Zusammenfassung
- Das Moers Festival kehrt zurück in die City und bietet eine große Open-Air-Bühne sowie ein erweitertes Festivaldorf.
- Besucher können erstmals wieder im Freizeitpark zelten, und alles liegt fußläufig nahe beieinander.
- Neu sind auch ein fünfter Festivaltag und ein verpflichtendes Mehrwegsystem für alle Händler.
Mal Hand aufs Herz: Früher war das Moers Festival doch besser, oder? „Stimmt nicht“, sagt Tim Isfort. „Das ist eine Verklärung von Leuten, die so alt sind wie ich.“ Und trotzdem kämen immer wieder Menschen auf den Festivalleiter zu, die von den „guten, alten Zeiten“ schwärmen: als das Festival beim Auftakt 1972 noch im Herzen der Stadt war. Als im Freizeitpark Tausende Camper zelteten und der Händlermarkt nicht auf einem tristen, asphaltierten Parkplatz stattfand.

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„Es war am Ende schwierig, dem Gelände an der Eventhalle Charme einzuhauchen“, räumt Isfort ein. „Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, aber vor allem bei schlechtem Wetter kam einfach keine Atmosphäre auf.“ Und so entstand laut Isfort vor einigen Monaten eine Idee, die die 55. Auflage des Moers Festivals zu einer der besten der vergangenen Jahre machen soll: „Was, wenn wir wieder in die Stadt ziehen?“
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Gesagt, getan: 2026 kehrt das Festival zurück in die City und in den Freizeitpark. „Das wird ein völlig neues Festival“, verspricht Isfort. „Wir mussten alles komplett neu denken.“ Doch was genau ändert sich für die Besucherinnen und Besucher? Hier kommen die wichtigsten Informationen auf einen Blick, die Moerser vor dem Auftakt am 21. Mai kennen müssen:
Freiluftbühne auf dem Kastellplatz
Die wohl wichtigste Änderung ist der Umzug von der Enni-Eventhalle in die Innenstadt. Auf dem Kastellplatz wird eine große Open-Air-Bühne für bis zu 3000 Besucher aufgebaut. Der Haupteingang und die Zugangskontrollen zum umzäunten Gelände befinden sich an der Haagstraße (Höhe Parkplatz-Einfahrt). Dort gibt es zudem einen Ticketstand für Kurzentschlossene.
Gratis-Tickets am Eröffnungstag
Die WDR Big Band eröffnet am Donnerstag, 21. Mai, um 18 Uhr die 55. Auflage des Moers Festivals auf der großen Open-Air-Festivalbühne am Kastellplatz. Für Moerserinnen und Moerser ist der Eintritt an diesem Abend frei. „Bis alle Plätze belegt sind“, sagt Sprecherin Carpentiere. Für alle anderen Festivaltage kosten die Tickets 45, 87, 129 oder 172 Euro. Besucher können selbst entscheiden, welche der vier Kategorien sie zahlen möchten.
Der Clou: Durch die zentrale Lage in der City können Passanten auch ohne Ticket einen Eindruck von der besonderen Festival-Atmosphäre und den Künstlern gewinnen. „Man kann von draußen mithören, wir machen die Arme weit auf“, sagt Isfort. Ziel sei es, die Besucher neugierig zu machen und zu ermutigen, sich eventuell doch eine Karte zu kaufen. „Die Lautsprecher sind nach innen aufs Publikum gerichtet“, erklärt der Festivalleiter. So entstehe für Ticketinhaber eine „klangliche Exklusivität“.
Festivaldorf mitten in der Innenstadt
Rund um das umzäunte Areal am Kastellplatz erstreckt sich von der evangelischen Stadtkirche bis in den Schlosspark das Festivaldorf. „Auch die Kleine Allee wird erstmals bespielt“, erklärt Festivaldorf-Leiterin Theresa Klinkmann. Vereine, Hängematten und Lichterketten sollen der Straße, die laut Isfort bei vielen Moersern das Image der „hässlichen Hinterseite des Weihnachtsmarktes“ habe, neues Leben einhauchen.
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Insgesamt 85 Stände und Angebote sind geplant: internationale Spezialitäten, ein Non-Food-Bereich zwischen Tribüne und Schlosstheater, Stehtische, Aktionen für Kinder auf einer Kreativwiese hinter dem Pulverhäuschen (Akrobatik, Jonglage, Hüpfburg usw.), Pianomobil und eine Hebebühne, die Besucher gegen eine Spende von mindestens fünf Euro (Geld geht an „Klartext für Kinder“) auf eine Höhe von über 30 Metern fährt. „Uns war wichtig, dass auch der Platz um Henriette voll mit Ständen ist“, ergänzt Isfort.

Zelten im Freizeitpark: Das wird geboten
Auf der Ballonwiese im Freizeitpark können Besucher in einem eingezäunten und überwachten Areal zelten. Kostenpunkt: 30 Euro fürs Campen plus Festivalticket. Es gibt Dusch- und Toilettenanlagen, drei Food-Stände und Kaffee. Wohnmobile sind nicht erlaubt. Bislang seien laut Sprecherin Alessandra Carpentiere 300 Zeltplatztickets verkauft worden. „Die Bedingungen sind deutlich besser als früher“, sagt Isfort.
Freies Zelten wie Ende der 90er Jahre ist im Freizeitpark aufgrund von verschärften Umwelt- und Sicherheitsauflagen verboten. Die Zeiten, in denen Tausende Jugendliche während des Moers Festivals ohne Tickets im Park campierten, seien laut Isfort vorbei: „Alkohol trinken, kiffen und feiern im Park: Das hatte nichts mehr mit dem eigentlichen Moers Festival zu tun“, so Isfort. „Das waren damals zwei parallele Festivals.“
Die Spielorte: Vom Schlosshof bis zum Bollwerk
Egal ob Open-Air-Bühne, Festivaldorf oder Zelten: Besucher sollen beim Moers Festival 2026 alle Attraktionen und Angebote fußläufig erreichen können. „Noch näher geht nicht“, sagt Carpentiere zur Distanz zwischen Zeltplatz und Festivalbühne. Das gilt auch für die einzelnen Spielorte. Die Nebenspielplätze im Überblick: Schlosshof, katholische Kirche, evangelische Kirche, das alte Landratsamt, die Szenekneipe „die Röhre“, das Peschkenhaus, das Schlosstheater und das Bollwerk.
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Ebenfalls neu: ein fünfter Festivaltag und Mehrweg
Erstmals in seiner langen Geschichte findet das Moers Festival in diesem Jahr an fünf statt an vier Tagen statt. Das sei unter anderem dem Umstand geschuldet, dass es 2026 nur noch eine statt zwei Haupttribünen gibt. So habe die große Anzahl der Hauptacts besser auf die jeweiligen Tage aufgeteilt werden können. Außerdem führt die Festival-Leitung zum ersten Mal ein verpflichtendes Mehrwegsystem für alle Händler ein. 70.000 Geschirrteile (Pfand: zwei Euro) werden dafür im Umlauf sein.
„Wir haben in diesem Jahr ein Wahnsinnsangebot“, verspricht Isfort. „Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, etwas Neues zu entdecken oder auch furchtbar zu finden.“ Die große musikalische Auswahlmöglichkeit sei der Kern des Festivals. „Wer da nichts findet, soll sich bei mir einfinden“, sagt der Festivalleiter augenzwinkernd.





