Umzug

Rees: Apotheke Millingen ist nach Umzug modern ausgestattet

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Strahlt in neuen Räumlichkeiten: Das Team der Apotheke Millingen.

Strahlt in neuen Räumlichkeiten: Das Team der Apotheke Millingen.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Rees-Millingen.  Mut zur Investition gefasst: Apotheke Millingen ist in alte Sparkassen-Filiale gezogen. Wie ein Roboter die Arbeit fürs Team sehr erleichtert.

  • Seit 1973 befand sich die erste und einzige Apotheke in Millingen an der Hauptstraße 36.
  • Nach dem Umzug ist die Apotheke sehr modern aufgestellt und kann den Service verbessern.
  • Ein Roboter kommissioniert bis zu 10.000 Arzneimittel auf engstem Raum.

Es sind nur 120 Meter die Straße hoch. Aber für die Apotheke Millingen bedeutet der Umzug von der Haupstraße 36 zu Haupstraße 22a – bis 2017 Sparkassen-Gebäude – einen Quantensprung. Denn die erste und einzige Apotheke im Ort (seit 1973) kann jetzt ein modernes Apothekenkonzept umsetzen. Barrierefrei, technisch auf einem aktuellem Stand, und alles so eingerichtet, wie eine moderne Apotheke es braucht. „Die Leute erwarten einen Vor-Ort-Service“, weiß Betreiberin Uta Schürholz, der ein Stein vom Herzen fällt.

Mitten in der Investition starb Dr. Uwe Ryan

Weil der Schritt viel Mut gekostet habe. Weil der Umzug seit Herbst 2022 geplant war. Weil es immer wieder Hindernisse gab. Weil der Umzug selbst ein totaler Kraftakt war, den das 13-köpfige Team mit viel Herzblut neben dem normalen Betrieb bei nur zwei Schließtagen gemeistert hat. Weil nach dem plötzlichen Tod von Dr. Uwe Ryan, für den zum Glück eine Nachfolgerin gefunden wurde, die ganze Sinnhaftigkeit der Investition ohne Hausarzt im Dorf plötzlich infrage stand. Und weil die 56-jährige Betreiberin ja nur mit einer modernen Apotheke langfristig auch die Chance auf einen Nachfolge sieht.

Verbesserte Parkplatzsituation

Der Bedarf in ganz Rees sei enorm: „Es gibt nach der Schließung in Haldern nur noch drei Apotheken für ganz Rees“, staunt Schürholz. Dabei sei es so wichtig vor Ort präsent zu sein, findet Schürholz. Der Fachkräftemangel und immer kompliziertere Rahmenbedingungen wirkten sich aus.

Vergrößert hat sich die Apotheke Millingen nicht, aber eben ganz anders aufgestellt: „Die Amtsapothekerin hat uns dabei sehr geholfen“, berichtet Schürholz. Nun sei es passgenau. Und tatsächlich kämen 120 Meter weiter, direkt neben dem Edeka, auch mehr Laufkunden vorbei. Manch ein Kunde, der sich vorher nur noch hat beliefern lassen, kommt nun wieder hinein. Auch die Parkplatzsituation sei verbessert.

Der automatische Kommissionierer erleichtert die Arbeit

Herzstück der kernsanierten Immobilie ist vielleicht der Kommissionierer. Der Roboter lagert und organisiert bis zu 10.000 Arzneimittel – aktuell 7500. Und das auf engstem Raum: „Er ist wie ein Mitarbeiter. Sehr schnell und präzise. Für die Pharmazeutisch kaufmännischen Assistentinnen eine enorme Erleichterung“, freut sich die Chefin, die die Apotheke Millingen seit 2009 leitet.

Der Roboter checke die Bestände, organisiere sich selbst um, „und macht deutlich weniger Fehler – das fällt auf“. Im Nu könnten ganze Arzneimittellisten ausgespuckt werden. Im hinteren Bereich gibt es einen eigenen Schacht für die Arzneimittel fürs Altenheim, die dort nun so kommissioniert werden können, dass die Kollegin dem Tagesgeschäft nicht im Wege steht.

Viele Weiterbildungen

Endlich könne man in einem abgetrennten Bereich, der die Intimsphäre respektiert, auch mal Kompressionsstrümpfe anprobieren. „Es ist elendig, diese zu tragen. Die müssen passen“, erklärt Schürholz. Mitarbeiterinnen hätten sich hierfür und für andere Servicethemen nun eigens weitergebildet: „Die Kunden kommen teils aus Bocholt hierher.“ Auch in Sachen Inhalationsgeräte ist die Apotheke Millingen nun weitergebildet.

Übrigens war auch die Betuwe ein Argument für den Umzug. Denn unmittelbar vor den Bahngleisen hätte sich die Apotheke während der Bauzeit in einer Sackgasse befunden: „Die Umgehungsstraße ist schon sehr wichtig für uns“, weiß die Apothekerin.

Aktionstag am Samstag, 3. Dezember

Am Samstag findet eine offizielle Eröffnung statt. Die Gäste können mit einem Sekt anstoßen, ins Gespräch kommen. Es gibt ein Kinderschminken. Und manch ein technisch interessierte Millinger möchte bestimmt mal den Kommissionierer näher begutachten. „Alle sind herzlich willkommen“, sagt Uta Schürholz.

>> Weitere Apothekerin gesucht

Übrigens: Ute Schürholz sucht noch eine Reinigungskraft und eine weitere Apothekerin. Denn neben ihr hat sie nur für zwölf Stunden in der Woche eine weitere im Team. Ohne Apothekerin darf aber nicht geöffnet sein. Bewerber können sich unter 02851/9730 melden.

Weitere Infos unter www.apotheke-millingen.de. Öffnungszeiten: montags bis freitags, 8.30 bis 12.30 Uhr und außer mittwochs 14.30 bis 18.30 Uhr. Samstags von 8.30 bis 13 Uhr.

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