So ist es vor dem ersten Spiel in einer Play-off-Runde, da gibt es auch im Rollhockey keinen Unterschied: „Alles, was bisher in der Saison war, zählt nicht mehr.“ Das sagt Miquel Vila, Spielertrainer des deutschen Rekordmeisters RESG Walsum. Die Roten Teufel sehnen sich seit 1999 nach dem 17. Titelgewinn, der lange nicht mehr in so greifbarer Nähe erschien. Vila und seine Teamkollegen haben eine starke Punktrunde hingelegt und diese nur aufgrund einer verbandsseitig bescheiden kommunizierten Regel nicht als Erster, sondern als Zweiter der Tabelle abgeschlossen. Dies reichte aber immer noch, um das Play-off-Viertelfinale zu überspringen und nach über einem Monat ohne Pflichtspiel nun direkt das Halbfinale zu bestreiten, das am Samstag um 19 Uhr auswärts mit der ersten von maximal drei Partien gegen den Erzrivalen RSC Cronenberg beginnt.
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Wer von beiden Teams nun die angemessenere Vorbereitung bestreiten konnte, darüber lässt sich diskutieren. Die Cronenberger hatten zwar zwei Pflichtspiele zu absolvieren, diese hatten aber mit den Viertelfinalduellen gegen die SGR Darmstadt (8:0 und 12:1) besseren Trainingscharakter. Die RESG reiste für einen Test nach Frankreich und gewann mit 11:8 gegen CP Roubaix. „Die französische Liga hat ein höheres Niveau als die deutsche“, betont Miquel Vila. Ansonsten zogen die Walsumer ihre Einheiten in der Halle Beckersloh durch und versuchten sich vor allem im Kopf auf das Duell mit den Wuppertalern einzustimmen.
Sportlich, da sind sich alle Beteiligten einig, gibt es ohnehin keine Geheimnisse. „Das ist ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die Tagesform und kleine Fehler entscheiden werden“, glaubt Miquel Vila. Dass beide Mannschaften einander vom Leistungsvermögen her ganz nah sind, zeigte schon die Punktrunde, in der es zunächst einen umjubelten 3:2-Heimsieg der Walsumer mit drei Toren in den letzten sieben Minuten gab. Im Rückspiel in Cronenberg verspielte die RESG einen 4:0-Vorsprung, gewann aber nach Penaltyschießen mit 9:8.
Die Fahrt ins Bergische Land macht die komplette Stammbesetzung mit, verletzt fällt nur Youngster Tom Pillenkamp aus. Im Tor wird zunächst einmal Pau Nuevo beginnen, aber mit Fynn Hilbertz steht noch ein leistungsstarker Keeper als Ersatz bereit. Der Sieger dieses Spiels kann dann am kommenden Samstag ab 16 Uhr in der Halle Beckersloh den Sack zumachen; steht es nach diesen beiden Duellen 1:1, fällt die Entscheidung tags darauf wiederum ab 16 Uhr in der Walsumer Heimstätte.


