„Du weißt, ich liebe das Leben“ schmettert Vicky Leandros aus einem Lautsprecher am Bahnhof Moers. Leonie und Liv aus Mülheim singen in Feierlaune lauthals mit. Karneval, Kamelle, Krokodile und Könige – alles kommt an diesem jecken Tag zusammen. Der Nelkensamstagszug, der in Duisburg-Hochheide mit bester Laune beginnt, endet genauso stimmungsvoll und friedlich in Moers.

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Die Revierzoos müssen leergefegt sein, denn es sind unglaublich viele wilde Tieren unterwegs. An der Kreuzung Ottostraße/Moerser Straße haben sich kurz nach dem Start des Zugs Tiger Kevin Pest mit seiner angetrauten Giraffe Michele und dem Löwensöhnchen Phil aufgestellt und fleißig Süßigkeiten eingeheimst. Zlatko Vrdoljak steht mit Jennifer, Marlon (9) und Liam (4) in der Gruppe der exotischen Vierbeiner – alle mit strahlenden Gesichtern. Die Karnevalisten kommen aus Neukirchen-Vluyn und Moers, feiern aber genau an dieser Kreuzung immer Karneval. Weil Kevin und Zlatko aus Homberg kommen. So viel Lokalpatriotismus muss sein.
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Ein grün-roter Wagen rollt vorbei, geschmückt mit langen Knoblauchzöpfen: Die Moerser KG Funion grüßt das Narrenvolk. Es werden so viele Süßigkeiten von den bunten Wagen geworfen, dass man bei dem kalten, aber trockenen Wetter mit einem offenen umgedrehten Regenschirm gut bedient gewesen wäre. Die Narren auf den Wagen lassen sich nicht lumpen und schleudern Leckereien unters Volk - ein wahrer Segen für Zuckerschnuten.
Nelkensamstagszug in Moers: Über hundert tolle, jecke Fotos
Anna (8) hat sich verwandtschaftliche Verstärkung mitgebracht. Sie hat gesammelt, was das Zeug hält und Bernd muss den vollen Korb nach Hause schleppen. Besonders stolz ist die Kleine, dass sie ein nagelneues Spiel ergattern konnte: Ubongo heißt es und ist für fünf bis sechs Spieler gedacht. Dann kann der Spaß zu Hause gleich weitergehen. Kaum ist an der großen Kreuzung der letzte Wagen vorbeigerollt, kommen schon die Saubermänner wie Ricardo mit Besen, Laubbläser und Kehrmaschinen und sammeln all‘ die bunten Konfetti-Plättchen wieder ein.
Polizei: „Meist friedlich“
Kalt, trocken und meist friedlich – das ist die Bilanz der Polizei für den Nelkensamstagszug in Moers. Die Beamten ziehen eine „insgesamt sehr positive Bilanz“. Ungefähr 20.000 Jecken feierten überwiegend friedlich entlang der sechs Kilometer langen Strecke von Duisburg-Homberg nach Moers. Laut Polizei deutlich weniger als in den Vorjahren.
Mit verstärkten Kräften war die Polizei im Einsatz, um die Veranstaltung zu schützen und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Mottowagen, Fuß- und Musikgruppen erfreuten die Menschen an den Straßen. Die Beamten hatten insgesamt 31 Einsätze in Moers, einmal musste eine Person in Gewahrsam genommen werden, die Polizei sprach neun Platzverweise aus und leitete mehrere Strafverfahren ein. Darunter waren Körperverletzungsdelikte, ein Verstoß gegen das Waffengesetz, Diebstähle und Sachbeschädigungen.
Einsatzleiter Wolfgang Tühl freut sich über die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei, Stadt Moers und dem Karnevalsverein. Sie habe zu einer sicheren Veranstaltung beigetragen.
Die vielen Kilometer, die der Zug zurücklegt, begleiten nur wenige. Die meisten genießen, hübsch verkleidet, die geschmückten Wagen an Ort und Stelle, singen, tanzen und feiern dann zu Hause oder in ihrer Stammkneipe weiter. Sehnsüchtig erwarten schon lange die Moerser den Zug. Nichts geht mehr rund um den Bahnhof. Ein grün-roter Wagen rollt vorbei, geschmückt mit langen Knoblauchzöpfen: Besetzt mit der Moerser KG Funion. Polizei und Ordnungskräfte sind quasi überall, Busse versperren rund um den großen Platz die Zufahren. Sicherheit wird groß geschrieben.
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Daher fühlen sich die Menschen auch wohl, sitzen auf den Bürgersteigen, ein Bierchen in der Hand und warten auf die festlich geschmückten Wagen. Dann kommt der Tross endlich. „Baerl ist jeck an jedem Eck“ ist zu lesen, auch „Die Taktlosen“ sind dabei, genauso wie der Garde Corps 2017 Moers. Blau-weiß geschmückt ist der Wagen, auf dem die Jecken strahlende Laune verbreiten. Die Tanzgarde des Moerser Jecken Komitees 2020 tanzt mit Herz hoch oben und schmettert die Lieder mit.
Ein Blümchen auch für die Polizistin
Die Senatoren der Grafschafter Funken grüßen ihr Narrenvolk majestätisch. Während die Erwachsenen die liebevoll dekorierten Wagen bestaunen, haben die Kinder die Nase meistens dicht am Boden. Denn die Karnevalisten haben die Spendierhosen an, werfen nicht nur kleine Tütchen mit Gummibärchen, Klümpchen und Candy-Armbändern sondern sogar ganze Tafeln Schokolade. Aber auch mit frischen Blumen werden die Zuschauerinnen verwöhnt. Eine Polizistin hält ein Blümchen in der Hand und strahlt.
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Hanna aus der Ukraine ist mit Freunden am Straßenrand und freut sich über die ausgelassene Stimmung. Obwohl sie in Gedanken bei den Gesprächen ist, die Politiker über ihr Land führen. Hanna aus Kiew, die schon in der Ukraine deutsch studiert hat, ist froh, in Sicherheit zu sein, aber natürlich treibe sie die momentane Situation um. Umso schöner sei es, beim Karneval auf andere Gedanken zu kommen. Die Jungs, die mit ihr zum Zug gekommen sind, Andrii und Gleb (beide elf Jahre alt) reiten auf Dinos und sind bestens gelaunt. So wie die insgesamt 20.000 Zuschauer und Zuschauerinnen (nach Angaben der Polizei), die die Mottowagen auf ihrem sechs Kilometer langen Weg von Duisburg-Homberg nach Moers begrüßten.











































































































