Gut zweieinhalb Jahre nach dem freiwilligen Rückzug aus der 2. Volleyball-Bundesliga klopft der Moerser SC wieder an die VBL-Pforte. Am kommenden Samstag (18 Uhr) steht für den Tabellenzweiten nicht nur die Drittliga-Partie bei der DJK Delbruck an. Der MSC gastiert am Wochenende auch auf dem Workshop zur Vorlizensierung für die Volleyball-Bundesliga in der Nähe von Leipzig. Die kommissarisch in den Vorstand aufgerückten Frank Heinrich als 2. Vorsitzender sowie Monika Lohmann als Schatzmeisterin werden die Moerser vor Ort bei der VBL-Runde vertreten.

Moerser SC steigt am Ende der Saison 2021/22 aus der 2. Liga aus

„Wir haben unsere Unterlagen für eine VBL-Lizenz zur neuen Saison eingereicht“, betont der MSC-Vorsitzende Guido Lohmann gegenüber der Redaktion, „ich bin sehr zuversichtlich, dass es mit der Spiellizenz für uns klappt.“ Die Adler sind, was den aktuellen Etat anbetrifft, finanziell dem Vernehmen nach schon so gut aufgestellt wie in der Spielzeit 2021/22. Damals hatte Klubgründer Günter Krivec vor dem entscheidenden Spiel um Platz eins beim späteren Meister TuS Mondorf aus Bonn den Rückzug aus finanziellen Gründen angekündigt. Statt möglicherweise in der höchsten Spielklasse ging es dann bekanntlich ja in der viertklassigen Regionalliga weiter.

MSC-Vorstandschef Guido Lohmann setzt darauf, dass die Moerser die Spiellizenz der VBL für die neue Saison bekommen werden.
MSC-Vorstandschef Guido Lohmann setzt darauf, dass die Moerser die Spiellizenz der VBL für die neue Saison bekommen werden. © FUNKE Foto Services | Fabian Strauch

Der sportliche Weg mit talentierten Spielern aus der Niederrhein-Region zeigte nach einer Eingewöhnungssaison wieder nach oben. Auf den Drittliga-Aufstieg folgt derzeit Platz zwei in der Tabelle hinter dem FCJ Köln und damit die erneute Aufstiegschance in die zweithöchste Spielklasse. „Wir wollen für die Spieler in Moers optimale Rahmenbedingungen schaffen und Berufs- oder Studienperspektiven mit hochklassigem Volleyball verknüpfen“, betont Vorstandschef Guido Lohmann.

Moerser SC gegen den VfL Lintorf doch nicht so schlecht

Die bislang sportlich gute Saison steigert natürlich auch die Erwartungshaltung bei allen Beteiligten. Den Erfolgsdruck haben sich die Adler praktisch selbst erarbeitet. Trainer Hendrik Rieskamp sieht das ähnlich, rückt aber das eher glückliche 3:2 zuletzt im Heimspiel gegen den VfL Lintorf etwas zurecht. „Wir haben nicht so schlecht gespielt, wie es bei vielen Beobachtern vielleicht der Eindruck war“, betont der Coach nach Videostudium. Den Gästen gelang vor allem im ersten Satz fast alles. Der MSC steigerte sich dann, um im vierten Satz mit einigen schlechten eigenen Entscheidungen den Faden zu verlieren und die Nervosität zu schüren.

Soll nach Schulterverletzung demnächst wieder ins Training einsteigen: Diagonalspieler Lukas Lübke (Mitte).
Soll nach Schulterverletzung demnächst wieder ins Training einsteigen: Diagonalspieler Lukas Lübke (Mitte).© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

„Auch aus diesem Spiel müssen wir lernen“, betont daher Coach Rieskamp. Der erwartet am Samstagabend in Delbrück einen ähnlich befreit aufspielenden Gegner wie Lintorf. Die Gastgeber haben in Zuspieler Johannes Grodde und im Außenangreifer Maximilian Protte zwei Akteure mit Zweitliga-Erfahrung auf dem Feld. Im Hinspiel setzte sich der MSC mit guter Leistung übrigens 3:0 durch. Dieses Ergebnis würde Tabellenplatz zwei festigen. Spitzenreiter FCJ Köln, trotz der 0:3-Pleite in Aachen kürzlich immer noch fünf Punkte vor den Moersern platziert, dürfte sein Heimspiel gegen den Rangvorletzten TK Hannover am Samstag gewinnen.

Moerser SC: Lukas Lübke soll in drei Wochen wieder trainieren

Beim MSC fallen Jan Lenkeit (privat verhindert), Timo Moysig (Prüfungsphase) und auch Lukas Lübke aus. Der Diagonalspieler laboriert zwar an einem Sehnenanriss in der rechten Schulter. Mit einer gezielten Physiotherapie könnte Lübke allerdings in drei Wochen wieder hergestellt sein und voll trainieren - so das Resultat aus zwei Ärztemeinungen. Es war intern schon so ein wenig das Saison-Aus für den 26-Jährigen befürchtet worden. „Wenn es mit dem Training demnächst wieder klappt, wäre das für uns natürlich eine sehr gute Nachricht“, betont Trainer Hendrik Rieskamp. Diagonalspieler Lübke zählt, wenn er denn fit ist, zu den Punktesammlern im Team der Moerser Adler.