Nach dem Abpfiff herrschte Freude pur: Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort haben sich kurz vor dem Weihnachtsfest schon einmal selbst beschenkt in Form von zwei immens wichtigen Pluspunkten. Das Team um Trainerin Bettina Grenz-Klein siegte zum Jahresabschlussspiel beim 1. FSV Mainz 05 verdient mit 28:24 (17:13). Der TuS Lintfort kann somit im Abstiegskampf erst einmal durchatmen nach zuletzt vier Niederlagen in Serie. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nun immerhin drei Punkte.
Nach zuletzt vier Niederlagen: TuS Lintfort kann durchatmen
Die Gäste vom linken Niederrhein hatten sich am Samstagabend von Beginn an als eine Einheit präsentiert – laufstark und kämpferisch. Man konnte sehen, dass die Mannschaft sich etwas vorgenommen hatte. Die Körpersprache war eine andere als noch in den vergangenen Wochen. Positiv war vor allem die Grundstimmung in der Abwehr. Glanz bekam die Defensive allerdings erst durch Torhüterin Norah Kothen. Was die erst 19-Jährige so alles an gegnerischen Würfen „abfischte“, kann nur in den höchsten Tönen gelobt werden. Mainz hatte sichtlich Respekt vor der TuS-Keeperin und leistete sich deshalb auch so viele „Fahrkarten.“

Lintfort hatte es in Abschnitt eins aber auch geschafft, viel Energie in der Offensive freizusetzen. Erfreulich war, dass diesmal die Trefferquote stimmte. So überzeugte Rückraum-Ass Eline Veltrop als eine kluge Anspielerin. Die erneut bärenstarke Kreisläuferin Jana Willing profitierte davon mehrmals. Auch Spielgestalterin Milica Vlahovic besaß Präsenz. Lintfort dominierte das Geschehen, führte schon mit 10:6 (18.) und 15:9 (24.). „Die ersten 30 Minuten waren sehr erfreulich“, betonte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein nach dem Spiel: „Norah hat sich dabei richtig in die Partie reingefressen.“
Bettina Grenz-Klein. „Die Aktionen waren nicht zwingend genug“
Der TuS Lintfort führte nach dem Seitenwechsel noch mit 19:13 (32.), ehe das ganze Gesamtkonstrukt dann doch zu bröckeln begann. Die TuS-Spielerinnen machten Fehler, der Auftritt wurde in kurzer Zeit ziemlich zittrig. „Wir haben nach dem Seitenwechsel zu schnell den Faden verloren“, gab Trainerin Bettina Grenz-Klein zu: „Die Aktionen waren einfach nicht zwingend genug. Uns ist nichts mehr eingefallen.“
Spielstatistik
TuS Lintfort: Norah Kothen, Laura Graef – Sydney Lupisella 3, Eline Veltrop 5, Julia Fassbender, Nathalie Corsten 2, Milica Vlahovic 5, Nyah Metz 1, Pia Kühn, Jana Willing 7, Svenja Rottwinkel 4/4, Insa Weisz 1.
Und so geht es weiter: Der TuS Lintfort tritt im ersten Spiel des neuen Jahres am 5. Januar um 16 Uhr beim HC Leipzig an.
Der TuS Lintfort schwankte gewaltig, kassierte sogar den 20:20-Ausgleich (44.), fiel aber nicht. Denn auf Norah Kothen war weiterhin Verlass. Die prächtig aufgelegte Torhüterin entnervte und narrte ihre Gegenspielerinnen, war der Faktor, weshalb ihre Mitspielerinnen tief Luft holen konnten und sich wieder zu einer Einheit zusammenschlossen. Die Mainzer Aufholjagd fand somit ein jähes Ende.

Lintfort hatte seine zittrige Phase überwunden und übernahm wieder die Kontrolle. Die Deckung agierte stabil, im Angriff lief der Ball gut durch die eigenen Reihen. Es stand wieder eine Einheit auf dem Feld, die sich selbst durch die dritte Zeitstrafe von Eline Veltrop (51./Rote Karte) nicht mehr einschüchtern ließ.
So avancierte eben Sydney Lupisella „zur Frau der Schlussminuten“. Die quirlige Rückraumspielerin marschierte unbekümmert durch die Mainzer Verteidigung und warf drei ganz wichtige Tore. „Es war ein Sieg der Moral“, freute sich Bettina Grenz-Klein abschließend: „Jede Spielerin gilt es zu loben – Norah jedoch ein bisschen mehr. Jetzt können wir schöne Weihnachten feiern.“


