Seit 16 Jahren ist Philip Grühn für den GSC Moers auf Eishockey-Kufen unterwegs. „Das ist mein halbes Leben“, hebt der 32-jährige Kapitän des Regionalligisten hervor: „Da ist doch klar, dass mich zuletzt die Jahreshauptversammlung mit möglichen Veränderungen ganz schön mitgenommen hat.“ Das Team war vergangenen Freitagabend vollzählig vertreten, als mit dem Wechsel an der Führungsspitze von Heinz-Josef Böhme zu Andreas Schleicher auch im Raum stand, dass die Tage der Black Tigers in vierthöchsten Spielklasse möglicherweise gezählt sind. Und dies, obwohl zuletzt in Patrick Klein (31) sogar ein ehemaliger DEL-Torwart der Krefeld Pinguine punktuell mittrainiert und mit einem Einsatz für Moers geliebäugelt hatte.
GSC Moers startet Freitag beim ESV Bergisch Gladbach
Vor dem anstehenden ersten Play-off-Viertelfinale am Freitag (20.15 Uhr, Eissporthalle Saaler Mühle) beim favorisierten ESV Bergisch Gladbach wird es keine Klarheit darüber geben, wie es für den GSC sportlich weitergeht. „Mein erster Eindruck auf der Versammlung war, dass die Black Tigers ein Hobby seien. Das passt mit unseren aufgebauten Ambitionen der vergangenen drei Jahren sowie mit einer tollen Saison in der Regionalliga und Platz sechs nicht zusammen. Unsere Kurve zeigt doch seit langem nach oben“, bekräftigt Teamkapitän Grühn. Der will nun so schnell wie möglich mit dem neuen Vorsitzenden Andreas Schleicher Kontakt aufnehmen, um so eine klare Richtung zu erkennen, was die Eishockeyzukunft der ersten Mannschaft anbetrifft.

„Die Regionalliga ist für Moers finanziell kein Minusgeschäft. Dazu haben wir auch sportlich gezeigt, dass wir mithalten können. Selbst gegen Teams wie Ratingen, Dortmund oder Bergisch Gladbach, die mehr oder weniger professionell arbeiten und ihre Spieler auch so behandeln“, bekräftigt Philip Grühn. Der erinnert sich nur zu gern an seine Anfänge in Moers. An Pokalspiele vor vollem Haus gegen Ex-DEL-Team Moskitos Essen oder gegen den Herner EV. Grühn kennt aber auch die Kehrseite seiner Jahre: viele Spiele vor 25 Interessenten auf niedrigster Ligastufe. „Da“, sagt der Kapitän, „wollen die meisten im Kader ganz sicher nicht mehr hin.“
GSC Moers zeigt gegen ESV Grizzlys Bergkamen Moral
Bei einem freiwilligen Abstieg würden sich vermutlich große Teile des aktuellen Aufgebots abwenden und sich eine neue Aufgabe im Eishockey an Rhein oder Ruhr suchen. Doch so weit ist es noch lange nicht. Der 5:4-Penaltysieg am vergangenen Sonntag über den Tabellenfünften ESV Grizzlys Bergkamen war ein kleiner Beweis dafür, dass die Schwarz-Gelben den Kopf nicht in den Sand stecken wollen. Die Zukunft muss noch warten, jetzt sind Play-offs.

Im ESV Bergisch Gladbach geht es gegen einen schlagbaren Gegner. Das Eberlein-Team verlor beim ESV knapp mit 4:5, setzte sich aber in der Enni-Eiswelt mit 3:2 im Penaltyentscheid durch. „Wir haben eine Chance aufs Halbfinale“, bekräftigt Trainer Maximilian Eberlein. Der muss zwar am Freitagabend im ersten Treffen mit nur drei Reihen auskommen, sagt aber: „Kleiner Kader, gefährlicher Kader.“ Am Sonntag (18.15 Uhr, Filder Straße) sieht im zweiten Play-off-Match personell besser aus. Für Dienstag (19.30 Uhr) ist ein mögliches finales drittes Spiel angesetzt.
GSC Moers: Ryan Frantz ist einer der Spieler der Saison
Neben den verletzten Tatjana Pfeifer, Sven Renner und Jan Theuerkauf sind Maik Bregulla und Kapitän Philip Grühn am Freitag verhindert. Marc Schaub und Christian Robens müssen arbeiten. Mit Ryan Frantz kehrt einer der Spieler der Saison beim GSC Moers in den Kader zurück. Der 19-jährige Duisburger hat mit den Moskitos Essen nicht nur seine DNL-U20-Gruppe gewonnen. Der Förderlizenzakteur ist als Allrounder auch eines der positiven Ausrufezeichen im Moerser Kader. „Ryan hat sich bei uns sehr gut entwickeln“, bekräftigt Trainer Maximilian Eberlein.


