Musik

Der Gocher Klaus Hoffmann und das Mellotron

Klaus Hoffmann, Musiker aus Goch-Kessel, beschäftgt sich seit vielen Jahren mit dem legendären Mellotron. Einst diente das Instrument der Rock- und Pop-Welt als Sampler.

Klaus Hoffmann, Musiker aus Goch-Kessel, beschäftgt sich seit vielen Jahren mit dem legendären Mellotron. Einst diente das Instrument der Rock- und Pop-Welt als Sampler.

Foto: Kurt Michelis

Goch.   Klaus Hoffmann-Hoock aus Goch weiß noch, wie es klingt, was es ausmacht und wie es repariert wird: das Mellotron, die legendäre Soundmaschine.

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Wer kennt sie nicht die Songs wie: Strawberry Fields Forever – von den Beatles, Space Oddity – von David Bowie, 2000 Light Years from Home – von den Stones oder Kashmir – von Led Zeppelin, Nights in white satins – von den Moody Blues, Sysyphus Parts One-Four von Pink Floyd und es wären viele andere Musiker und deren Songs aufzuzählen, die eines gemeinsam haben – die Liste würde lang werden.

Die Gemeinsamkeit dieser Songs ist ein wichtiges Instrument: dass, das dem Lied erst den Charakter gegeben hat, das Mellotron.

Ein ganzes Orchester lag unter wenigen Tasten – die Erfolgsgeschichte einer legendären Soundmaschine

Kaum vorstellbar, dass im Dezember 1963 eine Musik-Maschine auf den Markt kam, die die Musikszene dermaßen auf den Kopf stellen würde. Erstmals war es möglich, ein ganzes Orchester mit einem Gerät erklingen zu lassen. Ob Chor, oder Flöte, Orgel oder Geige – alles war auf einmal möglich mit dieser Musikmaschine, die 70 Tasten besitzt. Die Rock- und Popwelt war begeistert. Besonders das Mk II erregte seinerzeit viel Aufsehen und verkaufte sich mit circa 350 Exemplaren relativ gut. Das Mk II ermöglichte einen bombastischen Livesound, zugleich ersparte es im Studio Extrakosten für Studiomusiker und Aufnahmezeit.

Einer der wenigen Menschen, die noch wissen, wie ein Mellotron funktioniert und vor allem, wie es zu reparieren ist, ist Klaus Hoffmann-Hoock aus Goch

Nun gehen solche Geräte, die auch weiterentwickelt und dadurch auch zuverlässiger wurden, doch auch schon mal kaputt oder müssen gewartet werden. Und da gibt es nicht ganz so viele die das auch heute noch können. Einer von denen, die sich seit langer Zeit mit dem Mellotron beschäftigen, es reparieren und wieder spielfähig machen ist der Musiker Klaus Hoffmann. „Manche Kisten“, so Hoffmann, „kommen in einem desolaten Zustand an!“

Auseinandernehmen, die Mechaniken säubern, die Bänder – immerhin zwei Meter lang – reinigen und justieren. Den Gleichlauf des Gerätes einpendeln, alles Dinge, die der ehemalige Lehrer mit seiner über vierzig jährigen Musikertätigkeit kann und beherrscht.

Aus ganz Europa kommen, wenn Bedarf besteht, die Geräte zu ihm. Mit penibler Genauigkeit geht Hoffmann, den seine Freunde auf Grund seiner Größe „den Langen“ nennen, vor, um das Gerät zu restaurieren. Liebhaber geben für die immer noch leicht leiernde Soundmaschine aus den sechziger Jahren schon mal einige Tausend Euro aus.

Was wären die Beatles, Pink Floyd oder The Moody Blues ohne Mellotron?

Genau das macht aber auch das Gerät aus – ein leicht leiernder, trotzdem phänomenaler Klang, der einfach zu der Musik aus der Zeit der Beatles, den Stones und fletwood Mac gehört. In seinem Keller hat der Musiker Hoffmann jede Menge Ersatzteile für das Mellotron im Laufe der Jahre angesammelt.

Ob Rahmen, in denen die Bänder laufen, spezielle Schrauben oder Tastaturen, ein Griff in die Asservatenkammer bzw. Schachteln und ein Mellotron ist nach der Reparatur, die nicht immer ganz einfach ist, wieder bühnenfähig einsetzbar. Selber hat der Musiker kein Mellotron mehr. Er spielt auf dem Memotron, das Nachfolgemodell, elektronisch und nicht mehr leiernd. Für diese Maschine erstellt er auch die verschiedenen Sounds am Computer.

Acht Sekunden lang dauert so ein Ton, genauso lange, wie es beim alten Mellotron der Fall ist und war. Acht Sekunden, hört sich wenig an, ist aber voll ausreichend. Wobei „der Lange“ eigentlich von der Gitarre kommt, seit Jahren aber schon erarbeitet und produziert Klaus Hoffmann-Hoock meditative Musik unter Alma Ata, Cosmic Hoffmann und Mind Over Matter, nicht nur mit der Gitarre.

Seit fast 40 Jahren ist Klaus Hoffmann-Hoock Mellotron-Fan. Eigentlich ist die Gitarre sein Instrument. Seit vielen Jahren ist er zudem Produzent meditativer Musik

Klaus Hoffmann-Hoock ist seit fast 40 Jahren begeisterter Mellotron Fan und ein Kenner der Materie. Aus seinen insgesamt 56 Mellotronen und ihren weit über hundert Bandrahmen stammen die Sounds, die sich im M-Tron (Pro), in diversen Sample-Librarys und in überarbeiteter Form im Memotron wiederfinden. Nicht nur als Soundlieferant, sondern auch als Musiker und Servicetechniker für Mellotrone ist er über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt.

Wer einmal hören will, wie ein Mellotron klingt, klickt sich mal hinein, Erklärstück mit Klaus Hoffmann-Hoock auf youtube:
www.youtube.com/watch?v=taDLH0R_CD0

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