Der Vorsitzende der CDU Rees, Michael Arts-Meulenkamp, verwehrt sich gegen die
fortgesetzten Einmischungsversuche von Ortsfremden in die Reeser Kommunalpolitik. „Die
Bürger der Stadt Rees lassen sich nicht vom Kerkener Guido Winkmann vorschreiben, wen sie
bei der Landratswahl zu wählen haben. Wer betont ‘Auch der Süden ist wichtig‘ plakatiert, für
den kommt die rechte Rheinseite offensichtlich unter ferner liefen“, so Arts-Meulenkamp. Der Kreis brauche einen Landrat, der zusammenführe und nicht spalte.

Michael Arts-Meulenkamp hinterfragt Verlässlichkeit von Guido Winkmann

Besonders befremdlich werde Winkmanns Vorgehen, wenn er vom FDP-Fraktionsvorsitzenden aus Goch, Christian Peters, mit Postings online bei seinen Einmischungsversuchen in Rees unterstützt werde. Dieser arbeite damit sogar gegen den eigenen FDP-Landratskandidaten. „Es ist absurd, wenn Winkmann und seine Unterstützer anderen mangelnde Verlässlichkeit vorwerfen. Winkmann und seine Anhänger belegen stets aufs Neue, dass sie selbst in keiner Weise verlässlich sind. Die Reeser werden selbst entscheiden, wen sie wählen“, unterstreicht Arts-Meulenkamp.

„Als CDU-Vorsitzender bin ich sicher, dass die Reeser ihren Bürgermeister Christoph Gerwers, der seit 13 Jahren die Stadt Rees gut und erfolgreich führt, den sie lange kennen und vertrauen, als Landratskandidaten unterstützen werden“, so Arts-Meulenkamp weiter.

+++ Das hatte die NRZ bisher berichtet +++

Wenn Fußballprofis, also Berufsfußballspieler, den Verein vorzeitig verlassen, um anderswo mehr Geld zu verdienen, wird eine Ablösesumme an den abgebenden Verein fällig, damit eine Vertragsauflösung stattfinden kann. Manchmal, wie jetzt gerade beim neuen Schalker Trainer Thomas Reis, kauft sich der Betroffene nach Medienangaben sogar mit Geld aus eigener Tasche aus seinem Vertrag heraus.

Winkmann schätzt Kosten für Landratswahl mit 500.000 Euro

Wenn jedoch auf Zeit gewählte Berufspolitiker ihren Posten vorzeitig verlassen, um unter anderem zu einem besser bezahlten Posten zu wechseln, führt das -wie jetzt im Kreis Kleve- zu Neuwahlen des Landratsamtes. Und diese Ablösesumme zahlen die Steuerzahler und nicht die wechselnden Politiker oder die im Hintergrund stehenden Parteien, weil neu gewählt werden muss. Ex-Landrätin Silke Gorißen hatte nach nur 18 Monaten den Kreis Kleve Richtung Düsseldorf verlassen. Der Bürgermeister aus Rees möchte nun ebenfalls seinen Posten verlassen, um künftig Landrat zu werden.

Der Posten des Landrats wird viel besser bezahlt als der des Bürgermeisters. „Die Neuwahl im Kreis Kleve kostet meinen Berechnungen zufolge mindestens 500.000 Euro. Eine mögliche Neuwahl in Rees ist hier noch gar nicht eingerechnet“, so der parteilose Landratskandidat Guido Winkmann. Seine Berechnungen hat Winkmann in einem kurzen Video transparent in seinen sozialen Netzwerken hinterlegt. Die Informationen hierzu hat Winkmann teilweise bei der Kreisverwaltung Kleve angefragt und erhalten.

Porto, Erstellung und Versand von Wahlunterlagen kosten rund 300.000 Euro

„Alleine die Portokosten, Erstellung und Versand der Unterlagen der 266.533 Wahlberechtigten kosten schon zirka 300000 Euro.“ Winkmann zeigt sich überrascht, dass dieses Thema nicht transparent den Bürgern vermittelt werde. „Ich kann die Arbeit des Reeser Bürgermeisters aus der Ferne nicht beurteilen. In Rees ist er vor zwei Jahren für die Dauer von fünf Jahren gewählt worden. Schon 2016 wollte der Berufspolitiker Gerwers als Bürgermeister Rees in Richtung Bundestag verlassen. Wenn jemand scheinbar immer wieder Abwanderungsgedanken hegt, dann ist das alles andere als zuverlässig! Nicht, dass er bald wieder in den Bundestag möchte und den Kreis im Falle seiner Wahl kurz danach wieder verlässt“, so der parteilose Polizeibeamte.

Winkmann hat sich entschlossen, den Reesern auf seinem Wahlplakat eine Botschaft zu senden: „Liebe Reeser, Ihr Bürgermeister gehört Ihnen!“ Winkmann hofft, damit eine zweite kostspielige Neuwahl in Rees auf Kosten der Steuerzahler zu vermeiden.

Christoph Gerwers vermisst Fairplay von Guido Winkmann

Der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers kandidiert für die CDU um das Amt des Landrates im Kreis Kleve. Die Vorwürfe von Guido Winkmann erachtet er als nicht fair. Er kontert.
Der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers kandidiert für die CDU um das Amt des Landrates im Kreis Kleve. Die Vorwürfe von Guido Winkmann erachtet er als nicht fair. Er kontert.© NRZ | Andreas Gebbink

Auf die Pressemitteilung reagiert CDU-Landratskandidat Christoph Gerwers prompt: „Die Ausführungen von Herrn Winkmann sind erstaunlich. Er selbst hat vor gerade einmal einem Jahr öffentlich über eine Kandidatur für den Landtag NRW nachgedacht, hat dann aber mangels Zuspruch gekniffen. Wie sieht es denn vor diesem Hintergrund mit seiner eigenen Verlässlichkeit aus? Winkmann selbst stand nie für ein längerfristiges Engagement in einem Rat oder einem Kreistag zur Verfügung, während ich seit 13 Jahren erfolgreich eine Verwaltung führe.“

„Herr Winkmann hat als Schiedsrichter ein merkwürdiges Verständnis von Fairness“, so Gerwers weiter: „Er kennt weder meine langjährige Arbeit in Rees, noch mich persönlich. Gleichzeitig unterstellt er mir unlautere Absichten. Herr Winkmann disqualifiziert sich damit für das Amt des Landrates. Ein Landrat muss zusammenführen und darf nicht spalten.“

Sorgt Kandidatur von Winkmann für eine Stichwahl?

Auch zur Personalie Silke Gorissen äußert sich Gerwers: „Die Berufung von Silke Gorissen ist gut für den Kreis Kleve und seine Menschen. Erstmals seit 2013 ist der Kreis Kleve wieder in einer Regierung vertreten, so dass seine Interessen zusätzliches Gewicht finden. Demokratie kostet nun einmal Geld. Niemand wirft Herrn Winkmann vor, dass seine Kandidatur schon 2020 und jetzt auch möglicherweise wieder 2022 eine Stichwahl mit all ihren Kosten nötig macht.“