Mit seinem zweiten Saisontreffer in der fünften Minute der Nachspielzeit sicherte Lucas Halangk dem Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen den 3:2 (0:0)-Erfolg beim Wuppertaler SV. Die Kleeblätter konnten so trotz eines zwischenzeitlichen 1:2-Rückstands und der Roten Karte von Simon Ludwig nach Abpfiff gemeinsam mit den mitgereisten Kleeblatt-Fans den siebten Saisonsieg feiern. Nach der Partie sprach die Sportredaktion mit Halangk über den dramatischen Sieg im Stadion Zoo, den schmalen Grat zwischen Erfolg und Misserfolg und Moritz Stoppelkamp.

Lucas Halangk, so unmittelbar nach diesem späten Sieg. Lassen sich da überhaupt Worte für die eigene Gefühlslage finden?

Eigentlich nicht (lacht). Ich glaube, wer den Jubel nach dem Tor gesehen hat, wie wir da bei den Fans standen, der weiß, wie sehr wir uns über den Sieg gefreut haben. Wenn man den Spielverlauf betrachtet, hat nach dem 2:1 für Wuppertal und der Roten Karte für Simon Ludwig wahrscheinlich kaum noch jemand einen Pfifferling auf uns gesetzt. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Mannschaft nicht nur noch den Ausgleich macht, sondern das gesamte Spiel dreht. Man muss sagen, es war nicht unser bestes Spiel. Aber gerade in Unterzahl haben wir alles nach vorne reingehauen. So nach dem Motto: alles oder nichts. Nico Klaß rettet kurz vor dem 3:2 auch in höchster Not, da kann es auch anders ausgehen. Aber so war das Spiel und am Ende hat sich das Risiko ausgezahlt. So einen Sieg erlebt man nicht alle Tage.

Könnte die Partie mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf möglicherweise ein Sieg mit Signalwirkung gewesen sein? Ähnlich wie es der späte 3:2-Sieg vergangenen Saison daheim gegen den FC Gütersloh war?

Wir reiten jetzt seit ein paar Wochen auf einer kleinen Welle. Sicherlich hatten wir jetzt zuletzt mit dem Unentschieden gegen Lotte einen kleinen Dämpfer. Aber trotzdem sieht man die Entwicklung in der Mannschaft. Es läuft einfach und daran gilt es natürlich anzuknüpfen. Wir dürfen nicht den Faden verlieren, sondern müssen weiter fokussiert bleiben. Wie gesagt, es war gegen den WSV nicht unser bestes Spiel. Aber vielleicht gehört der Sieg ja auch zu dem Glück dazu, was wir momentan haben. Das müssen wir jetzt analysieren, um dann gegen Bochum II wieder eine gute Leistung zu zeigen.

Das Spiel war in vielerlei Hinsicht ein Ritt auf der Rasierklinge. Nicht nur, was den Spielverlauf betrifft, sondern auch mit Blick auf die Konkurrenz. Zwischenzeitlich betrug der Rückstand auf die Spitze neun Punkte.

So ist der Fußball. Es kann schnell in die eine oder andere Richtung gehen. In ein paar Minuten ändert sich alles. Aber so eine Saison ist lang. Wir freuen uns, dass wir weiterhin Anschluss an die Spitze haben und im oberen Drittel dabeibleiben. Das haben wir uns heute erkämpft und erarbeitet.

Moritz Stoppelkamp hat nach langer Zeit mal wieder in der Startelf gestanden und den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 erzielt. Wie haben Sie seine Leistung gegen den WSV gesehen?

Wir stellen uns alle in den Dienst der Mannschaft. Da muss jeder, ob er nun von Anfang an spielt oder von der Bank aus kommt, Gas geben. Das hat Stoppel gemacht. Er hat sich heute mit seinem Tor belohnt. Vielleicht freut ihn das umso mehr, weil er in den letzten Spielen nicht von Anfang an ran durfte. Mich freut es auf jeden Fall für ihn. Das ist auch wichtig für eine Mannschaft, dass auch die, die neu bzw. wieder reinkommen, genauso ihre Leistung zeigen und auch Tore schießen.