Grippale Infekte, Fieber, Gliederschmerzen, Kurzatmigkeit, Magen-Darm-Probleme: Die Handballer des Regionalligisten OSC Rheinhausen waren auch in den vergangenen Tagen arg gebeutelt. „Ein geordnetes Training mit streckenweise nur fünf Spielern, davon zwei Torhüter, war eigentlich nicht möglich“, betont Trainer Thomas Molsner. Der hatte bei Sonntagsgegner DJK Unitas Haan deshalb angefragt, die Partie verlegen zu können. Die abstiegsbedrohten Gastgeber lehnten allerdings ab. Was nach den Statuten auch deren Recht ist. So wird der OSC am Sonntag (11.15 Uhr, Sporthalle Adlerstraße) vermutlich mit drei- bis vierköpfiger Verstärkung aus der Verbandsliga-Reserve auflaufen müssen.
OSC Rheinhausen: Fabian Büttner fällt mit Schulterblessur aus
„Wir stecken trotzdem den Kopf nicht in den Sand. Haan ist der Favorit. Vielleicht setzt die Konstellation bei uns aber ein wenig Energie frei“, sagt Trainer Molsner. Und vielleicht gibt es ja auch die eine oder andere Wunderheilung. Bei Leistungsträger Fabian Büttner ist dies allerdings nicht zu erwarten. Der Rückraumspieler laboriert an einer Schulterblessur, die er sich im Training vor dem Essen-Heimspiel zugezogen hat. Der MRT-Untersuchungstermin steht noch aus. „Wir hoffen alle, dass die Verletzung nicht so schlimm ist und Fabian in dieser Saison noch einmal für uns eingreifen kann“, versichert Coach Molsner.

Beim leichten Training - ein wenig Bewegung, ein wenig Torwürfe - war Büttner, der in der neuen Saison ja für den designierten Drittliga-Aufsteiger Interaktiv.Handball Düsseldorf/Ratingen auflaufen wird, in den vergangenen Tagen nicht dabei. Vermutlich wird es für den OSC in Haan ohnehin darauf hinauslaufen, überhaupt mindestens sieben Spieler aufzubieten.
OSC Rheinhausen II kann nur bedingt aushelfen
Kleine Schwierigkeit: Nicht jeder aus der Verbandsliga-Mannschaft kann am Sonntag in Haan aushelfen. Linksaußen Niklas Fenzel etwa, der beim 26:30 gegen TuSEM Essen II zuletzt Siebenmeterexperte Noah Adrian vertrat, muss passen, weil er sich sonst in der ersten Mannschaft festspielen würde. „Wir wollen natürlich unsere Zweite im Aufstiegsrennen nicht schwächen“, gibt Thomas Molsner mit Blick auf den Verbandsliga-Tabellenführer zu bedenken. Der OSC II ist dazu am Samstagabend bei Schlusslicht TV Biefang in Oberhausen gefordert. Dann gleich am Sonntag um 11.15 Uhr in Haan beim Regionalliga-Team auszuhelfen, dürfte keine Selbstverständlichkeit und auch eine Kraftfrage sein.

Die Möglichkeit, auch noch mal selber aufzulaufen, schließt Cheftrainer Molsner, der auch schon der Ü50-Generation angehört, aus: „Ich hatte meine Zeit, und die war ja auch lang und ausreichend.“ Bekanntlich noch mit 40 Jahren war der ehemalige Bundesligaprofi von TuSEM Essen in der Handball-Regionalliga aktiv.
OSC-Trainer Thomas Molsner ist für Aufstockung der Regionalliga
Die vierthöchste Spielklasse hat sich in den vergangenen Jahren als Gemeinschaftsprodukt mit den Mittelrheinteams nach vorn entwickelt. „Wir haben eine recht leistungsstarke Liga, die durch den vermehrten Abstieg nicht auseinander gerissen werden sollte“, hebt Thomas Molsner hervor. Und spricht sich dabei für den Antrag von Sonntagsgegner DJK Unitas Haan aus, die Nordrheinliga in der Spielzeit 2025/26 mit 16 statt mit 14 Vereinen laufen zu lassen. Aktuell gäbe es durch den vermehrten Abstieg aus der 3. Liga gleich sechs Absteiger aus der Regionalliga. Auch der OSC scheint, nur zwei Punkte über dem imaginären Abstiegsstrich, noch gefährdet.
„Der Handballverband sollte sich so schnell wie möglich mit den Vereinen zusammensetzen und beraten, wie es weitergeht. Ich halte die vorgeschlagene Aufstockung der Regionalliga für sinnvoll. Und vier Spiele mehr in der Saison sind auch zu stemmen“, erklärt Thomas Molsner. Noch ist allerdings unklar, in welche Richtung die Verantwortlichen beim HVN in dieser Sache denken.


