Es ist beschlossene Sache: Rees soll einen Bürgerwald bekommen. Bei der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung, Bau und Vergabe in der vergangenen Woche votierte die Politik einstimmig für die Einrichtung eines Bürgerwaldes. Keine ganz neue Idee: Denn die Grünen hatten bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres ihren Antrag auf die Einrichtung eines solchen Bürgerwaldes eingereicht.
Für die Grünen war die Idee ein Beitrag zum Klimaschutz in der Stadt. Nach ihren Vorstellung sollte eine Fläche (mindestens ein Hektar) für den Bürgerwald bereitgestellt werden. Mehrmals im Jahr sollten hier von Bürgern gespendete Bäume eingepflanzt werden. Dabei war eine naturnahe Entwicklung gewünscht. Die notwendige Unterhaltung sollte von Bürgern in ehrenamtlicher Tätigkeit durchgeführt werden.
Stadtverwaltung hatte einen alternativen Vorschlag
Lesen Sie auch diese Nachrichten aus Emmerich und Umgebung
- Emmerich: So ist es um die Emmericher Finanzen bestellt
- Emmerich: Lehrermangel im Kreis Kleve
- Rees: Ein Wimmelbuch für Rees
- Anholt: Die DRK-Kita in Anholt wird erweitert
- Lesen Sie hier alle Nachrichten aus Emmerich, Rees und Isselburg
Generell stieß der Vorschlag eines Bürgerwaldes auch bei der Reeser Stadtverwaltung auf offene Ohren. Die wandelte die Idee der Grünen allerdings etwas ab. Statt den Bürgern eine direkte Baumspende – gerne auch von Bäumen aus dem eigenen Garten – zu erlauben, sollen die Bürger nun Geld für Bäume spenden können. „Die eigene Auswahl der Setzlinge ist für den Bürger nicht ganz einfach, wenn keine Fachkenntnisse, insbesondere zur vorhandenen Bodenbeschaffenheit, erforderlicher Abstand der Baumsorten zueinander, vorhanden sind“, hieß es dazu in der Vorlage der Verwaltung.
Mit der Spende der Bürger sollen dann klimaresistente Bäume in Abstimmung mit dem Revierförster angeschafft und gepflanzt werden. Ebenfalls in Abstimmung mit Wald und Holz NRW soll eine Pflege und Durchforstung der so entstehenden Waldfläche durchgeführt werden. Den daraus entstehenden Nachteil listete die Verwaltung in ihrer Vorlage ebenfalls direkt auf: Durch dieses Konzept werde ein dauerhaftes ehrenamtliches Engagement der Bürger für „ihren“ Wald kaum möglich. Allerdings könnten die Baumspender bei der Anpflanzung mit einbezogen werden.
Grüne hätten gerne einen wilderen Wald gehabt
Zwar stimmten die Grünen dem Konzept der Verwaltung am Ende zu und freuen sich generell darüber, dass ein Bürgerwald in Rees entstehen soll, ganz zufrieden sind sie mit der Idee aber nicht. „Die Art der Bepflanzung hatten wir uns anders vorgestellt“, erklärte Grünen-Sprecher Helmut Wesser nach der Entscheidung im Ausschuss. Zum einen hätten es die Mitglieder seiner Fraktion lieber gesehen, wenn nicht ein Großteil des Waldes in relativ kurzer Zeit gepflanzt werden würde.
Außerdem hätten es die Grünen auch schöner gefunden, wenn man einen etwas „wilderen“ Wald gehabt hätte, auch im Bezug darauf, welche Pflanzen da wachsen. „Es wäre kein Drama, wenn da ein Obst- oder Nußbaum steht“, erklärte Helmut Wesser den Gedanken. So hätten Bürger beispielsweise Bäume, die in ihrem Garten keinen Platz mehr hätten, eventuell in den Bürgerwald verpflanzen können.
Von den Grünen vorgesehene Fläche nicht verfügbar
Ursprünglich hatten die Grünen auch schon eine Idee, wo der Bürgerwald hätte entstehen können. Nämlich auf dem rund vier Hektar großen Areal zwischen B67 und zukünftigen Krematorium am Grüttweg, dessen Eigentümer die Stadt ist. Allerdings ist diese Fläche langfristig verpachtet und fällt deswegen aus. Allerdings hätte aus der Sicht der Partei auch eine Anbindung an einen schon bestehenden Wald einige Vorteile für sich.
Nun muss noch eine entsprechen geeignete Fläche für den angedachten Bürgerwald gefunden werden. „Das ist eine schwierige Aufgabe“, kündigte Stadtsprecher Jörn Franken bereits auf Nachfrage der Redaktion an. Es könnte also noch etwas dauern, bis die Reeser Bürger für einen Baum in „ihrem“ Bürgerwald spenden können.



