Kulisse des Innenhofes der Burg Brüggen mit den Backsteinmauern“.

Üppige Kostüme

Die üppigen Kostüme zum Stück – besonders bei den Damen und dort am Hinterteil – aus meterlangen Stoffen, lassen bereits jetzt erahnen, wie gut ein solches Verwirrspiel um Amors Pfeile in den historischen und erstmals 1289 erwähnten Burg Brüggen-Schauplatz passt.

„Das Stück wird erstmals nur im Abendprogramm der Festspiele laufen und nicht mehr später noch bei uns im Theater zu sehen sein“, fügt Verena Bill hinzu – auch das eine Besonderheit im diesjährigen Festival-Programm.

Und dann blickt das Duo, das die Niederrheinischen Theaterfestspiele nun bereits zum achten Mal in Brüggen inszeniert, noch einmal zurück auf seine Theater-Anfang: „Seit dem offiziellen Tourstart im Dezember 2007 gastierten wir zusammen mit anderen Schauspielerkollegen mit unseren Produktionen rund 1500 Mal in 50 Gastspielorten in ganz Nordrhein-Westfalen“, sagt Michael Koenen. Mehr als 200 000 Zuschauer erlebten seither Klassiker der gehobenen Theaterliteratur wie Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, Komödien, wie „Die besten Tage meines Lebens“ von Frank Pinkus, aber auch szenische Lesungen, Märchen – von „Rumpelstilzchen“ bis zu „Hänsel und Gretel“ – und Kindertheaterstücke, wie „Neues vom Räuber Hotzenplotz“.

Viele Kooperationen

Im Laufe der Zeit machten sich die Niederrheiner einen Namen in der Region: „Heute haben wir Kooperationen mit dem Theater Krefeld-Mönchengladbach, mit dem Stadttheater Witten und seit diesem Jahr auch offiziell mit dem Kreis Viersen“, sagt der Theater-Mitbegründer. Und so spielt das Ensemble in diesem Sommer auch im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath: gleich zwei Stücke – für Große und Kleine (siehe Infokasten).

Ob beim Präventionstheater für Schüler, wie dem Stück „Hast Du ein Bild von Dir?“, das von Cybermobbing und den Gefahren im Internet handelt, oder Klassikern des Kindertheaters – „auch in diesem Bereich haben sich immer mehr Kooperationen in den Jahren entwickelt“, sagt Michael Koenen. Und Verena Bill ergänzt: „Unsere hartnäckige Arbeit hat sich also wirklich ausgezahlt.“ Keine Selbstverständlichkeit für ein Theater.

Doch auch im eigenen Haus ist das Niederrhein Theater zu erleben: Seit Januar 2010 gibt es bereits die feste Spielstätte im Schloss Dilborn in Brüggen – „und damit erhielten wir auch die offizielle Anerkennung der Landesregierung Düsseldorf als produzierendes Haus“, so die Theaterleiterin. Das Duo Bill-Koenen arbeitet bei seinen Produktionen immer wieder mit professionellen, freien Schauspielern und Musikern zusammen – und bietet auch Schauspielkurse an. Einen dieser Kurse wird es auch im Sommer wieder geben: „im Rahmen der 8. Niederrheinischen Theaterfestspiele findet auch die 8. Sommerschauspielschule für Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren statt, die ein Stipendium des Niederrhein Theaters für einen zweiwöchigen Schauspielkurs erhalten“, sagt Michael Koenen (Bewerbungen über die Internetseite des Niederrhein Theaters).

Lust aufs Theater machen

Und um aber bereits „den ganz Kleinen Lust aufs Theater zu machen“, wie Verena Bill sagt, eröffnen die 8. Niederrheinischen Theaterfestspiele im Innenhof der Burg Brüggen am 30. Juli mit einem Kindertheaterstück – „denn Theater, das spielen wir für jede Altersgruppe“, sagt Verena Bill: unter freiem Himmel zeigt das Ensemble dann das Märchen „Der Froschkönig“ für Kinder ab drei Jahren. Und dies bei freiem Eintritt, dank der besonders wichtigen Kooperation des Niederrhein Theater mit der Burggemeinde Brüggen.

Ein paar Dinge hätten sich seit ihren Anfängen verändert, sagen die Theatermacher, geblieben aber sei ihr Spielvergnügen: untereinander, vor, aber auch mit dem Publikum. Und angesichts des Foto-Spiels, das die vier Ensemble-Mitglieder der diesjährigen Festspiele – Verena Bill, Michael Koenen, Carmen-Marie Zens und Christian Stock – dann in, an und vor der Burg Brüggen für die Fotografen nach der Pressekonferenz aufführen, bleiben daran keine Zweifel.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.niederrheintheater.de

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